NBO mit unerklärlichem Einbruch

Komplett enttäuschte Gesichter auf der NBO-Bank kurz vor dem Ende der Partie gegen Rhein-Main.
Komplett enttäuschte Gesichter auf der NBO-Bank kurz vor dem Ende der Partie gegen Rhein-Main.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bundesliga-Basketballerinnen verlieren das so wichtige Kellerduell gegen Rhein-Main trotz gutem Start erschreckend deutlich mit 59:82.

Nun ist es passiert. Nach der überraschend deutlichen 59:82 (30:48)-Niederlage gegen den direkten Rivalen Rhein-Main Baskets rutschten die Bundesliga-Basketballerinnen von evo NBO auf einen Abstiegsplatz ab. Fünf Spieltage vor Schluss ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt deutlich gesunken, weil diesmal nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Leistung erschreckend war.

Dabei erwischten die Oberhausenerinnen genau den Start, den sie zu brauchen schienen. Zwar eröffneten die Gäste die Partie mit einem Dreier, doch NBO übernahm sofort die Kontrolle. Eine blendend aufgelegte erste Fünf mit Lea Mersch, Jenny Menz, Amber Stokes, Monique Reid und Mimi Hill drückte mächtig aufs Tempo. Mit spektakulären Aktionen hatten sie schnell auch die diesmal mit rund 500 Zuschauern recht gut besuchte Willy-Jürissen-Halle hinter sich, auch wenn nicht alles funktionierte.

Mit 14:4 lag NBO nach gut fünf Minuten in Front. Die Zberch-Schützlinge schienen genau auf dem richtigen Weg, sich den Frust der vergangenen Wochen von der Seele zu werfen. Doch die Verunsicherung sitzt offenbar deutlich tiefer. Eine Auszeit der Gäste und zwei anschließende Dreier reichten aus, um die Heimmannschaft völlig aus dem Tritt zu bringen. Hinzu kam, dass Zberch schon früh Stokes, Mersch und Reid eine Verschnaufpause gönnte. Zu früh, wie sich herausstellte, denn die Hessinnen merkten plötzlich, dass hier tatsächlich etwas zu holen ist.

War Mersch nicht auf dem Feld, wurde die ballführende Oberhausenerin noch unter dem eigenen Korb erfolgreich unter Druck gesetzt. Noch vor dem Ende des ersten Viertels hatten die Gäste so die Führung erobert und das Spiel bereits auf den Kopf gestellt. Zum zweiten Abschnitt hatte Zberch ihre Leistungsträgerinnen wieder aufs Feld beordert, doch die Abwärtsspirale war nicht mehr zu stoppen. Nun war es das erwartete Nervenspiel und dem waren einige NBO-Damen ganz offensichtlich nicht gewachsen. „Ich habe das Gefühl, sie haben burn-out“, hatte Zberch hinterher so recht keine Erklärung für den mentalen Einbruch.

Verteidigung löste sich auf

Während die Gäste nun mit extrem viel Herz spielten, ließ die Körpersprache bei NBO-Leistungsträgerinnen wie Reid mittlerweile stark zu wünschen übrig. Der Esprit der ersten Minuten war komplett verflogen und Rhein-Main nutzte die Gunst der Stunde. Gegen eine sich immer mehr auflösende NBO-Verteidigung spielten sich die Gäste nahezu in einen Rausch und trafen aus allen Lagen. Bis zur 19. Minute zogen sie so auf 25:44 weg, zur Halbzeit war der Rückstand mit 30:48 praktisch kaum noch aufzuholen.

Statistik

„Wenn sie direkt mit ein paar guten Aktionen aus der Kabine kommen, ist noch alles drin“, hatte zumindest Regionalliga-Coach Helge Eggers zur Halbzeit die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Und als Stokes 14 Sekunden nach Wiederanpfiff einen Dreier verwandelte, wurde er in seiner Hoffnung bestärkt. Erst recht, als ein weiterer Dreier von Aline Stiller auf 40:52 verkürzte (23.). Nun sank das Niveau auf beiden Seiten, bis zur 26. Minute bestimmten Ballverluste das Spielgeschehen. Bei NBO saßen erneut Mersch, Stokes und Reid auf der Bank, als die Gäste als erste aus ihrem Leistungsloch fanden und mit neun Zählern in Folge wieder für klare Verhältnisse sorgten.

Wieder mit einer nie aufgebenden Mersch nahmen nun zumindest einige NBO-Damen ebenfalls ihr Herz in beide Hände, doch für eine Aufholjagd war es bereits zu spät. Spätestens in der 33. Minute machten die Gäste den Deckel auf die Partie, als die überragende Anna-Lisa Rexroth nach guter NBO-Verteidigung in der letzten Sekunde des Angriffs einen Dreier zum 53:71 verwandelte. Der letzte Widerstand war gebrochen, nur noch wenige Oberhausenerinnen wehrten sich bis zum Schluss, das mit einer bösen Klatsche und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz endete.