Spannung bis zur letzten Sekunde

Verena
Verena
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Spitzenreiter Halle muss in der WNBL Play-Down Runde die Punkte an NBO abdrücken. Die spielentscheidende Phase am Ende hatte es in sich.

Die weibliche Nachwuchs-Bundesliga steht in der Halle Ost in dieser Saison für eine Menge Spannung. Beim zweiten Spiel der Playdown-Runde gegen die Halle Junior Lions war es für die U 17 von evo NBO wieder hauchdünn. Besonders die letzte Minute war beim 55:53 (28:27)-Sieg an Dramatik kaum zu überbieten. Aufmerksame Verteidigung und ein bisschen Glück ließen die NBO-Mädchen am Ende jubeln.

Dabei war der Start zerfahren. NBO griff auf eine Siebener-Rotation zurück. Diverse Ausfälle und ein kranker Headcoach mussten aufgefangen werden. Auch die Junior Lions waren zu Beginn nicht treffsicher. Nach fünf Minuten stand es 1:4, ein wichtiger Lauf am Ende verkürzte auf 8:12.

Halle erwischte den besseren Start in den zweiten Abschnitt. Ein 7:0-Lauf wurde erst durch eine Auszeit gestoppt. Egal, welche Worte gefunden wurden, sie fruchteten. Alica Delling traf erst mit Foul, dann nach einem Fastbreak und schließlich Melisa Kadic samt Freiwurf. Damit war NBO blitzschnell im Geschehen (16:19). Bis zwei Minuten vor der Halbzeit glichen die New Baskets aus, mit dem letzten Angriff vor dem Wechsel ging NBO in Führung. Tüchthüsen fing den Einwurf ab und sprintete die letzten vier Sekunden zum Korb, um in der allerletzten zum 28:27 zu verwandeln.

Das gab Selbstvertrauen. NBO baute die Führung auf 42:35 (28.) aus. Die Junior Lions fanden, mit großer Hilfe von Lena Büschel (insgesamt 22 Punkte), zurück ins Spiel. Der 10:0-Lauf innerhalb von vier Minuten war wieder nur durch eine Auszeit zu stoppen. Eine Minute später beendete die starke Kadic die Durststrecke, Verena Doczyck sorgte mit vier wichtigen Punkten in Folge dafür, dass NBO seinen Rhythmus fand. So blieb das Spiel offen, ehe zwei Minuten vor dem Ende Janina Schinkel für Halle den Dreier (50:53) traf.

Kadic behielt die Nerven und legte den Ball in den Ring. Die letzte Minute brach an und NBO wollte den Ballgewinn, doch Delling kam etwas zu spät und schickte Laura Schinkel an die Linie. Die verschoss beide Freiwürfe. Nun kam es auf den NBO-Angriff an: Der Ball endete bei Gina Wilke, doch deren Sprungwurf tanzte nur auf dem Ring und sprang raus. Halle hatte den Ball, doch diesmal machte es Delling richtig. Sie fing den Ball ab und zog zum Korb, wo sie nur per Foul gestoppt werden konnte. Sie behielt die Nerven und brachte ihre Mannschaft mit zwei verwandelten Freiwürfen in Front, 16 Sekunden waren noch auf der Uhr.

Halle nutzte seine vorletzte Auszeit, um den Ball ins Vorfeld zu bringen und den Angriff aufzumalen. Doch auch NBO machte seine Hausaufgaben. Gina Wilke fing den Ball direkt ab und wurde mit einer Menge Frust von hinten geschubst. Die Schiedsrichter entschieden auf unsportliches Foul, das bedeutete nicht nur zwei Freiwürfe, sondern auch Ballbesitz. Wilke verpasste die Chance, das Spiel zu entscheiden, kein Freiwurf wollte durch die Reuse. Immerhin noch Einwurf NBO, Delling bekam den Pass und sie sah, statt sich foulen zu lassen, die Chance auf zwei einfache Punkte. Der Ball sprang heraus, doch Wilke schnappte sich den Rebound, ehe sie gefoult wurde. Diesmal traf sie einen Freiwurf, so dass NBO mit zwei Punkten Vorsprung den letzten Angriff der Gäste erwartete. Noch sieben Sekunden, da spielten die Gäste den Ball auf den Flügel. Doch statt einer guten Möglichkeit stand Leonie Wackermann mit der Hacke auf der Seitenauslinie – Turnover! Ball für NBO, die Entscheidung.

NBO: Delling (18), Wilke (10), Tüchthüsen (7), Kadic (12), Doczyck (6); Bielefeld (2), Schleisiek.