Nur ein ganz kleines Zwischentief

Neues Jahr, neues Glück. Das ist auch bei den Lettaus so. Glück, das bedeutet für die Familie des Post SV vor allem der neue Kunstrasenplatz auf der Anlage am Schönefeld. „Wunderbar“, schwärmen Joel Lettau und sein Papa Michael unisono. Michael findet es „wunderbar“, weil sich „schon viele Rückkehrer gemeldet haben“ und die Jugendabteilung bei Post SV dadurch bald wieder wachsen dürfte. Der elfjährige Joel findet es „wunderbar“, weil „hier jetzt bei Wind und Wetter immer was los ist“. Das wurde auch mal wieder Zeit. Die Sportredaktion begleitet den Werdegang des Kickers seit 2007 und berichtet regelmäßig.

Zweifelsohne hat der Kunstrasen dem gesamten Verein einen Schub gegeben. Einen Schub, den der Vater sich auch vom Sohnemann wünscht – in sportlicher Hinsicht. „Schulisch läuft alles vollkommen nach Plan. Da kann man nicht meckern“, sagt Michael Lettau. Doch jetzt, direkt nach der Winterpause, muss er sich doch über seinen Sprössling wundern: „Es wirkt fast so, als hätte er das Fußball spielen verlernt“, schmunzelt Michael Lettau. „Aber das gilt irgendwie für alle Jungs aus der Mannschaft. Nicht nur wir Erwachsenen lassen es uns ja zwischen den Jahren gut gehen.“ Für seinen Filius mahnt er allerdings explizit an: „Er muss dringend mal wieder eine Schippe drauf legen. Es wird ja nicht leichter.“

Will heißen: Noch spielen die Post-Kids in der D-Jugend – im übrigen immer noch die Jungs, die seinerzeit gemeinsam begonnen haben – aber im Sommer wird es als C-Jugendteam in der Leistungsklasse deutlich schwerer. Der Papa und Coach ist guten Mutes: „Joel geht nach wie vor mit dem Ball ins Bett und steht mit dem Ball wieder auf.“

Kein Training verpasst

Sorgen um seine fußballerische Zukunft müsse man sich also (noch) nicht machen. Wobei: „Neulich habe ich schon mitbekommen, wie er SMS mit einem Mädel geschrieben hat“, verrät der Papa. Das sei zwar erst einmal unbedenklich, aber Joel hatte dann urplötzlich mal Bauchschmerzen, um das Training schwänzen zu können. Da setzt sich eher der Trainer denn der Vater in Michael Lettau durch: „Das geht natürlich nicht!“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Wohl wissend, dass sein Filius in der laufenden Saison der einzige Kicker ist, der keine einzige Trainingseinheit versäumt hat. „Wir führen darüber Buch. Bislang hat er sich nichts zu schulden kommen lassen“, freut sich Michael.

Da der Post-Bursche nach wie vor in der Sportklasse, respektive Fußball-AG, seiner Schule ist und einmal die Woche Fußballtraining auf dem Lehrplan steht, „kommt die Form von selbst wieder“, glaubt Michael. Trainiert wird im RWO-Leistungszentrum an der Lindnerstraße, und kein Geringerer als RWO-Fußballgott Mike Terranova leitet die Einheiten. „Das ist für die Jungs eine super Sache und zusätzlicher Anreiz“, weiß der Vater, der in „Terra“ keine Konkurrenz sieht. Zumindest hat Joel noch nicht angekündigt mit dem „Fußballgott“ in Urlaub zu fliegen, sondern bleibt da natürlich bei seiner Familie.

Nach vielen Jahren in der Türkei steht in diesem Sommer außerdem erstmals die Karibik an. „In Belek hat sich zu viel geändert, das hat uns nicht gefallen“, begründet Michael Lettau den Wechsel. Jetzt geht es in die Dominikanische Republik: Drei Wochen Sonne, Strand und Meer – „und Fußball natürlich!“, fügt Joel an. Denn während der Papa zumindest in der ersten Urlaubswoche „gar nichts tun“ will, hat der Elfjährige seinen Lederball samt Schussstiefel schon in den Koffer gepackt. Zudem stehen die Erweiterungen der Tauchkenntnisse auf dem Programm, „und ganz viel Schnorcheln“, verrät Joel seine individuelle Freizeitgestaltung in der „Neuen Welt“. Damit dürfte er bestens für die neuen fußballerischen Aufgaben gewappnet sein.