Mehr Konstanz auch unter Druck

Ein Beispiel für gewissenhafte Arbeit in Drucksituationen. Ob zu Beginn oder am Ende, das Spitzendoppel der Zwölfer mit Christian Strack und Genia Milchin verlor bisher kein Spiel.
Ein Beispiel für gewissenhafte Arbeit in Drucksituationen. Ob zu Beginn oder am Ende, das Spitzendoppel der Zwölfer mit Christian Strack und Genia Milchin verlor bisher kein Spiel.
Foto: Frank Oppitz
Was wir bereits wissen
Buschhausener Regionalligist hat in der Hinserie Schwächen offenbart. Besonders wenn es eng wurde, fehlten den Zwölfern entscheidende Punkte.

Auf den ersten Blick müssten sie Zwölfer eigentlich ein ziemlich wunschloses Weihnachtsfest gefeiert haben. Auf den zweiten Blick wird aber klar, dass es beim Tischtennis Regionalligisten durchaus Raum für gute Vorsätze im neuen Jahr gibt.

Die Mannschaft steht aktuell auf Rang drei der Tabelle. Die Hinrunde ist gespielt, der Abstand zum Tabellenführer aus Bad Hamm beträgt aber schon fünf Punkte. In dieser Saison wollte Buschhausen eigentlich um die Meisterschaft mitspielen, dass der Kader auf sieben Spieler aufgestockt wurde, sollte Flexibilität garantieren und die Verpflichtung von Christian Franzel als Trainer entlastete auch die Arbeit von Teamchef Michael Lange. Es lief aber nicht wie gewünscht, den souveränen Auftaktsiegen gegen Ronsdorf (9:3) und in Uerdingen (9:1) folgte die erste Niederlage der Saison. Das 6:9 zuhause gegen Bad Hamm eigentlich zu verkraften, doch es hinterließ Kratzer im Team. Die Buschhauener standen mit dem Rücken zur Wand, lagen 2:6 zurück, ehe die Zuschauer gemeinsam mit Sebastian Frintrop mit einem 3:0 die Aufholjagd einläuteten. Strack gewann, Milchin gewann – plötzlich nur noch einen Punkt hinten und die Chance das Spiel zu drehen. Doch die Mitte gab zwei Punkte ab und der Spitzenreiter setzte sich schließlich durch.

Die Mannschaft hatte ihre Abgeklärtheit der Vorjahre verloren. Dem Druck, den sich die Mannschaft auferlegt hatte, konnte sie in dieser Phase nicht standhalten. Es folgte ein echter Tiefpunkt. Die Zwölfer kamen in Velbert unter die Räder. Trotz einer 2:1-Führung waren die Buschhausener in den Einzeln völlig von der Rolle. Als Genia Milchin und Christian Strack zum 2:3 verloren, scheiterte der Rest unter dem Druck. „Das war unterirdisch“, fand Lange nach der Partie klare Worte. Nach dem Tiefpunkt sollte es gegen Lampertheim bergauf gehen, doch die Verunsicherung war der Mannschaft noch deutlich anzumerken. Zur ungewöhnlichen Spielzeit am Sonntagmittag dauerte es einige Zeit, bis die Gastgeber ins Rollen kamen. Eine tolle Aufholjagd retteten Milchin und Strack zum Remis. Neuzugang Andreas Konzer, der nach durchwachsener Vorbereitung nicht fit genug war, hätte sogar die Weichen auf Sieg stellen können, verlor aber im fünften Satz.

Es folgten die Bezirksmeisterschaften, Zeit sich wieder etwas Selbstvertrauen zu holen. Besonders Milchin, Franzel und Freitag genossen es, mal ohne den Druck für eine Mannschaft zu spielen, an die Platte zu gehen. Milchin setzte sich die Krone auf, Franzel und Freitag landeten auf Rang drei. Auch für die Verantwortlichen war Zeit sich zu sammeln und zu hinterfragen.

Unterstützung stimmte

Gegen Bönen sollte mal wieder ein Sieg her, besonders weil die eigene Halle bei Heimspielen trotz der zum Teil durchwachsenen Leistung ordentlich gefüllt blieb. Es folgte ein 9:5-Erfolg und Rehabilitation nach den drei sieglosen Spielen. Gegen Schlusslicht Brühl-Vochem sollte jetzt natürlich eine neue Serie gestartet werden. Dem 3:0 nach den Doppeln folgten überraschende Niederlagen von Strack und Milchin. Diesmal zeigte die Mannschaft aber ihren Zusammenhalt und Sprang in die Bresche. Sechs Spiele wurden in Serie gewonnen, ein klarer Sieg schnell eingetütet, ehe nun eine dreiwöchige Pause auf die Mannschaft wartete. Die Pause tat nicht gut, Buschhausen verlor durch einen völlig uninspirierten Auftritt bei Bergneustadt mit 3:9. In Wuppertal tags darauf stimmte die Einstellung und Leistung plötzlich. Mit 9:5 wurde letztlich der dritte Platz in der Tabelle gefestigt.

Für die Buschhausener ist das Thema Meisterschaft bereits früh zu den Akten gelegt worden. Es fehlt einfach an Konstanz und an der Ruhe in Drucksituationen. Während Christian Strack und Bartosz Surzyn klasse Hinserien gespielt haben, hakt bei den anderen der Motor. Milchin lässt sich manchmal von den Niederlagen gegen das Spitzenbrett des Gegners auch für seine Aufgabe gegen die Nummer zwei aus dem Konzept bringen. Jonas Franzel und Paul Freitag in der Mitte mühen sich regelmäßig gegen die Nummer vier des Gegners. „Paul war nicht fit, ihn nehme ich da aus der Schuld“, stellt Lange trotz 0:3-Bilanz gegen die gegnerische Vier klar. Ähnlich ist die Situation bei Sebastian Frintrop. Kann er gegen die Spieler an der Fünf noch punkten, steht er erfolglos im direkten Duell gegen andere Sechser der Liga. In einer engen Begegnung kann das über Unentschieden oder Sieg entscheiden, da auf das anschließende Spitzendoppel Strack und Milchin (10:0) Verlass ist.

Die Pause war kurz, die Vorbereitung dementsprechend auch, dafür aber intensiv und zielgerichtet. Michael Lange und Christian Strack wissen, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss. Außerdem könnte der klasse spielende Nachwuchs um Kai Schlowinsky und Björn Bode schon bald Regionalligaluft schnuppern. Denn auch wenn die erste Mannschaft als Zugpferd, das erste Mal eine Verschnaufpause einlegt, die Jugend drängt auf einen Auftritt in der Sporthalle an der Lindnerstraße.