Lebenszeichen vom SSB

Der damals noch vollständige SSB-Vorstand nach den Wahlen am 17. April 2012
Der damals noch vollständige SSB-Vorstand nach den Wahlen am 17. April 2012
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In einer Stellungnahme zur aktuellen Situation wehrt sich der SSB gegen alle Vorwürfe. BSO-Vorsitzender Jörn Derißen nimmt wiederum dazu Stellung.

Die Diskussion über die Arbeit des Stadtsportbundes nach dem Rücktritt von Vize-Präsidentin Heike Veenhuis Anfang Dezember geht in die nächste Runde. Erstmals nimmt der SSB in einem ausschließlich an die Oberhausener Vereine gerichteten Schreiben, das dieser Zeitung jedoch vorliegt, konkret Stellung zum Rücktritt und den in einigen Leserbriefen dieser Zeitung danach aufgekommenden Vorwürfen.

Sozusagen im direkten Gegenzug nahm der frühere SSB-Vizepräsident und Vorsitzende des Behindertensport Oberhausen, Jörn Derißen, wiederum dazu Stellung, da er von SSB-Seite namentlich erwähnt wurde.

In der „Stellungnahme des Präsidiums zur aktuellen Situation im SSB Oberhausen“ wird zunächst ausgeführt, dass der Rücktritt von Veenhuis den „Stadtsportbund nicht wesentlich geschwächt“ hat. „Wesentlich einschneidender“ sei der krankheitsbedingte Rücktritt von Geschäftsführer Olaf Böhler im Juni 2014 gewesen, der „zu einer erheblichen Mehrbelastung anderer Mitglieder des SSB-Präsidiums führte.“ Eine Veranlassung, Neuwahlen durchzuführen, sieht der SSB „aufgrund unserer Satzung“ nicht.

Danach wundert sich der SSB über das „nicht für möglich gehaltene Medien-Echo“, das seiner Ansicht nach so groß wie beim Rücktritt des Oberbürgermeisters gewesen sei, und nimmt zu einigen Leserbriefen in dieser Zeitung Stellung. So wird in Bezug auf die nicht abgerufenen Finanzmittel des LSB erklärt, dass diese nur bei Beschäftigung eines hauptamtlichen Geschäftsführers gewährt würden.

Der Vorwurf, bei Veranstaltungen in der Sport- und Freizeitanlage an der Lindnerstraße keine Stromkosten von den Veranstaltern zu verlangen, erklärt der SSB damit, dass auch er dort keine Wasser- und Stromkosten entrichtet.

Zur vielfach kritisierten Entscheidung, bei der Mitgliederversammlung im April 2014 dem Gehörlosen-Sportverein einen Gebärdendolmetscher verweigert zu haben, steht der SSB weiterhin. Allerdings soll bei der nächsten Mitgliederversammlung die Frage der Kostenübernahme als Tagesordnungspunkt aufgenommen werden, wenn es nicht bis dahin ohnehin eine gesetzliche Maßgabe ist.

„Die uns von dem genannten Personenkreis in den zahlreichen Presseveröffentlichungen vorgeworfenen Versäumnisse waren und sind unzutreffend und falsch. Diese unwahren Vorwürfe sind unseres Erachtens in erster Linie persönlich motiviert“, schließt der SSB seine Stellungnahme.

Derißen mit Antwort

In seiner ebenfalls dieser Zeitung vorliegenden Antwort wehrt sich Derißen dagegen, die Unwahrheit gesagt haben zu sollen. „Ich erwarte vom Präsidium umgehend eine Entschuldigung und fordere sie gleichzeitig zur Unterlassung dergleichen Äußerungen auf“, so der BSO-Vorsitzende.

Zuvor unterstrich er seinen Standpunkt, dass der SSB nicht genügend Fördergelder für die Oberhausener Vereine beansprucht. Dabei weist er auf die zahlreichen Projekttöpfe des LSB für Vereine hin, um die sich ab einer gewissen Größe aber nur der SSB kümmern kann. Wie etwa in dem momentan sehr aktuellen Bereich „Sportangebot für Flüchtlinge“.

Derißen wirft dem SSB auch hier vor, durch Untätigkeit eine Chance zu verpassen. „Wir benachteiligen uns nicht mit dem, was wir tun, sondern mit dem, was wir nicht tun“, so Derißen.