Keine Spur von Verunsicherung

Alexander Scheelen beim Treffer zum 2:3, den die Rot-Weißen hinterher Robert Fleßers gutschrieben.
Alexander Scheelen beim Treffer zum 2:3, den die Rot-Weißen hinterher Robert Fleßers gutschrieben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vor dem Regionalliga-Derby gegen RW Essen geht bei RWO die Grippe um, dennoch ist Trainer Andreas Zimmermann optimistisch.

Das hatte sich RWO-Trainer Zimmermann vor dem Derby gegen Rot-Weiss Essen anders vorgestellt. Den verletzungsbedingten Ausfall von Patrick Bauder hatte er mittlerweile verdaut, doch am Donnerstag suchte die Grippewelle das Team heim. Schwer wiegt neben den erkrankten Nick Brisevac und Tobias Hötte vor allem der Ausfall von Kapitän Benjamin Weigelt gegen den Namensvetter am Sonntag, 14 Uhr, im Stadion Niederrhein (Sonntag, 14 Uhr). Der Fußballlehrer muss mehr umbauen, als ihm lieb sein kann.

Das gilt zunächst einmal für die Innenverteidigung, wo sich Weigelt zuletzt als großer Stabilisator erwies und das Spiel zudem noch aufbaute. Zimmermann: „Weigelt und Bauder sind die Hauptbaustellen.“ Am wahrscheinlichsten ist, dass Robert Fleßers auf Weigelts Position neben Felix Haas rückt, um damit die Rolle des Abwehrchefs zu übernehmen.

Die Außen sind mit Christoph Caspari und Felix Herzenbruch ziemlich sicher gesetzt. Wobei aber Caspari nach langer Verletzung die fehlende Spielpraxis noch anzumerken ist. Gleichwohl dürfte er dank seiner Bissigkeit gerade für das Derby erste Wahl sein.

Für die Sechser-Positionen besteht ebenfalls Handlungsbedarf, es bleiben dabei so viele Möglichkeiten nicht mehr. Alex Scheelen ist sicher, entscheiden kann sich der Trainer dann zwischen Kevin Krystofiak und Ralf Schneider. Für Krystofiak spricht, dass er diese Formation mit Scheelen aus der U 23 kennt, hinzu kommen sein klares Spiel und seine Kopfballstärke. Weiter hat er, ins kalte Wasser geworfen, vor zwei Jahren in Essen Nervenstärke bewiesen.

Für Schneider spricht Erfahrung, weniger aber effektive Verteidigung. So wäre er durchaus eine Position weiter vorn als Achter denkbar. Dass Raphael Steinmetz diese Position ebenfalls spielen kann, wissen nur noch die allerwenigsten, Essener schon gar nicht. Über all diese Wahlmöglichkeiten hüllt sich Zimmermann vor der Partie logischerweise in Schweigen, Essen hört mit. Aber: „Vorne drückt der Schuh nicht so.“

Auf Stärken besinnen

Angesichts des vollen Essener Kaders könnte Zimmermann mit Schneider statt Gümüssu zur eher vorsichtigeren Startformation neigen. Das würde bedeuten, dass David Jansen einzige Spitze wäre und mit den beiden offensiven Außen Domini Reinert und Patrick Schikowski auf links seine Chancen suchen kann. Reinert dürfte nach dem Ausfall von Brisevac erste Wahl sein. Schikowski sollte, nachdem ihm in der Wattenscheid-Hennef-Analyse wegen pomadigem Spiel der Kopf gewaschen wurde, wieder so weit sein, sich auf seine Stärken zu besinnen: Zwei Gegner umspielen reicht, passen!

Für beide spricht definitiv, dass sie in der Hinrunde die Essener Abwehr ein ums andere Mal ganz schlecht aussehen ließen. Gerade Schikowski lieferte hier eines seiner besten Spiele ab, traf selbst und bereitete hervorragend vor.

Zimmermann betont aber auch: „Wir sind nicht die Spur verunsichert. In solch einem Derby haut sich jeder rein. Jeder, der Sonntag die Chance auf einen Einsatz bekommt, wird alles geben.“ Dem Trainer ist es in seiner Karriere auch des Öfteren passiert, dass ein Team in einer personell bedingten, vermeintlichen Unterlegenheit noch enger zusammenrückt. „Wir sind ja alle nicht erst seit zwei Wochen zusammen. Bei uns gibt es einen großen Zusmamenhalt.“ Und erinnert weiter daran, dass dies beim Gast womöglich noch nicht der Fall sein kann. „Die haben mit ihren Neuzugängen noch eine gehörige Portion Unruhe im Kader. Das wollen wir ausnutzen.“