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Radtour

Quer durch Deutschland

08.11.2011 | 14:35 Uhr

Zwei Oberhausener radelten die Bundesstraße 8 von Emmerich bis nach Bayern in den Urlaub.

Eine Radtour der besonderen Art unternahmen die Oberhausener Rainer Gutsmann und Harald Hau. Die beiden fuhren über 800 km die ehemalige Reichstraße 8, die von Emmerich über Passau bis nach Österreich führt, entlang.

Für Gutsmann, Aktiver des RSV Blau-Gelb 1928 Oberhausen, und seinen früheren Arbeitskollegen Harald Hau nicht die erste große Radtour. 2005 radelten sie mit sechs Gleichgesinnten zur Einweihung der neuen Fußballarena nach München. In den Folgejahren strampelten sie nach Berlin und Paris. In diesem Sommer hatten sie sich etwas ganz Besonderes vorgenommen.

Straßenlegende

Seit vielen Jahren machen beide in Bayern Urlaub. Rainer Gutsmann im Bayerischen Wald und Harald Hau in Aigen am Inn. Was lag näher, überlegten sie, als einmal mit dem Fahrrad die geschätzten Urlaubsziele anzusteuern. Als Route kam ihnen eine altehrwürdige Straßenlegende in den Sinn. Als es noch keine Autobahnen gab, waren die Reichsstraßen die Fernverbindungen von Grenze zu Grenze. Die meisten ehemaligen Reichsstraßen, später wurden sie in Bundesstraßen umbenannt, existieren heute nur noch in Versatzstücken. Autobahnen sind auf ihren Trassen oder in unmittelbarer Nachbarschaft gebaut worden und sie wurden zu Landstraßen zurückgestuft. Eine einzige führt auch heute noch bis auf ganz kurze Lücken von Grenze zu Grenze durch Deutschland.

„Via Publica“

Die Reichsstraße 8, sie geht auf die historische „Via Publica“ zurück und wurde unter Ludwig dem Frommen 839 erstmals urkundlich erwähnt. Sie führte von Emmerich an der holländischen Grenze bis zur Donau nach Passau zur Grenze nach Österreich. Das tut die Bundesstraße 8 bis auf den heutigen Tag.

„Das ist unsere Route nach Bayern“, entschieden die beiden Radler. Die wollten sie in sechs Etappen hinter sich bringen. Um das auch zu schaffen, stiegen sie frühzeitig in Training, Planung und Quartierorganisation ein. Innerhalb ihres Trainingsprogramms radelten sie auf der B 8 von Emmerich nach Duisburg. Dann wurde es ernst. Die Packtaschen wurden mit 14 Kilo Gepäck beladen und an den Mountainbikes montiert. Zusätzlich wurden die Gepäckträger mit einer Ruhrgebiets- und Bayernfahne geschmückt.

Im strömenden Regen ging es in Oberhausen los. In Höhe des Wedaustadions wurde auf die B 8 eingeschwenkt. „Die beiden ersten Tage waren kein Genussradeln. Es regnete teilweise wie aus Eimern und die Fahrten durch die Großstädte Düsseldorf, Leverkusen und Köln zwischen den Karawanen von Autos hatten es in sich“, berichteten die beiden. Im Westerwald wurden Landschaft und Wetter besser. In der Nähe von Fürth in Franken ist die B 8 ganz auf den Autoverkehr zugeschnitten und hat keine Radwege, so dass die Etappe nach Nürnberg-Feucht streckenweise recht gefährlich wurde. Das letzte gemeinsame Quartier steuerten die beiden im niederbayerischen Straubing an.

Getrennte Wege

In Plattling trennten sich die Wege der Radler. Für Rainer Gutsmann ging es weiter nach Langdorf in der Nähe von Bayerisch Eisenstein an der tschechischen Grenze. Harald Hau radelte in Richtung der österreichischen Grenze nach Aigen am Inn. Für die Radler begann nun die Zeit es Entspannens, bevor es wieder gen Heimat ging. Diesmal allerdings mit motorisierten Verkehrsmitteln.

Ralf Bögeholz

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