Rechenspiele haben sich nahezu erledigt

Selbst die kühnsten Optimisten haben den Rechenspielen jetzt ein Ende gesetzt. Nach einer erschreckend schwachen Vorstellung und der klaren 0:3 (0:1)-Niederlage gegen den VfB Bottrop, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, planen die Verantwortlichen der SF Königshardt ab sofort für die Bezirksliga. „Da muss man jetzt auch nichts mehr schön reden“, meinte ein enttäuschter SFK-Coach Lars Mühlbauer sachlich. Bei noch acht ausstehenden Begegnungen und einem Rückstand von zwölf Zählern sind die Chancen auf einen Klassenverbleib am Pfälzer Graben allenfalls noch theoretischer Natur.

Ebenso wenig wie der neutrale Beobachter kann sich auch Mühlbauer die wechselhaften Leistungen seiner Akteure nicht erklären: „Wir haben in Klosterhardt gut gespielt und einen Punkt geholt. Danach folgte das 0:4 gegen Nord. Dann gewinnen wir nach einer überragenden Vorstellung 3:1 bei Duisburg 1900 und nun wieder das.“

VfB machte es vor

Die Vorstellung gegen spielerisch keinesfalls überragende, aber wesentlich bissigere Bottroper war nicht nur für ihn unverständlich. Denn: Mit einem Sieg gegen den Drittletzten und einem weiteren Erfolg am kommenden Sonntag beim Vorletzten in Vogelheim wären die Sportfreunde durchaus wieder im Geschäft gewesen. Aber wenn man im Abstiegskampf bestehen will, sollte man die dazu nötigen Tugenden abrufen. „Und die haben wir vermissen lassen. Mit Schön-Wetter-Fußball kann man die Klasse nicht halten“, fand Mühlbauer klare wie ehrliche Worte. Wie es geht, machte der VfB vor und gewann deswegen verdient.

Die Gäste waren nicht nur gedanklich immer einen Schritt schneller. Sie nahmen den Kampf in einer anfangs hektischen Partie an und kauften den Gastgebern damit vor allem im ersten Durchgang den Schneid ab. Die Führung für die in schwarz-weiß gekleideten Gäste, bei denen der in Oberhausen bestens bekannte Tano de Haan (früher VfR 08 und Sterkrade 06/07) gesperrt zuschauen musste, erzielte Daniel Späth (14.).

Der großgewachsene Stürmer nutzte einen kapitalen Fehler der Königshardter Hintermannschaft. Nun agierte der VfB clever. Die Bottroper standen sicher und bekamen mit zunehmender Spielzeit immer mehr Oberwasser. Bis auf einen einzigen Torschuss von Björn Hlavaty in der 30. Minute, den VfB-Keeper Marco Rinski sicher parierte, war von den Hausherren in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Entsetzte Gesichter zur Halbzeitpause beim heimischen Publikum. Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Sicht des Schlusslichtes zunächst etwas besser. Die Sportfreunde versuchten so etwas wie Druck aufzubauen, waren aber in ihren Bemühungen viel zu verkrampft und ungenau. Die beste Chance zum Ausgleich ergab sich nach einem Stellungsfehler in der VfB-Abwehr. Einen langen Ball des eingewechselten Mirko Turp verpasste Nurtekin Bulut nur knapp (52.).

Die Königshardter Hoffnungen wurden 20 Minuten vor dem Ende im Keim erstickt. Das 0:2 durch Ibrahim Akkaya war die Entscheidung (70.). Die Köpfe der roten Akteure gingen nun nach unten. SFK gab sich auf, den Endstand besorgte fünf Minuten später Amrullah Bayhoca. Für Königshardt ist die erste Landesliga-Saison der Vereinsgeschichte somit wohl schneller beendet, als den Verantwortlichen lieb sein konnte.