Jahrmarkt der Eitelkeiten

Zehn Wochen hat es gedauert, bis das verbliebene Präsidium des Stadtsportbundes eine Stellungnahme zum Rücktritt seiner Vize-Präsidentin aufs Papier bekommen hat. Und auch nur, weil es in der Zwischenzeit Leserbriefe gab, gegen deren Vorwürfe man sich zur Wehr setzen wollte.

Heike Veenhuis selber kommt nur am Rande und dann noch ziemlich respektlos ihr gegenüber vor. Die Verwunderung über das Medien-Echo ist nur damit zu erklären, dass die übrig gebliebenen Herren beim SSB sich offenbar nicht darüber im Klaren sind, dass sie die mitgliederstärkste Organisation der Stadt führen.

Die angeschriebenen Vereine dürften nach der Stellungnahme zur Situation beim SSB nicht wirklich schlauer geworden sein. Bis auf den Hinweis, dass es für einen ehrenamtlichen Geschäftsführer auch keine Finanzmittel des LSB gebe und man somit keine Gelder hat liegen gelassen, steht wenig konkretes auf den insgesamt drei DIN-A4-Seiten. Dafür wird immer wieder ganz allgemein auf die viele Arbeit für die Vereine hingewiesen. Fragt man die Vereine, was das sein könne, erhält man nur Achselzucken zur Antwort.

Daher bekommt man den Eindruck, dass hier persönliche Eitelkeiten die Hauptrolle spielen. Die sind auch beim mittlerweile zum „Haupt-Gegenspieler“ erwachsenen Jörn Derißen nicht von der Hand zu weisen. Seit ihrem Wahlkampf zum Präsidenten-Amt vor zwei Jahren lassen er und Werner Schmidt kaum eine Möglichkeit aus, den anderen zu diskreditieren.

Die von beiden Seiten stets zitierten Vereine, um die es gehe, würden vermutlich am meisten profitieren, wenn sich beide an einen Tisch setzen und Lösungen suchen würden, statt sich schriftlich der Unwahrheit zu bezichtigen. Gegen das dann positive Medien-Echo hätte vermutlich niemand etwas einzuwenden.