NBO mit einem Lebenszeichen

Mit Chrissy Krick (Foto) und Amber Stokes verletzten sich gleich zwei NBO-Spielerinnen.
Mit Chrissy Krick (Foto) und Amber Stokes verletzten sich gleich zwei NBO-Spielerinnen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Bundesliga-Damen zeigten gegen den übermächtigen TSV Wasserburg eine engagierte Leistung, die Mut für den fast aussichtsklosen Abstiegskampf macht.

Die Gefühlslage unmittelbar nach der Schlusssirene war äußerst zwiespältig. Die Basketballerinnen von evo NBO bedankten sich mit einem Lächeln von ihren zufriedenen Zuschauern, echte Freude kam aber nicht auf. Die Oberhausenerinnen hatten sich nicht unerwartet gegen den übermächtigen Gegner TSV Wasserburg im Vergleich zu den Vorwochen enorm gesteigert, am Ende standen sie nach dem 70:79 (38:40) dennoch mit leeren Händen da.

Da kurz zuvor die Rhein-Main Baskets in Chemnitz gewonnen hatten, ist der erste Nichtabstiegsplatz für NBO nun schon zwei Siege entfernt – bei nur noch drei ausstehenden Spielen. Dazu verletzte Wasserburgs Sheylani Peddy mit Amber Stokes und Christina Krick gleich zwei NBO-Spielerinnen dermaßen, dass sie das Ende des Spiels im Krankenhaus verbrachten und ein Einsatz für den Rest der Saison fraglich ist.

Dennoch haben sich die NBO-Damen noch nicht aufgegeben. Das hat mit der Art und Weise der Niederlage am Samstag zu tun. Denn abgesehen von den fehlenden Punkten hat sich das Team endlich wieder als Einheit präsentiert. „Es ist noch nicht alles verloren“, zeigte sich Trainerin Katja Zberch nach dem Spiel weiter kämpferisch, weil ihr die Leistung des Teams Mut gemacht hatte. „Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht, alleine von der Einstellung her. Das müssen wir jetzt in die nächsten Spiele mitnehmen.“

Wäre da nicht die Tabellensituation, hätten Mannschaft und Zuschauer nach der Partie völlig zufrieden den Samstagabend genießen können. Doch so dachten viele noch an die eine oder andere missglückte Aktion in den vergangenen 40 Spielminuten, die eine Sensation schließlich verhinderte. Das war jedoch müßig, da sich die Fehler in Grenzen hielten und ein Sieg nüchtern betrachtet nur kurz in der Luft lag.

Anders als in den Vorwochen zeigten die Oberhausenerinnen aber von Beginn an eine positivere Körpersprache. Allen voran die zuletzt gescholtene Monique Reid. Die Amerikanerin eröffnete mit einem Dreier nach 14 Sekunden die Partie und gab damit das Zeichen, sich dem scheinbar übermächtigen Gegner nicht kampflos ergeben zu wollen. Die mit acht Profis angereisten Wasserburgerinnen hielten sich in der Verteidigung merklich zurück, nutzten in der Offensive jedoch ihre individuelle Überlegenheit eiskalt aus.

Bis Mitte des ersten Viertels hielt NBO mit den gut aufgelegten Stokes und Reid zum 11:11 dagegen, danach war es immer wieder die 1,95 m große Slowakin Anna Jurcenkova, die ihre Größenvorteile unter dem Korb ausspielte. Zum Ende des Viertels stand es 18:24 und als Lea Mersch danach ihre einzige Verschnaufpause im Spiel bekam, schien Wasserburg das Spiel früh entscheiden zu können. Vier Minuten lang gelang NBO lediglich ein Dreier von Mimi Hill, während die Bayern beinahe traumhaft sicher trafen und auf 21:35 davon zogen.

NBO wollte sich an diesem Abend jedoch nicht kampflos ergeben und mit der Unterstützung der rund 300 Zuschauer knabberten sie den Rückstand bis zur Halbzeit mit einer Energieleistung fast gänzlich wieder auf. Die Pause änderte daran nichts und in der 23. Minute glich Stokes gar zum 42:42 aus. Mehr gelang jedoch nicht. Die auch ohne Topscorerin Emma Cannon glänzend besetzte Center-Riege der Gäste nahm das Heft wieder in die Hand und zog mit zehn Punkten in Folge innerhalb von zwei Minuten erneut davon.

Kurz darauf das verletzungsbedingte Ausscheiden von Stokes, das für NBO womöglich noch schmerzhafter als die Niederlage ist. Aber auch jetzt wollte sich noch niemand bei den Gastgeberinnen aufgeben, die erneut heran kamen. Beim Stand von 53:58 ging es ins letzte Viertel und Zberch schickte eine rein deutsche Formation aufs Feld, der anzumerken war, dass sie ihre Chance witterte. Doch das führte zu überhasteten Aktionen, die Wasserburg wieder auf 55:66 (33.) davon ziehen ließen.

NBO bot weiter Paroli, am Rückstand änderte sich aber nichts mehr, da Wasserburg nun wieder gnadenlos jeden kleinsten NBO-Fehler ausnutzte. Als Peddy gut zwei Minuten vor dem Ende Krick auf den Fuß trat, die daraufhin ebenfalls ins Krankenhaus befördert wurde, war die Hoffnung auf zwei nicht eingeplante Punkte bereits dahin.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Leistung Kraft für die wichtige Partie nächsten Samstag in Bad Aibling gegeben hat.