Kevin Bongers hängt die Schuhe an den Nagel

In der Bezirksliga spielte er mit SuS, hier gegen Ramazan Alakazli (Safak) und wurde 2009 Stadtmeister.
In der Bezirksliga spielte er mit SuS, hier gegen Ramazan Alakazli (Safak) und wurde 2009 Stadtmeister.
Foto: Ulla Emig WAZFOTOPOOL
Was wir bereits wissen
Der vielseitige Kicker aus Oberhausen muss seine aktive Laufbahn wegen eines Mittelfußbruches früh beenden.

Sein Tor vor gut vier Wochen zum 2:3-Endstand für den VfB Speldorf bei seinem Ex-Klub Arminia Klosterhardt war sein vorerst letztes. Kevin Bongers, muss seine aktive Laufbahn schon mit 26 Jahren beenden. Einen Tag nach diesem Spiel war der Feuerwehrmann auf dem Weg zur Wache, stieg aus dem Auto, als es plötzlich ‚Knack‘ machte. Die Kollegen schickten ihn umgehend ins Krankenhaus, wo die für Bongers schockierende Diagnose ermittelt wurde: Mittelfußbruch.

„Ich war fix und alle, hatte Tränen in den Augen, weil ich erst im April bei der Feuerwehr begonnen hatte. Da ist ein Traum für mich wahr geworden und plötzlich war alles in Gefahr“, erzählt Bongers offen, der im kommenden Monat seinen 27. Geburtstag feiert. Sein Arbeitgeber hielt aber zu ihm, setzt ihn weiter zu den Theoriestunden ein, damit er den Anschluss nicht verliert. Ob dieser aber noch ein zweites Mal so kulant reagieren würde, weiß man nicht und deshalb entschied er sich verständlicherweise gegen den Fußball und für die berufliche Zukunft. „Zumal ich ja noch kein Beamter auf Lebenszeit bin. Dies kann bekanntlich erst nach fünf Jahren geschehen“, weiß Bongers.

Stadtmeister mit SuS 21

Im Uhlandviertel aufgewachsen, spielte Bongers in der Jugend für die in der Gegend ansässigen Vereine SC 20 und TB Oberhausen. 2006 spielte er beim Spielclub unter Trainer Michael Schneider sein erstes Seniorenjahr in der Kreisliga A. Ein Jahr später wechselte er zum Bezirksligisten SuS 21, mit dem er 2009 Stadtmeister wurde. Zwei Jahre später, nachdem er mit „Schleuse“ aus der Bezirksliga abstieg, wechselte er zum Landesligisten Arminia Klosterhardt. „Eine geile Zeit, auch wenn es nur für ein Jahr war“, erinnert sich der noch 26-jährige. 2012 folgte er dem Angebot des Oberligisten VfB Homberg, ehe ihn es ein Jahr später zu dem von Georg Mewes trainierten SV Hönnepel-Niedermörmter zog. Mit den „Bullen“ stieg er 2014 sportlich sensationell in die Regionalliga auf, der Verein nahm dann aber bekanntlich mangels Strukturen vom Aufstieg Abstand. „Ein absolut geile Saison. Das war einfach nur überragend“, gerät Bongers heute noch ins Schwärmen.

In der vergangenen Winterpause ging er zum klassentieferen VfB Speldorf, für den er aber nicht lange spielen konnte – eben nur bis zu der angesprochenen Auswärtsbegegnung in Klosterhardt. Aktiv wird man ihn nicht mehr sehen, aber dem Fußball gänzlich den Rücken kehren, kann er nicht. „Ich könnte mir vorstellen meinen Trainerschein zu machen und vielleicht auch erstmal irgendwo als Co-Trainer anzufangen. Erfahrung bringe ich genügend mit“, sagt der Mittelfeldspieler, der aber auch dafür bekannt war, flexibel einsetzbar gewesen zu sein. Vielleicht bald auch als Trainer. Dem sympathischen und talentierten jungen Mann, dessen aktive Laufbahn früh zu Ende ging, wäre es zu wünschen. Eine Bereicherung wäre er allemal.