Nord wird zum Spielverderber

Ein Sieg für die Vereinsgeschichte! Nicht alleine wegen des tollen, überzeugenden 1:0 (0:0)-Sieges der Spvgg. Sterkrade-Nord über den Tabellenführer aus Schonnebeck, der damit seine Sektflaschen noch einmal eine Woche kalt stellen muss: Die Schmachtendorfer stehen erstmals nach über 13 Jahren in der Tabelle vor dem Lokalrivalen Arminia Klosterhardt. Trainer Markus Kowalczyk hatte dies vor Wochen recherchiert und freute sich am Ende entsprechend: „Eine feine Sache.“

Aber wer die Tabelle genauer liest, wird feststellen, dass noch mehr für die Nordler gehen könnte. Denn wegen der Auf- und Abstiegsregelung könnte der zweite Platz die Relegation zur Oberliga bedeuten – und der ist für Sterkrade-Nord bei noch drei ausstehenden Partien vier Zähler entfernt. Das wird man an der Lütticher Straße nach dem gestrigen Sieg im Hinterkopf haben...

Dabei standen die Vorzeichen für die Hausherren gegen den Fast-Oberligisten Spvg Schonnebeck schlecht. In die Verletztenliste reihten sich Stammtorwart Christian Klingbeil (Bauchmuskelzerrung) und Mike Ratkowski (Knochenhautentzündung) kurzfristig noch ein. Tom Mattern bekam nach 35 Minuten einen Schlag auf den Knöchel und musste ebenfalls runter.

„Das zeigt, dass wir über einen breiten, ausgeglichenen Kader verfügen“, erklärte Kowalczyk anschließend freudestrahlend. Tobias Biegierz, der für Tom Mattern in die Partie gekommen war, erzielte nach einer Stunde den Siegtreffer für die Gastgeber, die dem Spitzenreiter damit mächtige ärgerten..

In der ersten Halbzeit begegneten die Schmachtendorfer dem Spitzenreiter noch mit sehr viel Respekt. Dadurch waren die Gäste klar feldüberlegen, auch ihre spielerische Klasse blitzte das eine oder andere Mal auf. Zwingende Torchancen ergaben sich aber nur wenige, wie die von Emrah Cinar (32.), die Klingbeil-Vertreter Paul Kornettka zunichte machte. Der 20-jährige „Schnapper“ machte seine Sache souverän und spielte fehlerfrei.

Die Hausherren legten nach dem Seitenwechsel den Respekt ab und wurden frecher. Sie kauften den Essenern damit den Schneid ab – mit Erfolg. Über die linke Seite setzte Stefan Tempes Biegierz in Szene, Hilal Ali Khan ließ den Ball richtigerweise passieren und plötzlich war Biegierz im Strafraum frei und traf zum 1:0 (60.). Die Gäste warfen nun alles nach vorne, versuchten es in der Schlussphase mit der bekannten Brechstange. Aber die Hintermannschaft der Gastgeber stand stabil und ließ fast nichts zu. Immer wieder ergaben sich für die Nordler mal Kontermöglichkeiten, weil Schonnebeck entsprechend öffnete. Am Spielausgang änderte das nichts mehr. Nicht die Gäste feierten, sie mussten ihre Feier auf kommenden Sonntag verschieben. Die Nordler jubelten und konnten ein weiteres Kapitel für ihre Vereinshistorie schreiben...