Neue Arenen für die Stadt

Neue Arenen gibt es bald auch in Oberhausen.
Neue Arenen gibt es bald auch in Oberhausen.
Foto: ddp
Was wir bereits wissen
Die Sportredaktion hat in die Glaskugel geschaut und viel Spannendes für das Jahr 2015 entdeckt.

Das abgelaufene Jahr 2014 war ein für den Oberhausener Sport recht abwechslungsreiches. Vor allem aber mit einigen Ereignissen, die selbst wir nicht vorhersehen konnten. Wir lassen uns aber nicht beirren und haben auch diesmal wieder in die Glaskugel geschaut, um das kommende Jahr möglichst exakt vorherzusagen. Schließlich will man ja vorbereitet sein, wenn wieder scheinbar unerwartete Dinge eintreten. Allerdings sind wir aus rechtlichen Gründen dazu verpflichtet, auf unsere Vorhersagen keine Gewähr geben zu können. Aber das nur am Rande.

2015 erwartet uns ein Jahr mit einschneidenden Ereignissen. Dazu gehört auch die Wahl des Oberbürgermeisters im Herbst, die mehr mit dem Sport zu tun hat, als viele bislang glaubten. Doch dazu später.

Das Jahr beginnt bereits mit einigen Paukenschlägen. Die Bundesliga-Damen von NBO ziehen kampflos ins Final-Four des deutschen Pokals ein, weil ihre Gegnerinnen zunächst in der Willy-Jürissen-Halle verdutzt das Blau-Weiß Turnier stören, ehe sie von Frank Kielczewski höchstpersönlich, Spielerin für Spielerin, zur Halle Ost gekarrt werden. Dort weigern sich die neuverpflichteten Amerikanerinnen der Gäste jedoch zu spielen. Außerdem ist die Luft bei den 500 Zuschauern zum Schneiden. Da Amber Stokes aber schneller durch die Halle Ost fegt, als dass sie die sauerstoffarme Luft einatmen könnte, gewinnen die New Baskets das Spiel durch einen entscheidenden Dreier mit 19:16.

Der zeitgleich stattfindende Blau-Weiß-Cup in der Jürissen-Halle wird aber erneut gestört. Erst die Korbballerinnen, dann verliert der Gastgeber seine ersten beiden Spiele und jetzt kommt noch die nervtötende Warnung aus den Lautsprecherboxen, dass die Halle zu evakuieren sei. Während alle die Halle verlassen, bleibt Kielczewski junior alleine in der Halle, damit Blau-Weiß ins Finale einzieht.

Da es auch in anderen Oberhausener Sporthallen am Wochenende zu zum Teil gravierenden Problemen kommt, kommt die CDU auf eine Idee: „Mit dem Sport gewinnen wir die Wahl!“ Schnell wird eine Klausurtagung einberufen, Lösungen werden gesucht und schließlich auch gefunden. „Lasst uns den Schmidt nehmen“, platzt es aus einem Mitglied heraus. „Ja, eine Doppelspitze“, jubelt ein anderer, „dem einen gehört ja sowieso die halbe Stadt und wir machen aus Schrott Gold.“ „Und der andere wird für uns immer das Amt besetzen, wenn er einmal gewählt ist“, triumphiert der nächste. Der Plan wird abgenickt und mit freudiger Absegnung der übrigen Oppositionsparteien wird vorerst jedoch strengstes Stillschweigen vereinbart.

Alle alten Hallen werden vorübergehend geschlossen. Die Hallenstadtmeisterschaften im Fußball werden kurzerhand auf den Bolzplatz neben der Jürissen-Halle verlegt, Blau-Weiß siegt knapp im Finale. Rot-Weiß Oberhausen bekommt von allem nichts mit, weil sie aktuell auf Hallenturnieren im Osten unterwegs sind. „Hier ist alles so schön neu und die Stadien haben alle genügend Licht“, freut sich Cheftrainer Andreas Zimmermann. Als er von den Zuständen in Oberhausen hört, beschließt er gemeinsam mit Hajo Sommers und Frank Kontny spontan die Lizenz für die Regionalliga Nord-Ost zu beantragen. Da dort ohnehin nur 16 Teams in der Liga sind und sich auch Rasenball Leipzig interessiert zeigt, wird die Liga kurzerhand erweitert.

Pures Chaos in der Heimat

Im beschaulichen Oberhausen herrscht derweil pures Chaos. Weil alle aus den Hallen mussten, herrscht miese Stimmung. Die Handballer beantragen eine Sondererlaubnis und verlegen ihre Saison spontan auf den Friesenhügel. NBO sichert sich schnell das Basketballfeld auf der SSB-Anlage, die erste Damen trägt ihre Heimspiele derweil an der Open Airea aus. Die neugegründete Inlinehockey-Abteilung der Buschhausener, die Oberhausen Miners, gucken in die Röhre. Die noch namenlose ehemalige Eislaufhalle (es wird noch nach einer weiblichen Persönlichkeit im Oberhausener Skaterhockeybereich gesucht) muss spontan umgebaut werden, damit auch die Tischtennis-, Volleyball- und Hockeyspieler ihren Spielbetrieb fortsetzen können.

Im Osten der Republik spielen die Kleeblätter eine tolle Rückrunde und holen Punkt für Punkt auf. Der CDU und ihren Partnern ist das nicht entgangen, sie plant: „Wir statten alle Vereine mit einer neuen Halle oder einem neuen Stadion aus. So haben wir die Vereine hinter uns.“ Also soll erst einmal RWO zur Rückkehr nach dem Saisonende bewegt werden. Ein neues Stadion mit zwölf Flutlichtmasten und beheizten Tribünen überzeugt. Parallel sollen auch die anderen Sportvereine vom Kandidaten Schmidt überzeugt werden. „Jeder Aufsteiger bekommt eine neue Halle“, heißt es hinter verschlossenen Türen.

Von diesem Versprechen beflügelt gibt es in Oberhausen nur noch Höchstleistungen. Die Oberliga-Handballerinnen vom TV Biefang stehen plötzlich an der Spitze, die HSG-Herren haben nach sieben Spielen schon siebenmal so viele Punkte wie in der ganzen Hinserie. Auch Tischtennis-Regionalligist Buschhausen dürfte aufsteigen, weil alle anderen verzichten.

Für NBO kommt die Motivationsspritze zu spät. Als Achter geht es in die Playoffs gegen Wasserburg. Das erste Spiel in Bayern kann gewonnen werden, doch das Geld ist so knapp, dass alle Spielerinnen im Jugendzimmer von der in Wasserburg geborenen Vorsitzenden Sabine Benter schlafen müssen. Die Rückreise zum zweiten Spiel gelingt nur per Anhalter. Die Fahrt dauert allerdings zu lange, Wasserburg gewinnt das zweite Spiel kampflos, Spiel drei müssen die New Baskets erneut kampflos herschenken, weil die Reise in den Süden nicht bezahlt werden kann.

Endspiel gegen RB Leipzig

Nun geht es langsam auch im Fußball in die heiße Phase: RWO liefert sich in der neuen Heimat einen Zweikampf mit der ebenfalls ungeschlagenen RB Leipzig-Reserve um den Aufstieg. Am letzten Spieltag kommt es zum entscheidenden Duell, doch weil sich alle sechs Torhüter der Kleeblätter verletzt haben und für Oliver Adler so schnell keine Spielerlaubnis ausgestellt wurde, verliert die Mannschaft von Andreas Zimmermann mit David Jansen im Tor knapp mit 0:1. RWO kündigt die Rückkehr an den Niederrhein an. Das Bauvorhaben der neuen Arena wird mit Hilfe der OGM abgesichert.

In der Landesliga deutet sich ein erneutes „Wunder von Bruns“ an. Die Arminia macht den Aufstieg fix und die von den CDU-Plänen Wind bekommene SPD schenkt den Arminen kurzerhand die Reuschenbach-Arena mit eigenem Trainingszentrum. Blau-Weiß Oberhausen verspielt eine Liga tiefer – mal wieder – den Aufstieg in die Landesliga. Trainer Thorsten Möllmann geht resigniert zum SC 20 zurück. „Eine Herzensangelegenheit“, wie er betont.

SPD und Opposition überbieten sich nun bei ihren Angeboten an die Vereine und Sportler, die plötzlich alle sportlichen Erfolg zu haben scheinen. Boxer Abass Baraou und Bogenschütze Carlo Schmitz sollen als ruhendes Kapital der Stadt Oberhausen jeweils eine eigene Trainingshalle bekommen, damit sie sich in Ruhe auf die Olympischen Spiele vorbereiten können. Den Kanuten Lukas Reuschenbach und Katharina Köther wurde gar eine abgesperrte Teilstrecke des Rhein-Herne-Kanals versprochen.

Erst der GAU dann die Rettung

So kurz vor dem Wahltermin steht die Stadt vor dem endgültigen Ruin. Die Vereine haben sich im sicheren Glauben an Wohlstand neu eingedeckt, Fördergelder waren längst eingeplant. Denn jetzt kommt es zum Super-GAU. Radio Oberhausen bekommt Wind von der ganzen Sache und veröffentlicht die geheimen Bau- und Personalpläne der Parteien am Vorabend der Wahl. Ergebnis ist, dass niemand zur Wahl geht und Klaus Wehling von seinem Urlaubsort aus telefonisch erklärt, dann eben noch weiter zu machen. Zufällig hat er gerade den Lotto-Jackpot abgeräumt und finanziert so alle Stadien-Vorhaben aus eigener Tasche. „Gute Idee der Opposition“, denkt er sich und lässt sich von den Oberhausenern feiern.

In einer solchen Windeseile, dass sogar Russland und Katar neidisch werden würden, werden Stadien und Arenen aus dem Boden gestampft. Der Leiter des Bereichs Sport der Stadt, Hans-Bernd Reuschenbach legt zufrieden die Füße hoch. „Geht doch“, freut er sich über eine problemlose Spielstättenbelegung.

Sportlich sind die Oberhausener nicht mehr aufzuhalten. Das KTTO, das schon in alle Pläne eingeweiht war, konnte Fabian Hambüchen frühzeitig überzeugen im neuen Ingendorn-Dome seine Zelte aufzuschlagen. Mit ihm und einem seit März täglich in geheimen Programmen geförderten Michael Donsbach gelingt mit spielerischer Leichtigkeit der Sprung in die erste Bundesliga.

Hans-Günter Bruns verstärkt sein Trainerteam bei der Arminia in der Oberliga mit Markus Kaya und Dimitrios Pappas. RWO startet mit einem 5:0 über scheinbar gedopte Essener in die Saison. Das Stadion ist ausverkauft. NBO freut sich über die Rückkehr von Birte Thimm und Sarah Zierhut. Alle legen einen unnachahmlichen Saisonstart hin, ehe es Ende Dezember in die Winterpause geht.

Ob es im Jahr 2016 so erfolgreich weitergeht, verraten wir in genau zwölf Monaten.