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11.11.2012 | 16:56 Uhr
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Nach dem Spiel gehen Mannschaft und Trainer Predrag Lukic getrennte Wege.Foto: Kerstin Bögeholz

Basketball-Bundesligist evo NBO ist nach dem 60:69 gegen Rhein Main Baskets im Abstiegskampf angekommen.

Weiter runter geht es kaum noch. Mit dem 60:69 (36:39) gegen die Rhein Main Baskets sind die Bundesliga-Basketballerinnen von evo NBO endgültig mitten im Abstiegskampf angekommen. Die Art und Weise der Niederlage in einem keineswegs hochklassigen Spiel lässt für die nähere Zukunft jedenfalls nichts Gutes ahnen. Nach der nun sechsten Niederlage im siebten Spiel steht wie üblich im Sport auch der Trainer in der Kritik. Zu möglichen Konsequenzen wollte sich allerdings niemand der NBO-Verantwortlichen äußern. „Wir müssen das Spiel erst einmal sacken lassen, mehr kann ich im Moment nicht dazu sagen“, meinte eine bedröppelte Vorsitzende Sabine Benter direkt nach der Partie.

Auch die rund 400 Zuschauer in der Willy-Jürissen-Halle gingen enttäuscht nach Hause. Denn die Gastgeberinnen lieferten über weite Strecken der Partie eine leidenschaftslose Vorstellung ab. An mangelnder Motivation hat es laut Sarah Zierhut nicht gelegen. „Wir waren total heiß auf dieses Spiel und wollten es unbedingt gewinnen“, so die Kapitänin. Das war zu Beginn auch durchaus zu spüren. Spielerisch klappte nicht allzu viel, dennoch wurde gekämpft und das reichte, um im ersten Viertel gegen ebenfalls spielerisch limitierte Gäste ständig in Führung zu liegen.

Starke Chanita Jordan

Mit Beginn des zweiten Viertels wendete sich das Blatt. Die in der Verteidigung bärenstarke Chanita Jordan bekam eine Pause und prompt hatte NBO große Probleme, die Zonenverteidigung der Hessinnen zu knacken. Aus der Distanz wurde nun nicht mehr getroffen und aus der 22:18-Führung nach dem ersten Viertel entstand bis zur 17. Minute ein 25:34-Rückstand. Danach trafen vor allem Zierhut und Valerie Nainima wieder genauer und der Rückstand konnte verkürzt werden.

Das setzte sich nach der Pause fort. NBO agierte sicherer, während die Gäste nicht mehr ihre Linie fanden. So wechselte in der 28. Minute wieder die Führung und die Oberhausenerinnen gingen mit 53:49 in das abschließende Viertel. Doch ohne Nainima, die eine Pause erhielt, riss der Faden wieder, was sich mit der Hereinnahme der Spielmacherin nicht wieder änderte. Nur ganz kurz flackerte das Potenzial der NBO-Damen auf, als Jordan und Ramona Tews per Schnellangriff vier Punkte innerhalb einer Minute erzielten.

Ansonsten aber wurde ohne erkennbare Struktur agiert, Angriffe oft viel zu hektisch abgeschlossen. So gelangen noch ganze drei weitere Pünktchen während der letzten zehn Minuten, selbst Korbleger oder Freiwürfe wurden vergeben. Die Gäste, deren Coach Steffen Brockmann deutlich mehr Wechselmöglichkeiten hatte, konnten nun ohne große Gegenwehr das Spiel drehen und fast schon entspannt nach Hause bringen.

NBO: Nainima (18), Zierhut (15), Thimm (2), Prudent (n.e.), Beld (6), Simonis (n.e.), Tews (4), Zberch (7), Krick (1), Jordan (7).

Ralf Bögeholz

Kommentare
12.11.2012
15:36
Tiefpunkt erreicht
von the-truth | #2

NBO hat viele Baustellen: Einerseits ist das Tun des Trainers durchaus in Frage zu stellen, andererseits krankt seine Arbeit auch an der fehlenden Qualität des Nachwuchses.
In den letzten Jahren hat es eine kontinuierliche Abwärtsentwicklung gegeben, NBO hatte früher eines der besten weiblichen Nachwuchsprogramme.
Die damit im Zusammenhang stehenden Erfolge liegen allerdings schon einige Jahre zurück: Deutscher Vizemeister U20 im Jahr 2006 (Coach John F. Bruhnke) und noch ein Pokalsieg U19 (Coach Steffi Richter), danach kam nichts mehr.
Grund: Die Qualität der Nachwuchstrainer hat sukzessive nachgelasssen, zuletzt schickte man z.B. Marsha Owusu Gyamfi in die Wüste.
Besserung ist nicht in Sicht: Die WNBL U17 belegt einen inakzeptablen 5. Platz in ihrer Liga, die Programme in Hagen und Herne haben NBO den Rang abgelaufen.
Gerade in Zeiten leerer Kassen ist es eminent wichtig, Bausteine im Seniorenbereich aus den eigenen Reihen zu haben, weil diese immer günstiger sind als externer Zukauf

11.11.2012
22:04
Tiefpunkt erreicht
von Fan-mit-Jahreskarte | #1

Nun sollte man es sich nicht so einfach machen und die Schuld beim Trainer suchen. Wer bitte soll denn mit dem Team mehr erreichen? Eine vernünftige Starting Five reicht eben nicht aus. Das Problem ist - und ich wiederhole mich da seit Jahren - die schwache Bank. Nur junge Spielerinnen bringen es eben nicht. Am Samstag waren es wieder 2 Spielerinnen ohne Einsatzzeiten, wäre Höfels noch da gewesen, wären es 3 gewesen. Für Krick und Co ist das Niveaus der 1. DBBL eben zu hoch, so einfach schaut es aus. Das Scouting zeigt es jedesmal. Die zwanghafte Integration junger Spielerinnen muss nun endlich als gescheitert angesehen werden.
In den letzten Jahren gab es eine konstante Personalpolitik, und das rächt sich nun bitter. Anstelle den Coach in die Wüste zu schicken sollte man besser nach einer weiteren und auch echten Verstärkung Ausschau halten.

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