Schwierige Mission für NBO

Erst am Freitag wird die MRT-Untersuchung an der Schulter von Amber Stokes durchgeführt.
Erst am Freitag wird die MRT-Untersuchung an der Schulter von Amber Stokes durchgeführt.
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Was wir bereits wissen
Die akut abstiegsbedrohten Bundesliga-Damen gehen ersatzgeschwächt in die letzten drei Saisonspiele. Diagnose von Amber Stokes steht noch aus.

Es hörte sich nicht nach einer Höflichkeitsfloskel an. „Bitte, steigt nicht ab“, sagte Anne Breitreiner am Samstagabend, bevor sie die Jürissen-Halle verließ. Die langjährige Nationalspielerin in Reihen des TSV Wasserburg wünscht dem Rivalen NBO den Klassenerhalt in der Bundesliga. „Hier hängt soviel Geschichte dran und es macht immer Spaß hier zu spielen. Da nimmt man sogar die weite Anreise in Kauf“, so die international erfahrene Flügelspielerin.

Doch die Chancen auf den Klassenerhalt sind drei Spieltage vor Saisonende ziemlich klein. Aus eigener Kraft ist der Abstieg ohnehin nicht mehr zu vermeiden. Hinzu kommen die im Wasserburg-Spiel erlittenen Verletzungen von Amber Stokes und Chrissy Krick, die dem Team erst einmal fehlen werden.

Krick hatte dabei Glück im Unglück, am zunächst stark geschwollenen Fuß ist zumindest nichts kaputt gegangen. Vermutlich wird sie in der kommenden Woche beim Heimspiel gegen Rotenburg wieder auflaufen können.

Bei Stokes scheint die Sache komplizierter. Zumindest hält sich der Verein in Sachen Informationen arg bedeckt. Fest steht nur, dass die geplante MRT-Untersuchung erst am Freitag durchgeführt wird und sie in Aibling am Samstag nicht zur Verfügung steht. Ob sie in den letzten beiden Partien noch einmal eingreifen kann, erscheint zumindest sehr fraglich.

Wichtig in der Verteidigung

Dabei könnte das Trainer-Duo Katja Zberch und Henry Canton die quirlige Amerikanerin gut gebrauchen. Denn Stokes gehörte zu den wenigen im Team, die in den vergangenen Wochen zumindest einigermaßen konstant auftrat. Gemeinsam mit Lea Mersch sorgte sie für das hohe Tempo und war in der Verteidigung durch ihre Schnelligkeit kaum wegzudenken.

Aber auch trotz dieser Umstände haben die Trainer die Saison aus ihrer Sicht verständlich noch nicht abgehakt. „Jetzt haben wir wieder zwei Gegner“, meinte Canton nach dem Sieg der zuvor punktgleichen Rhein-Main Baskets in Chemnitz. Beide Konkurrenten haben nun einen Sieg mehr und den besseren direkten Vergleich gegenüber NBO, der am Ende bei Punktgleichheit entscheidet. NBO reichen also nur dann zwei Siege, wenn mindestens einer der beiden Konkurrenten komplett leer ausgeht.

Eine ohnehin schwierige Mission, die nur dann Aussicht auf Erfolg haben kann, wenn am Samstag nach zehn Liga-Niederlagen in Folge endlich wieder gewonnen wird. Beim Aufsteiger Bad Aibling, der selber nur noch höchst theoretische Chancen auf den Klassenerhalt besitzt, geht es dann gegen das einzige Team der Liga, gegen das NBO noch nicht verloren hat. Das sollte dann den verbleibenden acht Spielerinnen Mut machen. Genau wie die guten Wünsche der Konkurrenz.