KTTO hat noch viel vor

Matthias Bramkamp ist zuverlässiger Sechskämpfer beim KTTO.
Matthias Bramkamp ist zuverlässiger Sechskämpfer beim KTTO.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Kunstturn-Zweitligist plant für die kommenden Jahre seinen Sport noch populärer zu machen und setzt auf die nächste Generation.

Die Wettkampfsaison der Oberhausener Kunstturner ist beendet. „Prima“, freut sich Trainer Siegfried Ingendorn darauf, in den Wintermonaten im Hallentraining neue Elemente einzuüben. „Gut“, sagt auch Sydnee Ingendorn, Abteilungsleiter des Zweitligisten KTTO im TC 69, und nimmt sich die Zeit für eine Rückschau mit Ausblick.

Platz drei stand für das KTTO mal wieder am Ende einer Zweitligasaison. „Wir sind zufrieden. Die Klasse war sehr ausgeglichen, es gab keine hohen Ergebnisse. Lediglich Meister und Aufsteiger Heidelberg war ein bisschen besser als der Rest.“ Schlüssel für gutes Abschneiden war die Fehlerquote. In den spannenden Wettkämpfen, gerade in der Böll-Halle, setzten sich immer die sicheren Turner durch. „Fehler werden einfach hart bestraft“, weiß Sydnee Ingendorn.

Von Verletzungspech, anders als in der Vorsaison, blieb sein Team bis auf Andree Röhse und zeitweise Andre Sauerborn verschont. Matthias Bramkamp und Sauerborn bilden nach wie vor das Gerüst des Teams, haben mit ihrer Routine die Jungen mitgenommen und überwiegend zuverlässig gepunktet. Sicher und hochklassig, ja: Aber wie auch bei Mirco Osting sind von den bewährten Kräften keine großen Sprünge mehr zu erwarten.

Dies ist in nächster Zukunft wohl noch am ehesten bei Kai Berner möglich. Doch da der wie Osting in Köln studiert und meist dort trainiert, sieht sich Cheftrainer Siegfried Ingendorn ein wenig hintenan. „Da kann ich nicht eingreifen, wenn geschludert wird.“ Ändern kann er dies gleichwohl nicht, wahrscheinlich auch nicht, dass Sauerborn das Training wegen seines Berufes etwas reduzieren muss.

„So ist wichtig, was hinten dran ist“, sagt Sydnee Ingendorn. Damit meint er die nächste Generation aus der Oberhausener Turnschmiede. Das größte Talent Michael Donsbeck kann altersbedingt erst 2016 in der Liga eingesetzt werden. Eher dran sind schon Luca Padalewski, Timo Balk oder Jacob Guthke. Die sollen sich im Winter jetzt vor allem an einigen Geräten verbessern. Dann steht schon die U 18-Landesliga mit vier Wettkämpfen für sie an.

Die finanzielle Unterstützung des Aquaparks ist für zwei Jahre fix, so dass sich das Trainergespann Ingendorn Gedanken über die Verpflichtung eines starken deutschen Turners macht. Was schwer ist, da die in der Bundesliga auch an Vier mehr verdienen als in der Zweiten Liga. Sydnee Ingendorn steht in Kontakt zu einem Athleten aus Frankfurt. „Wir brauchen eigentlich keinen Sechskämpfer, sondern jemanden, der an unseren schwächeren Geräten oben punktet“, hat er ein klares Profil. Sydnee Ingendorn will keinen Star, sondern einen Teamspieler, der bereit steht, wenn einer der ersten Vier ausfallen sollte. Denn die Talente an fünf oder sechs brauchen noch Zeit, um in der Zweiten Liga sicher punkten zu können.

Holländer weiter dabei

Weiter Bestand hat auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Leistungszentrum, aus dem Karl Kostka, Jorian Ilbrink oder Bram Verhofstaad in der abgelaufenen Saison für große Klasse und immer sauber ausgeführte Übungen gesorgt haben. Dieses Trio sollte auch in der nächsten Saison einsetzbar sein. Wie letztlich die personelle Konstellation auch aussehen mag, ob die Truppe gesund durch die Runde kommt: Ein Saisonziel lässt sich kaum ausgeben. „Mit Glück wird man Meister, mit Pech eben wieder nur Zweiter oder Dritter“, sagt Sydnee Ingendorn. Sein Vater wird schon eindeutig: „Wir wollen Meister werden.“ Ob das dann in einem eventuellen Aufstiegskampf zum Sprung in die Erste Liga reichen würde, steht nochmals auf einem anderen Blatt.

Die neue Zweite Liga wird auf jeden Fall eine der etwas kürzeren Wege. Heidelberg ist aufgestiegen, Karlsruhe wieder dem Süden zugeordnet. Dafür kommt die KTV Siegerland wieder herunter. Aufsteiger sind Bochum und NTT Vinnhorst (bei Hannover). „Vor allem auf das Derby gegen Bochum freue ich mich jetzt schon, sagt Sydnee Ingendorn. „Wenn wir einen Heimkampf bekommen, wird die Halle kochen.“ Das tat sie bei den vier Heimauftritten der KTTO-Riege mit je rund 350 Zuschauern schon jetzt. Gegen Bochum könnte ein Zuschauerrekord drin sein.

„Wir werden versuchen, Turnen in Oberhausen weiter populär zu machen. Wir werden es weiter aus der angestaubten Ecke herausholen, wir bieten Spitzensport und Unterhaltung“, setzt Sydnee Ingendorn auch auf mehr Medienpräsenz seines Teams. Die sah er zuletzt, auch wegen des Fernseh-Auftritts von Donsbach bei ,Klein gegen Groß’ schon auf einem guten Weg. „Aber wir werden weiter dran arbeiten“, verspricht er.