Schlechte Vorzeichen
17.02.2012 | 17:07 Uhr 2012-02-17T17:07:00+0100
Sharon Beld und Birte Thimm brachen sich im Training in der Woche die Nasenbeine – Samstag kommen die Rhein-Main Baskets zu evo NBO.
Der Spielplan will es so. Ausgerechnet am Karnevalssamstag kommt mit der Spielgemeinschaft aus Hofheim und Langen ein Team aus einer Fastnachtshochburg in die Willy-Jürissen-Halle. Für knapp zwei Stunden tritt das närrische Treiben allerdings in den Hintergrund, denn ab 19 Uhr geht es sowohl für die Rhein-Main Baskets als auch die evo New Baskets aus Oberhausen um wichtige Bundesliga-Punkte.
Während es für die Hessinnen als Tabellendritter vornehmlich darum geht, die gute Ausgangsposition für die Playoffs zu halten, benötigen die Oberhausenerinnen vermutlich noch einen Sieg, um den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Den bereits heute zu holen, dürfte jedoch ein schwieriges Unterfangen werden. Vom Papier her ist die Mannschaft von Trainerin Julia Gajewski ohnehin schon klarer Außenseiter. Dazu kommen noch personelle Probleme. Mit Sharon Beld und Birte Thimm zogen sich im Verlauf der Woche zwei Leistungsträgerinnen einen Nasenbeinbruch zu.
Kein Risiko
„Wir haben uns schon gefragt, was wir für Training machen“, meint Trainerin Julia Gajewski, „aber es waren beides ganz normale Aktionen, wie sie im Basketball vorkommen.“ Beld wurde bereits am Donnerstag operiert, ein Einsatz ist aber unwahrscheinlich. „Wir werden kein Risiko eingehen“, sagt Gajewski. Bei Thimm stellt sich die Frage ohnehin nicht, da die Nationalspielerin erst Dienstag operiert wird.
Damit sinken die vagen Hoffnungen auf einen Erfolg weiter. Denn eigentlich hatte man auf Oberhausener Seite insgeheim auf den Heimvorteil gehofft. Inklusive Pokal gelangen bislang neun Siege in zehn Spielen und in mindestens die Hälfte dieser Partien gingen die Oberhausenerinnen als Außenseiter. Hinzu kommt, dass mit Rhein-Main ein Team kommt, das auswärts hier und da Schwächen zeigt und alle sechs Saisonniederlagen in fremden Hallen kassierte. Allerdings verfügen die Gäste über eine starke, und vor allem ausgeglichen besetzte Mannschaft. Die gute Jugendarbeit der beiden Klubs zahlt sich mittlerweile aus und zusätzlich kann Brockmann mit Baendu Lowenthal und Jaclyn Thoman auf zwei sehr starke Amerikanerinnen setzen. Auch ohne die verletzte Nelli Dietrich verfügt Brockmann über eine tief besetzte Bank.
Die Marschrichtung bei evo NBO lautet dennoch wie eigentlich immer: „Nur mit einer guten Verteidigung haben wir eine Chance“, erklärt Gajewski, die sich zumindest in den Heimspielen dieser Saison dabei fast immer auf ihr Team verlassen konnte. Mit Beld und Thimm fehlen ihr diesmal jedoch zwei der stärksten Verteidigerinnen.
Viel davon abhängen, wie das kompensiert werden kann. Leonie Prudent und Jania Sims werden noch mehr in den Fokus rücken, allerdings ist die Bank damit deutlich dünner als sonst besetzt. Vor allem Erfahrung ist dort nicht mehr vertreten. Carla Bellscheidt, Hannah Wischnitzki, Christina Krick sowie Julia Simonis und Renee Höfels aus der Regionalliga-Mannschaft werden ihre Chancen bekommen. Vielleicht nutzen sie diese ja mit ihrer Unbekümmertheit, so dass das Karnevalswochenende doch noch mit einer positiven Überraschung beginnt.
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