Noch nicht abgehakt
06.02.2012 | 16:42 Uhr 2012-02-06T16:42:00+0100
Nach unglücklicher Niederlage klammert sich Regionalligist OTHC an den letzten verbliebenen Strohhalm
Selbst mit etwas Abstand betrachtet lag ihm das Hockey-Spiel der Herren vom Mittag noch schwer im Magen. OTHC-Trainer Ole Keusgen coachte ein paar Stunden nach der Niederlage im Regionalliga-Topspiel bei Etuf Essen auch die Damenmannschaft, war mit seinen Gedanken aber noch bei der kuriosen Partie, die nach 5:0-Führung noch mit 5:6 verloren ging (wir berichteten).
„Wir spielen eine Halbzeit wirklich taktisch hervorragend und setzen alles um was wir uns vorgenommen haben“, beschreibt Keusgen die glanzvolle erste Halbzeit, die beinahe den Aufstieg bedeutet hätte. Warum das Spiel dann aber völlig auf den Kopf gestellt wurde, konnte so richtig niemand erklären.
Spiel in Unterzahl
„Wir haben zwei ganz schnelle Tore nach der Pause bekommen und sind mit der Unterzahlsituation nicht besonders gut klar gekommen“, versuchte Keusgen zu analysieren. Die gab es nicht wegen eigenen Undiszipliniertheiten, sondern weil die Essener bei Ballbesitz ihren Torwart gegen einen Feldspieler tauschten. Über Sinn und Unsinn dieser Regel kann sicherlich spekuliert werden, denn der für den Torwart eingewechselte Spieler – der durch ein anderes Trikot farblich gekennzeichnet ist – darf im Schusskreis mit dem Körper Torversuche abwehren. Außerdem kann ein Ballgewinn beim Hockey nicht sofort zu einem Schussversuch aufs leere Tor genutzt werden, da dies nur im Schusskreis erlaubt ist. Die überdurchschnittlich große Spielfläche in Essen kam den Gastgebern zusätzlich entgegen.
Dennoch weiß Keusgen, dass seine Mannschaft die Führung nicht aus der Hand geben und den Gastgebern das Toreschießen so einfach hätte machen dürfen. Allein die Tatsache, durch diesen doch sehr einfachen Trick eine so klare Halbzeitführung abzugeben, dürfte die Stimmung für den Wochenstart gedrückt haben.
Doch auch die Unparteiischen sorgten für einigen Unmut. „Er hat uns vor ein paar Wochen schon mal gepfiffen, für ihn war das heute nicht das richtige Spiel“, unterstellte Keusgen keine böse Absicht. Und doch fiel dem jüngeren der beiden Unparteiischen eine unglückliche Rolle zu.
Eine Minute vor Spielende verlegte er ein OTHC-Foul – da waren sich die Oberhausener und ihr mitgereister Anhang einig – fälschlicherweise in den Schusskreis und unterstellte Philip Grünwald zudem Absicht. „Das habe ich ehrlich noch nie miterlebt und musste mich zusammenreißen“, gab der ansonsten ruhige OTHC-Coach, der für den HTC Uhlenhorst in der Bundesliga selbst den Krummstab schwingt, offen zu. Die daraus resultierende Strafecke wurde verwandelt und verpasste den Oberhausenern einen herben Dämpfer im Aufstiegskampf.
Alles vorbei ist aber dennoch nicht. „Wir klammern uns an den letzten Strohhalm und wissen, dass die Essener das deutlich schwierigere Restprogramm haben“, sind beim OTHC noch nicht alle Hoffnungen verflogen. Auch wenn der Aufstieg vor der Saison nicht das erklärte Ziel war, wäre das Scheitern auf diese Art und Weise ein herber Rückschlag.
20:09
Trotzdem mal ein dickes Lob der Mannschaft und dem Trainer! Was der in den letzten Monaten aus der Mannschaft gemacht hat und die Mannschaft aus sich selber ist der Hammer.