Katja Zberch übernimmt

Katja Zberch soll der Mannschaft um die zuletzt schwächelnde Mo Reid wieder mehr Selbstvertrauen geben.
Katja Zberch soll der Mannschaft um die zuletzt schwächelnde Mo Reid wieder mehr Selbstvertrauen geben.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Erstligist NBO vertraut nach der Trennung von Trainer Stefan Mienack im Abstiegskampf auf dessen Vorgängerin.

„Das klingt im Sport vielleicht ungewöhnlich, es war aber tatsächlich so“, stellt der 2. Vorsitzende von Damen-Basketball Bundesligist evo NBO, Ralf Höfels, nach der Trennung von Cheftrainer Stefan Mienack klar. „Wir haben uns zusammengesetzt und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste für die Mannschaft und den Verein ist.“ Auf Nachfrage bestätigt Mienack das. „Es muss jetzt ein Ruck durch die Mannschaft gehen und daher ist es wohl das Beste.“ Traurig ist er dennoch: „Ich bin eigentlich gekommen, um zu bleiben.“ Seine Nachfolgerin ist zugleich seine Vorgängerin, Katja Zberch wird von der Rolle des Co-Trainers zurück in die des Headcoaches schlüpfen.

Mit der Trennung von Mienack verliert NBO seinen hauptamtlichen Trainer, der neben der Erstliga-Mannschaft auch die Jugendarbeit vorantreiben sollte. Katja Zberch kann, beruflich bedingt, diese Zeit nicht aufbringen. Für die Zukunft muss also erneut eine neue Lösung gefunden werden. Dass Zberch eine Mannschaft erfolgreich führen kann, bewies sie bereits als Nachfolgerin von Predrag Lukic.

Auch ist die Mannschaft der New Baskets in diesem Jahr ja kein sicherer Absteiger. Mienack hat zu Saisonbeginn eine junge und talentierte Mannschaft zusammengestellt. Dass zuletzt die Rädchen nicht mehr griffen und die Mannschaft auch gegen Chemnitz nicht aus der Niederlagenserie ausbrechen konnte, scheint dann auch den Linienchef nachdenklich gemacht zu haben.

Die Trennung findet dabei zu einem nicht ganz unwichtigen Zeitpunkt statt. Noch steht NBO über dem Strich und hat einen Sieg Vorsprung auf die Rhein-Main Baskets. Sowohl gegen RMB (zuhause) als auch gegen Schlusslicht TuS Bad Aibling (auswärts) spielen die New Baskets noch und haben die Möglichkeit, im direkten Vergleich die nötigen Punkte einzufahren.

Kommentar

Schließlich wurde NBO ja auch in der Vorrunde nicht durchgereicht. Einige Spiele wurden knapp oder unglücklich verloren, Potenzial kann man der Mannschaft nicht absprechen. Die erste Halbzeit im Lokalderby gegen Herne beispielsweise unterstützte den Eindruck. Der langfristige Ausfall von Iva Grbas trug ebenfalls dazu bei, dass die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht wurden.

Als Nachfolger von Mienack kam praktisch nur Zberch in Frage, die bereits in der Vorsaison ihre Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Auf sie kommen jedoch schwere Wochen zu. In noch kürzerer Zeit als in der Vorsaison muss sie den Weg aus der Krise finden. Am kommenden Sonntag in Halle hält sich der Druck noch in Grenzen, dorthin reisen die Oberhausenerinnen als Außenseiterinnen. Eine Woche später jedoch im Heimspiel gegen Rhein-Main, die pikanterweise nahezu zeitgleich mit NBO einen Trainertausch vollzogen, ist ein Sieg bereits Pflicht.

Bis dahin muss die frühere Centerin ihren Spielerinnen wieder neues Selbstvertrauen eingeimpft haben. Das sollte ihr gelingen, zumindest die Leistungsträgerinnen Lea Mersch, Mo Reid und Ramona Tews wissen, dass sie sich blind auf die Weißrussin verlassen können.

Ob Zberch auch eine Option für die kommende Saison darstellt, wird in den kommenden Wochen zu besprechen sein. Erst einmal steht der Abstiegskampf im Vordergrund.