„Kobra“ lässt Blau-Weiß jubeln

Den Blau-Weißen ist genau das gelungen, was sie sich vor dem Spitzenspiel in Buchholz vorgenommen hatten: Der Tabellenführer wollte beim Zweiten zumindest nicht verlieren, um den Verfolger somit auf Abstand vor den restlichen vier Begegnungen zu halten. Deshalb können die Liricher mit dem 2:2 (1:1)-Unentschieden auch wesentlich besser leben, als die Viktoria, die weiterhin fünf Punkte Rückstand auf BWO aufweist.

„Ich bin unheimlich stolz auf meine Spieler. Wir haben einige Angeschlagene dabei, die auf dem Zahnfleisch gehen. Was meine Jungs in den letzten Wochen und auch hier wieder gezeigt haben, ist aller Ehren wert“, war Thorsten Möllmann voll des Lobes für seine Schützlinge. Die 94 Minuten zuvor auf dem Karl-Dölzig-Platz in Duisburg waren für ihn und seine Mannschaft ein Wechselbad der Gefühle.

Nach der frühen, verdienten Führung durch Ümit Ertural (13.) schien der Spitzenreiter auf der Siegerstraße. Oliver Nözel (4.) und David Möllmann (9.) hatten zuvor dicke Gelegenheiten liegen gelassen. Doch nach der Führung riss bei den Gästen der Faden und die Viktoria fand besser ins Spiel. Durch ihre schnellen Offensivspieler war sie über die Außen stets brandgefährlich. Fast im Gegenzug hätten die Duisburger ausgeglichen (14.). Auch bei Ricardo Lenz’ Rettungsaktion auf der Linie (28.) und zwei starken Paraden des BWO-Torhüters Efe Özkan (34.) lag das 1:1 in der Luft.

Das fiel zwei Zeigerumdrehungen später nach einem Elfmeterpfiff des Unparteiischen, der aber zunächst mit seiner Entscheidung zögerte. Ob berechtigt oder nicht – der Ausgleich für die Hausherren war zu diesem Zeitpunkt verdient. So stand es leistungsgerecht 1:1 zur Pause. Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte BWO wieder mehr Ruhe in die Partie. Mit zunehmender Spielzeit übte Buchholz mehr und mehr Druck aus, sie mussten ja schließlich kommen. In der 72. Minute stand das Duisburger Publikum Kopf, als Sebastian Schröder die Führung erzielte. Sein Kopfball schien nicht unhaltbar, aber Özkan war ansonsten wieder überragend. Nun war Blau-Weiß wieder gefordert. Möllmann bewies ein glückliches Händchen und brachte Klaus-Peter Müller. Die „Kobra“ erzielte elf Minuten vor dem Ende den wichtigen 2:2-Ausgleichstreffer und sorgte für Riesen-Jubel unter den mitgereisten Liricher Anhängern. Nach dem Schlusspfiff wurde es turbulent, als Elvis-Prince Grohmann von den Duisburgern rassistisch beleidigt wurde. Möllmann tat das einzig Richtige und nahm seine Schützlinge beiseite. Und den Punkt gerne mit.