Politt fuhr in eigener Klasse

Nils Politt genießt die letzten Meter vor der Ziellinie.
Nils Politt genießt die letzten Meter vor der Ziellinie.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Kölner Rennfahrer Nils Politt sicherte sich den Sieg beim Pfingstradrennen in beeindruckender Manier.

Es war eine Meisterleistung! Nils Politt fuhr ein grandioses Rennen und schüttelte im letzten Drittel des Hauptrennens beim Internationalen Rück/XXXL Radrennen alle Konkurrenten ab.

Nach relativ gemächlichem Start der A-Klasse und Profi-Fahrer, die die B-Klasse relativ lange fahren ließen, und erst nach etwa zehn Runden aufschlossen, ging es ab Mitte des Rennens richtig los. Ein elf Fahrer starkes Feld setzte sich erstmals ab, mittendrin auch Politt, der sich letztlich souverän den ersten Platz sichern sollte. Nach vier Runden ging der erste Fahrer nun verloren und mit noch zehn zu fahrenden Runden attackierte das Duo Politt/Frank Lütters. Die restlichen Sportler entschieden sich, die beiden gewähren zu lassen und verzichteten darauf, sie direkt wieder einzuholen. Letztlich ein folgenschwerer Fehler, denn während Lütters fünf Runden vor dem Ende alle Kräfte bei dem Kampf um die Prämien aufgebraucht hatte, konnte Politt noch einen Gang höher schalten. Gemeinsam bauten sie zunächst zwischen den Runden zehn und sechs ihre Führung auf 35 Sekunden aus. Als Lütters nun zurückfiel, gab Politt, den Sieg vor Augen noch einmal richtig Gas. „Es ist noch viel zu fahren, da kann noch viel passieren, aber den Politt darf man nicht so einfach ausbüxsen lassen“, stellte auch Start- und Zielsprecher Udo Bährens bei seinem letzten Rennen fest.

Politt setzt sich ab

Denn statt den späteren Sieger noch einmal unter Druck zu setzen, musste die Verfolgergruppe plötzlich nach hinten schauen. Waren es zu Beginn der neunten Runde noch fast zwei Minuten, waren es fünf Runden vor dem Ende gerade mal rund 20 Sekunden auf das heranbrausende Hauptfeld, dass sich zu dem Zeitpunkt schon sichtlich ausgedünnt präsentierte. Politt machte weiter Druck und während sich seine Verfolger gegenseitig einholten, baute er seinen Vorsprung auf 49 Sekunden aus. Zwei Runden vor dem Schluss hatten sich alle mit dem verdienten Sieger arrangiert. Ohne einen Sturz war am Sieg nicht mehr zu rütteln. Politt nahm nun deutlich den Fuß vom Gas, besonders in der letzten Runde wirkte es am Ende so, als hätte er sich bei einer der Grillfeiern am Rand kurz ein Würstchen geholt. Gerade einmal sieben Sekunden hatte er am Ende vor dem Zweiten, Jan Dieteren. Seine Verfolger resignierten zwei Runden vor dem Ende und sparten sich die Körner für den Schlussspurt auf. Hier folgten auf den weiteren Platzierungen dann sogar ein paar richtig knappe Entscheidungen.

Auch die B-Fahrer, die richtig gut mithielten, obwohl es in diesem Jahr keine Extraprämie für die besten der Klasse gab, konnten sich in relativ großer Zahl ins Ziel bringen. Der beste B-Fahrer, Jarno Reimers, kam dann mit knapp 45 Sekunden Rückstand als 21. über die Ziellinie.

„Das war wieder eine tolle Werbung“, war Bährens in seinem Sprecherwagen ganz begeistert von der überragenden Leistung der Athleten. Auch Henning Tonn im Streckenwagen hatte nach dem langen Renntag wieder einmal beste Laune. „Ein großer Dank an alle, besonders die Zuschauer und die Fahrer, die das Rennen wieder einmal zu einem Spektakel gemacht haben.“

Beeindruckend war auch wieder einmal das Tempo, mit dem die Fahrer, bei wieder einmal tollem Wetter, über die Straße fuhren. „Hier dürfen wir nur dreißig fahren und bei Tempo 50 kommen die immer näher“, scherzte Tonn. Bergab kratzten die Fahrer wieder an den 70 km/h.