Keusgen freut sich auf neue Herausforderung

Blumen für den scheidenden Coach Ole Keusgen vor dem Spiel.
Blumen für den scheidenden Coach Ole Keusgen vor dem Spiel.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach zehn Jahren als Trainer beim OTHC bricht Ole Keusgen im Sommer seine Zelte in Deutschland ab und wird vermutlich Coach in den USA.

Der Blumenstrauß vor dem Spiel war eher symbolischer Natur. Die richtige Abschiedsparty folgt noch in dieser Woche und da dürfte es wie bei den Hockeyern üblich hoch hergehen. Anders als nach sportlichen Erfolgen wird diesmal aber auch eine Menge Wehmut dabei sein. Denn Hockey-Regionalligist OTHC muss sich von seinem Trainer Ole Keusgen verabschieden, der nach einem Jahrzehnt an der Arenastraße einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Wir sprachen nach seinem letzten Spiel als OTHC-Coach mit dem amtierenden Europapokalsieger mit Uhlenhorst Mülheim über seine Pläne.

Das Kapitel OTHC ist jetzt Geschichte. Traurig?

Nein, wieso? Es hat hier immer Spaß gemacht und ich werde mit den Jungs ja auch in Kontakt bleiben. Zunächst aber werde ich mich Mittwoch noch von ihnen verabschieden, da ich heute noch selber ein Vorbereitungsspiel bestreiten muss.

Wie lange waren Sie eigentlich insgesamt beim OTHC?

Ich habe schon mit 17, also vor zehn Jahren, hier eine Jugendmannschaft trainiert und danach auch bei den Herren als Co-Trainer mitgewirkt. Mit 21 dann habe ich die erste Mannschaft übernommen.

Sie kommen aus Gelsenkirchen, wie kam der Kontakt nach Oberhausen zustande?

Ich habe ja schon als Jugendlicher in Uhlenhorst gespielt und da gibt es eine Menge Kontakte zum OTHC, die damals einen Jugendtrainer suchten.

In Uhlenhorst spielen Sie immer noch. Nach der Bundesliga-Saison ist da aber auch Schluss.

Das ist richtig. Im Moment ist Pause wegen des Olympia-Qualifikationsturniers der Nationalmannschaft in Argentinien. Danach stehen noch vier Spiele der Rückrunde an. Momentan haben wir einen Punkt Rückstand auf Platz vier, auf dem wir direkt für das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft qualifiziert wären. Noch ist alles möglich und natürlich würde ich mich gerne als deutscher Feldhockeymeister verabschieden.

OTHC - DSC 1:2 (0:0)

Wie lange ist dieser Abschied schon geplant?

Vor etwa drei Jahren habe ich mich damit schon mal befasst und vor zwei Jahren ist es konkreter geworden.

Wohin genau soll es denn gehen?

Das ist momentan noch offen. Ich habe die Option nach Australien oder Neuseeland zu gehen oder aber in die USA.

Als Hockeyspieler?

In Australien oder Neuseeland in der Tat als Spieler. In den USA wäre es anders. Da gibt es die Möglichkeit, als College-Trainer zu arbeiten.

Sind da deutsche Trainer so gefragt?

Das ist von den Strukturen her ganz anders als hier. Das kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen. Das ist noch am ehesten mit der Fußball-Bundesliga hier zu vergleichen. In den USA ist jede Uni dazu verpflichtet, das Geld, das sie für Football ausgeben, auch in jede andere Sportart zu stecken. Entsprechend professionell sind die Strukturen. Da hat jedes Team mehrere Trainer, die sich nur um bestimmte Teilbereiche wie Offensive oder Defensive kümmern.

Hört sich spannend an. Und seinen Lebensunterhalt kann man damit auch verdienen?

Mehr als das. Es ist wie gesagt sehr professionell dort. Ich würde auch sehr schnell ein Visum erhalten und so Sachen wie Wohnung, Auto oder Laptop werden von der Uni gestellt.

Das hört sich schon bisschen so an, als würden Sie die USA bevorzugen.

Die Tendenz geht da hin, das stimmt. Es ist insgesamt der etwas sicherere Weg. Außerdem war ich schon dort und es hat mir sehr gut gefallen.

Wenn es mehr Angebote gibt. Eher West- oder Ostküste?

Es gibt durchaus mehrere Möglichkeiten. Und Ostküste ist schon richtig. Das könnte ich mir gut vorstellen.

Setzen Sie sich ein Zeitfenster, wie lange Sie dort bleiben?

Überhaupt nicht. Ich kann mir gut vorstellen, das über mehrere Jahre zu machen. Das hängt von verschiedenen Dingen ab, das lasse ich auf mich zukommen.

Was sagt denn Ihre Familie dazu?

Die ist natürlich zwiegespalten. Einerseits freuen sie sich für mich, andererseits sind sie natürlich auch etwas traurig. Aber ich bin ja nicht aus der Welt und besuchen können sie mich ja auch.

Und wann geht’s los?

Zuerst muss ja noch die Saison zu Ende gespielt und so einiges organisiert werden. Aber im August sollte es so weit sein.