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Ohne den nötigen Biss

28.10.2012 | 13:48 Uhr
Ohne den nötigen Biss
Foto: Kerstin Bögeholz

evo NBO-Bundesligadamen vergeben möglichen Sieg gegen Wolfenbüttel

Gegen den deutschen Meister zu verlieren, ist normalerweise zu verkraften. Das 55:60 (24:27) der Basketballerinnen von evo NBO gegen den BV Wolfenbüttel Wildcats hingegen muss in die Kategorie „vermeidbar“ eingeordnet werden. Mit einer vor allem in der Offensive enttäuschenden Vorstellung fast aller Leistungsträger wurde die vorhandene Siegchance verspielt. Der Abstiegskampf hat für die Oberhausenerinnen längst begonnen.

Symptomatisch schon der Beginn des Spiels. Beide Teams starten unerklärlich nervös, doch die Gäste wirken aggressiver und können als erste den Schalter im Angriff umlegen. In der dritten Minute bringt Ani-Roll Haldin Wolfenbüttel mit den ersten Punkten des Spiels in Front. Bis NBO die ersten Zähler verbuchen kann, sollen noch weitere vier lange Minuten vergehen. Auch eine frühe Auszeit von Predrag Lukic beim Stand von 0:8 (4.) ändert nichts an den unglücklichen Aktionen in der Offensive.

Die hatten nur bedingt mit der Verteidigung des Meisters zu tun. Dass selbst freie Korbleger vergeben wurden, war die Konsequenz des ohnehin schwachen Auftritts. Dabei enttäuschten besonders die Leistungsträger. Valerie Nainima etwa hat man schon deutlich explosiver gesehen, während Sarah Zierhut komplett neben sich zu stehen schien. So konnten sich die Gäste in der Verteidigung auf Chanita Jordan konzentrieren, die entsprechend kaum zum Zug kam.

Lukic wechselte früh, und ohne Birte Thimm und Zierhut lief es plötzlich etwas besser. Ramona Tews sorgte mit ihrer Unbekümmertheit ebenso für frischen Wind wie Katja Zberch. Mit der Weißrussin kam die nötige Entlastung für Jordan und gegen zwei Oberhausener Centerinnen schienen die Niedersachsen wenig Mittel zu haben. So entwickelte sich trotz der mehrfachen Ausfälle auf NBO-Seite doch noch ein meist spannendes Spiel.

Ein abgeschlossener Schnellangriff von Tews sorgt zum ersten Viertelende für ein 12:16, das alle Chancen wieder offen lässt. Das Auf und Ab hält im zweiten Viertel an. Die Gäste haben den besseren Start, NBO kommt mit Zberch, Jordan und einem Dreier von Thimm zum 22:22 (18.) zurück, ehe Ballverluste von Zierhut und ein Glücksdreier von Haldin Wolfenbüttel wieder nach vorne bringen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte sorgen Jordan und Sharon Beld sogar für die erste NBO-Führung zum 28:27, die Zierhut mit ihren ersten Punkten des Spiels zum 30:29 noch einmal bestätigen kann. Danach verhaspeln sich die Oberhausenerinnen aber wieder zu oft im Angriff und die Gäste ziehen auf 33:42 davon. Ein technisches Foul gegen den ständig lamentierenden Gästetrainer Vlastibor Klimes brachte NBO aber wieder zurück ins Geschäft. Ohne die auf der Bank sitzenden Zierhut und Nainima steht es zum Viertelende 43:46.

Bis weit ins letzte Viertel hinein bleibt es eng. Bei 48:51 vergeben beide Teams einige Chancen, ehe mal wieder Haldin - die kurz zuvor mit einer unsportlichen Aktion gegen Nainima auffiel - per Dreier die Weichen auf einen Sieg der Wildcats stellt. NBO kann nicht mehr entscheidend antworten und muss in die dritte Heimniederlage der Saison einwilligen.

Ratlose Gesichter danach bei den Gastgebern, die sich zum Spiel nicht äußern wollten. Einzige Bemerkung von Physiotherapeut Oliver Henn zu möglichen Verletzungen: „Arztgeheimnis.“ Es hat schon bessere Bemerkungen bei NBO gegeben. Die Stimmung scheint gereizt und im Keller zu sein. In diesem Zusammenhang wirkte auch der Besuch der langjährigen Trainerin Julia Gajewski und „Co“ Henry Canton am auffälligsten Platz in der Halle zumindest unglücklich. Vor der nächsten Meisterschaftspartie beim Topfavoriten in Wasserburg steht am Donnerstag das Pokalspiel bei der TG Neuss auf dem Programm.

Ralf Bögeholz


Kommentare
29.10.2012
14:52
Ohne den nötigen Biss
von Fan-mit-Jahreskarte | #3

Ich meinte natürlich Sarah Zierhut!

29.10.2012
14:50
Ohne den nötigen Biss
von Fan-mit-Jahreskarte | #2

NBO hat verloren, und das unnötiger Weise. Der Rückstand zu Beginn war höher als nur 0:8, aber das nur am Rande. Die Kritik an Zierhut und Nainima seitens der WAZ halte ich jedoch für überzogen. Jeder darf mal einen schlechten Tag haben, und was Anne Zierhut bereits für den Verein geleistet haben, steht außer Frage und wird hier schnell dem Populismus preisgegeben. Man sollte bei aller Kritik die Kirche im Dorf lassen und sich fragen, wieso niemand da ist, der dies auch nur ansatzweise kompensieren kann.
Den Besuch von von Frau Gajewski würde ich nicht überbewerten, denn Herr Lukic wird einen gültigen Vertrag haben, der ihn vor einem übereilten Rauswurf schützen wird. Und das NBO ja kein Geld im Überfluss hat, wird da nichts passieren. Zumal man sich mit einer Trainerentlassung bzw. -wechsel nun lächerlich machen würde. Mit Herrn Neuhaus hat man vor Jahren ja ein ähnliches Spiel getrieben.

28.10.2012
19:08
Ohne den nötigen Biss
von the-truth | #1

„Nachtigall, ick hör dir trapsen“...! War ja nur eine Frage der Zeit, wann die mobbende Frau Gajewski wieder auf der Bildfläche erscheint. Gefällt sich ja besonders in der Rolle der Retterin des Oberhausener Basketballs. Nach einer kleinen Erholungszeit steht der Zugang zur großen Bühne wieder offen. Die Etablierung des derzeitigen Trainers konnte nur als Strohmannlösung betrachtet werden, der rote Teppich für die Wiederkehr der Frau G. lag schon lange bereit. Letzte Absprachen mit Frau Benter gab es wahrscheinlich bei der Feier zum 20. Geburtstag des Vereins, bei der (Skandal!) nicht einmal Spielerinnen des Teams eingeladen wurden, die die diversen Aufstiege von der Kreisliga bis in die Bundesliga leisteten. Meine herzlichsten Glückwünsche zur Gästeliste gehen an den derzeitigen Vorstand, der auch ehemalige Vorstandsmitglieder selektiv von der Feier fernhielt.

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