Keine Zeit zum Zurücklehnen

Dennis Harm und der SC Blau-Weiß wollen den Aufstieg schaffen – Maurice Akjeebo und Lokalnachbar Arminia Lirich wollen mit großem Kampf die Klasse halten.
Dennis Harm und der SC Blau-Weiß wollen den Aufstieg schaffen – Maurice Akjeebo und Lokalnachbar Arminia Lirich wollen mit großem Kampf die Klasse halten.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Alstaden, Lirich, Concordia und Klosterhardt II müssen definitiv bangen, oder eine gute Rückserie hinlegen. Blau-Weiß will die Spitze verteidigen.

Fvg. SW Alstaden 09/36: Dass eine schwierige Saison auf die Kuhle-Kicker warten würde, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Aber der vorletzte Platz und zehn mickrige Pünktchen sind dann doch schon sehr enttäuschend. Das rettende Ufer ist außerhalb der Sichtweite geraten – elf Punkte trennen die Alstadener von Platz elf, das ziemlich miserable Torverhältnis ist praktisch sogar der zwölfte noch fehlende Zähler. Der Verein hat nun auch die letzte Möglichkeit ausgeschöpft und sich vom langjährigen Erfolgstrainer Guido Contrino getrennt. Neuer Mann an der Linie wird der ehemalige Rot-Weiße Kai Timm. Der weiß um die Schwere seiner Aufgabe. Der Abstieg ist im Grunde kaum mehr zu vermeiden – wenn nicht erneut ein Alstadener Wunder wie in der vergangenen Saison passiert. Dazu könnte es Änderungen im Kader geben.

DJK Arminia Lirich: Der Aufsteiger gab sich in seiner ersten Bezirksliga-Saison der Vereinsgeschichte keinen Illusionen hin. Zu Saisonbeginn noch von der Euphoriewelle getragen, sind die Arminen inzwischen auf dem drittletzten Platz bei zehn Punkten Rückstand angekommen. Der 4:3-Derbysieg vor der Winterpause gegen Alstaden lässt zumindest hoffen. Auffällig waren zum einen die mangelnde Chancenverwertung und das Verspielen von komfortablen Führungen. Das kostete einige Zähler, zeigt aber auch, dass die Liricher grundsätzlich nicht chancenlos sind. Am Heinrich-Jochem-Platz behält man trotzdem die Ruhe – auch wenn es erwartungsgemäß wieder eine Liga tiefer gehen sollte.

SV Concordia 66/71: Besser sieht die Situation bei Mitaufsteiger Concordia aus. Zwar rangiert der SVC auf Platz 13, was den Abstieg bedeuten würde, aber das rettende Ufer ist aber gerade einmal drei Punkte entfernt. Der neue Trainer Michael Keiser hat also alle Chancen, mit seinem neuen Klub die Klasse zu halten. Anders als bei den Alstadenern und Lirichern scheint die Mannschaft dazu in der Lage zu sein. Es wird allerdings bis zum Schluss eng bleiben – hoffentlich mit einem guten Ende für die Rot-Weißen.

DJK Arminia Klosterhardt II: Den ersten Nicht-Abstiegsplatz hält aktuell die Arminia-Reserve inne. Nach einem ganz schwachen Saisonstart sind die Arminen zwischenzeitlich besser in Tritt gekommen, ehe die Formkurve wieder nach unten zeigte. Michael Keiser nahm daraufhin seinen Hut. Thomas Natis und Dennis Wydra übernahmen gemeinsam, aber auch nur bis zur Winterpause. Der neue Trainer ist ein alter Bekannter. Guido Contrino war nach seiner Freistellung in Alstaden schnell wieder bereit für etwas Neues und kehrt zu seinem Jugendclub zurück. Die Aussichten auf den Klassenerhalt sind eigentlich gut. In der unbefriedigenden Hinrunde hat das Team, das auch immer mal wieder Verstärkung „von oben“ bekommt, sein Potenzial nicht ausgeschöpft. Die Mannschaft sollte aber auf jeden Fall in der Lage sein, die Klasse zu halten, aber sie muss angesichts von sieben Absteigern aufpassen.

SV Adler Osterfeld: Die Rothebuscher sorgten anfangs – wie vergangene Saison schon – für Furore. Neun Siege aus den ersten neun Partien ließen nicht nur die Konkurrenz staunen. Die unglückliche Niederlage im Spitzenspiel gegen BW Oberhausen (0:2) brach den Rothebusch-Kickern scheinbar das Genick, danach folgten auch überraschende Niederlagen gegen Abstiegskandidaten. Nun ist man trotz Platz fünf froh, dass erst einmal Pause ist. Für den Aufstieg wird es für die Truppe von Udo Hauner nicht reichen. Das war aber auch zu keinem Zeitpunkt das Ziel Aber ein, zwei Plätze könnten die Osterfelder noch nach oben klettern, wenn sie noch einmal einen Lauf erwischen.

SC BW Oberhausen: Es hätte nicht viel gefehlt und die Liricher wären ungeschlagen in die Winterpause gegangen. Aber am letzten Spieltag setzte es eine verdiente 1:4-Niederlage bei den immer besser aufspielenden Sportfreunden aus Hamborn. Die Blau-Weißen liegen immer noch mit sechs Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Aber die Konkurrenten aus Hamborn (Rheinland und SF 07) und Buchholz (und vielleicht ja auch noch aus Osterfeld) schlafen nicht. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, könnte man sicher über Blau-Weiß sagen, das in den vergangenen Jahren mehrmals ganz knapp am Landesliga-Aufstieg scheiterte. Ein Selbstläufer wird die Rückserie aber ganz bestimmt nicht. Sollte es am Ende klappen, wäre es für Trainer Thorsten Möllmann sicherlich auch eine Art Vergangenheitsbewältigung. Mit seinem Namen wird immer noch das Aufstiegsdrama mit dem SC 20 2012 verbunden. Das Potenzial zum Aufstieg hat die Mannschaft zweifelsohne – das bewies die starke Hinrunde.