Ohne Glück beim Zberch-Debüt

Lea Mersch und ihre Teamkameradinnen mussten sich in Halle knapp geschlagen geben.
Lea Mersch und ihre Teamkameradinnen mussten sich in Halle knapp geschlagen geben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Bundesliga-Damen von evo NBO verloren nach engagierter Vorstellung bei den Halle Lions denkbar knapp mit 71:72.

Ramona Tews war von ihren Mitspielerinnen kaum zu trösten. Ein Foul von ihr kurz vor dem Ende der Partie brachte den Halle Lions Freiwürfe und den letztlich glücklichen 72:71 (35:33)-Sieg gegen evo NBO. Damit gab es beim neuerlichen Debüt von Katja Zberch als Cheftrainerin zwar keine Punkte, dennoch zeigte ihr Team eine gute Vorstellung, die im Abstiegskampf Mut machen sollte.

Zberch wollte ihrer Aufbauspielerin auch in keinster Weise einen Vorwurf machen. „Sie hat eine gute Partie gemacht, am Ende war das Glück nicht auf unserer Seite“, war Zberch trotz der Niederlage zwar niedergeschlagen, aber dennoch nicht unzufrieden. Denn ihre Mannschaft zeigte sich mit den Lions auf Augenhöhe. Besonders mit der Defensivleistung war die Weißrussin einverstanden.

Die erste Halbzeit verlief noch so wie die letzten Spiele. Die Zuschauer erlebten ein Wechselbad der Gefühle, da sich beide Teams mit ihren guten Phasen gleichmäßig abwechselten. So machten die Lions im ersten Viertel aus einem 5:8 ein 14:8, während NBO im zweiten Viertel aus einem 25:16 wieder auf 25:25 ausglich. Zberch setzte dabei alle neun mitgereisten Spielerinnen ein, die alle ihre Chance suchten und am Ende auch alle punkten konnten.

Nach dem Wechsel blieb es enger. Keine Mannschaft konnte sich mehr absetzen. Halle lag die meiste Zeit in Front, doch NBO gelang es immer wieder, den Anschluss zu halten. Vor allem von jenseits der Dreierlinie waren die Gäste in dieser Phase erfolgreich. Monique Reid, Christina Krick und Mimi Hill hielten auf diese Weise NBO in Schlagdistanz. Die wieder einmal starke Lea Mersch war es dann, die zunächst in der 29. Minute den Ausgleich und kurz vor dem Ende des dritten Viertels mit einem Dreipunktspiel sogar die Oberhausener Führung erzielte (53:56).

Diese gaben sie zunächst auch im Schlussviertel nicht ab. Auch Isabell Meinhart, Jenny Menz und Amber Stokes trafen ihre Dreier und Mersch schraubte in der 37. Minute die Führung gar auf sieben Punkte zum 61:68. Doch Halle gab nicht auf, vor allem Neuzugang Jasmine James hatte nun überall ihre Hände im Spiel und zu Beginn der letzten Spielminute erzielte Tiffany Porter-Talbert die Punkte zum 71:68.

Aber auch das war noch nicht die Entscheidung. Stokes konterte mit ihrem zweiten Dreier 37 Sekunden vor Schluss zum Ausgleich. Doch eine Punkteteilung gibt es im Basketball nicht und als viele schon an eine Verlängerung glaubten, zog James dann zum Korb und das erwähnte Foul von Tews. Den ersten Freiwurf setzte die Amerikanerin noch daneben, doch beim zweiten behielt sie dann die Nerven. In der verbleibenden einen Sekunde konnte NBO dann nicht mehr kontern. „Beide Mannschaften wollten den Sieg unbedingt und am Ende hat dann das Glück entschieden“, kommentierte Zberch die spannende Schlussphase eines insgesamt guten Spiels.