Rot-Weiß schlägt Blau-Weiß

RWO feierte den Sieg mit dem gesamten Kader.
RWO feierte den Sieg mit dem gesamten Kader.
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Was wir bereits wissen
Die U23 von RWO gewinnt den Hallentitel nach einem 1:0-Sieg gegen Titelverteidiger BWO, der wie immer mit den Unparteiischen hadert.

Blau-Weiß Oberhausen hat eine mögliche Titelverteidigung verpasst. Im Endspiel um die Stadtmneisterschaft in der Willy-Jürissen-Halle unterlag des Vorjahressieger der U 23 von Rot-Weiß Oberhausen knapp mit 0:1. Das entscheidende Tor für die „Kleeblätter“ erzielte Boran Sezen. Am Ende sicherlich etwas glücklich für den neuen Titelträger, da die Liricher die klaren Torchancen besaßen. Dafür stellten die Liricher mit David Möllmann den besten Torjäger – zehn Hütten.

Insgesamt war das Fazit aller Betiligten der diesjährigen Ausgabe positiv, wenngleich es an der einen oder Stelle Kritikpunkte gab. Die Schiedsrichter, so war der Tenor von vielen Vereinsverantwortlichen und nicht nur der von BWO-Trainer Thorsten Möllmann, brachten mit ihren Pfiffen oft unnötig Hektik in die Begegnungen. Fachschaftsleiter Dieter Wilms gestand dies indirekt bei der abschließenden Siegerehrung ein, indem er sie in Schutz nahm. „Sicherlich kann man über die eine oder andere Entscheidung diskutieren. Aber Schiedsrichter sind nun mal auch nur Menschen und am Ende zählt nun mal der Pfiff des Unparteiischen. Punkt aus.“ Ein weiterer Kritikpunkt war der Spielplan. Die Vereine kritisierten die langen Pause zwischen den Spielen.

Hierüber haben sich Wilms und die Fachschaft Fußball bereits Gedanken gemacht. „Ich kann das nachvollziehen. Daran wollen wir nächstes Jahr etwas ändern. Eventuell wollen wir die Endrunde dann auch an einem Samstag austragen, egal wann die Stadtmeisterschaft stattfindet“, gab Wilms bereits erste Ideen Preis.

Torverhältnisse entscheiden

Zum sportlichen Teil: In den Spielen der Endrundengruppen hat sich keine Mannschaft als der Favorit schlechthin herauskristallisiert. Titelverteidiger Blau-Weiß startete gleich mit einer 0:2-Niederlage in der Gruppe B gegen den VfR 08 und stand somit schon früh unter Zugzwang. In einer hitzigen Begegnung sahen die Liricher Spieler Ümit Ertural und Sascha Möllmann Zeitstrafen und ihr Trainer hatte eine klare Meinung. „Wir haben schlecht gespielt, keine Frage. Aber es gab einen, der noch schlechter war. Und der hat dieses Spiel geleitet“, merkte Möllmann an. Trotz der Auftaktniederlage reichte es am Ende für die Blau-Weißen, weil sie gegenüber Concordia und dem VfR 08 das bessere Torverhältnis hatten. Dem VfR wurde letztlich die 0:3-Niederlage gegen Concordia zum Verhängnis und den Nullachtern reichte im letzten Spiel ein 4:2 über Buschhausen 1912 nicht mehr ganz.

Vorjahresfinalist Arminia Klosterhardt läutete das Hallenspektakel mit einem knappen 1:0 über Adler Osterfeld ein. In den weiteren Begegnungen folgten klare Siege für die Mannschaft von Hans-Günter Bruns, so dass die Grün-Weißen früh als erster Halbfinalist in der Gruppe A feststanden. Armine Hans-Bernd Reuschenbach traf pünktlich zu den Endspielen in der Halle ein und begrüßte seinen langjährigen Kollegen und Freund, Frank Kielczewski von BWO. „Na, sehen wir uns wieder im Endspiel?“, fragte der Bereichsleiter Sport. „Du kommst auch erst, wenn Du keinen Eintritt mehr zahlen musst“, entgegnete Kielczewski locker flachsend. Trotz aller Emotionen und Rivalität sollte der Spaß richtigerweise nicht verloren gehen und genau das zeichnet die Stadtmeisterschaft auch Jahr für Jahr aus. So soll es schließlich sein.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem späteren Gewinner RWO und den Sportfreunden aus Königshardtgab es in der Gruppe C. Das Landesliga-Schlusslicht verpasste den möglichen Halbfinal-Einzug, als dieser im letzten Spiel nicht über ein 1:1 über C-Ligist SG Kaprys hinaus kam, die sich in allen Spielen teuer verkauften. Auch in der Gruppe D war es bis zum Schluss offen. Arminia Lirich ließ gleich mit einem 3:1 über Sterkrade-Nord aufhorchen, verpasste es aber gegen Holten (1:3) und Safakspor (1:3) nachzulegen. Im letzten Spiel der Gruppenrunde fehlte Holten beim 4:2 über Nord ein einziges Tor zum Weiterkommen. „Das kann doch nicht wahr sein“, ärgerte sich Trainer Giuseppe Gambino entsprechend – Safak jubelte.

Im ersten Halbfinale unterlag Bruns seinem Ex-Klub RWO mit 1:3. Das war das überzeugendste Spiel der „Kleeblätter“. Im zweiten Semifinale war Safak lange ebenbürtig, am Ende hatte der Titelverteidiger nach Toren von Ümit Mutlu und Ümit Ertural die Nase vorn. Platz drei ging überraschend an den A-Ligisten, der im Neunmeterschießen das bessere Ende hatte.

BWO trauerte im Endspiel zwei, drei guten Möglichkeiten hinterher und haderte mit dem Unparteiischen. Unruhe kam auf, als Kielczewski am Ende nach einer Unstimmigkeit mit einem Ordner der Halle verwiesen werden sollte. Nach kurzer Aufregung beruhigten sich die Gemüter und insgesamt überwog das positive Fazit. „Wir haben kein Spiel verloren und nur zwei Gegentore bekommen“, vollzog RWO’ler Marcel Landers freudestrahlend. „Daher haben wir nicht unverdient gewonnen.“ Landers hatte die Mannschaft zusammen mit Daniel Embers für den auf der Tribüne zuschauenden Peter Kunkel betreut.