RWO holt den „Henkelpott“

Auch Jubeln können die F-Junioren von RWO bereits wie die „Großen“.
Auch Jubeln können die F-Junioren von RWO bereits wie die „Großen“.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Endrunde des Emscher Junior Cups für F-Jugendliche fand im Stadion Niederrhein statt. Der Gastgeber gewann im Finale gegen Tura Duisburg 3:2.

Die Dusche kam mittendrin. Pünktlich zum Start der Achtelfinalspiele beim Emscher-Junior-Cup ergoss sich der erste dicke Schauer über das Stadion Niederrhein. „Die Wasserspiele sind eröffnet“, meinte Moderator Thorsten Sterna, doch das störte die F-Jugend-Kicker der teilnehmenden 32 Mannschaften keinen Deut. Auch das Gewitter kurz vor den Finalspielen tat der Stimmung keinen Abbruch, erst recht nicht bei den rot-weißen Gastgebern, deren Nachwuchs nach einem 3:2-Sieg im Finale gegen Tura Duisburg erstmals den Cup holte.

Wie schon in den Vorjahren war das Rot-Weiß-Stadion eine würdige Kulisse für die Endrunde. In sechs Turnieren hatten sich Teams der Emscherregion dafür qualifiziert, sportlich wie über eine Fair-Play-Auswahl. Unterstützt von Trainern, Betreuern, Eltern oder Freunden zeigten die F-Jugendlichen dabei durchweg großen Sport.

Gespielt wurde im System der vergangenen Champions-League-Saison. Die Kleeblätter, die als Gastgeber für die Endrunde gesetzt waren, hatten es als AS Rom in ihrer Gruppe unter anderem mit Bayern München zu tun. „Die Jungs haben ein paar italienische Sprüche geübt, aber grundsätzlich spielt das eine untergeordnete Rolle“, meinte Trainer Maik Reidermann, „wir hätten auch Ludogorets Rasgrad genommen.“

Ähnlich sah es Lars Dittner von Sterkrade-Nord, die als Athletic Bilbao an den Start gingen. „Das ist ein Riesenevent hier, das den Jungs richtig Spaß macht.“. Die Nordler hatten sich in Lohberg qualifiziert, wo sie unter anderen auch den bis dahin amtierenden Emscher-Cup-Sieger Tura Duisburg hinter sich ließen. Das machte sie zu einer Art Geheimfavorit, was sie in den ersten Partien auch unter Beweis stellten.

Zwar wurden zum Auftakt beim 0:0 gegen Bate Borisov (Fortuna Herne) noch Chancen zuhauf ausgelassen, aber danach lief es rund. Zwei Siege gegen Donezk (VfR Sölde) und Porto (Hörder SC) brachten den Gruppensieg und im Achtelfinale wurde Maribor (Meiderich 06/95) beim 4:0 förmlich an die Wand gespielt. Doch im Viertelfinale gegen Nikosia (Essener SG) stockte der Motor und die Nordler schieden mit 1:2 aus.

Zeitgleich drehten die RWO-Kicker auf. Jeweils ohne Gegentor wurde das Achtelfinale gegen Paris St. Germain (SSV Buer), das Viertelfinale gegen Chelsea (Altenessen 18) und das Halbfinale gegen Nikosia gewonnen. Im Finale gegen Titelverteidiger Tura Duisburg als Bayer Leverkusen sahen die Zuschauer dann ein packendes Spiel, in dem die nervenstarken Rot-Weißen das bessere Ende für sich hatten.

Zweimal mussten sie einem Rückstand hinterherlaufen, ehe sie letztlich 3:2 gewannen. Der Lohn war der dem „Henkelpott“ nachgebildete Pokal und ein Konfetti-Regen im eigenen „Wohnzimmer“, wie Reidermann meinte.

Etwas bedröppelt gingen dagegen die als Schalke auflaufenden Kicker von Arminia Klosterhardt, dem dritten Oberhausener Vertreter, nach Hause. Nach der Auftaktniederlage gegen Chelsea nutzte der anschließende Sieg gegen Maribor und das Remis gegen Sporting Lissabon (Rhenania Bottrop) nichts mehr. Maribor zog dank des besseren Torverhältnisses ins Achtelfinale ein. „Schade, dass der direkte Vergleich hier nicht zählt, zumindest ein Elferschießen der punktgleichen Mannschaften wäre fair gewesen“, war Aushilfstrainer Ekrem Cumcu enttäuscht.