„Gut Ding will Weile haben“
26.08.2011 | 18:26 Uhr 2011-08-26T18:26:00+0200Patricia Mehlich gilt als großes Talent, dennoch wollen es alle Beteiligten ganz besonders ruhig angehen lassen.
Noch nicht mal drei Jahre betreibt Patricia Mehlich Leichtathletik und doch ist sie schon recht erfolgreich dabei. Die 14-Jährige feierte jüngst ihren ersten Erfolg bei einer deutschen Meisterschaft. Zwar waren es „nur“ die Schülermeisterschaften, aber Patricia ist ja auch noch jung und hat beim LAV Oberhausen eine gute Betreuung gefunden.
Zunächst hat die Schülerin des Heinrich-Heine Gymnasiums zusätzlich noch Tennis beim Buschhausener TV gespielt. Dies ist aber in letzter Zeit mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. „Leichtathletik ist mein Hauptsport“, sagt die Athletin und fügt hinzu: „Aber Tennis spiele ich noch sehr gerne zum Ausgleich.“
Im Oktober 2008 ging sie zu einem ersten Probetraining bei der LAV Oberhausen. Unter Trainerin Alexandra Klein merkte sie schnell, dass sie ein echtes Allround-Talent ist. Mit Klein zusammen werden die Sprint- und Sprungdisziplinen trainiert. Weil es mit dem Siebenkampf anfangs nicht so gut klappen wollte, konzentrierte sie sich auf den Wurfbereich. Mit Trainer Josef Ziegenfuß legte sie deswegen ein paar Extraschichten ein, um ihre Technik beim Kugelstoß und Diskuswurf zu verbessern. Das zeigte schnell Erfolg, sie qualifizierte sich auf Anhieb für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Schüler im Blockwettkampf Wurf. Zu diesem Block gehören 100 m Sprint, 80 m Hürden, Kugelstoßen, Diskuswurf und Weitsprung.
Beim Siebenkampf kommen noch die Mittelstrecke (800 m) sowie Hochsprung und Speerwurf dazu. Der Diskuswurf fällt dafür weg.
Überstürzen wollen Trainer und Athletin aber nichts. Die talentierte LAVlerin soll sich in Ruhe entwickeln. Dabei darf der Spaß auch nicht zu kurz kommen. Deswegen fiel die Entscheidung bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften, den Block Wurf in Angriff zu nehmen und auf den attraktiveren Siebenkampf zu verzichten auch leicht.
Erfahrung sammeln
„Bei deutschen Meisterschaften, egal ob bei den Schülern, in der Jugend oder bei den Erwachsenen weht ein anderer Wind. Da heißt es bei der ersten Teilnahme erst mal das Umfeld kennen lernen und Erfahrung sammeln.“, begründet Ziegenfuß die Entscheidung. Zudem hat es bei den Nordrheinmeisterschaften noch nicht so gut geklappt. Dort startete sie beim Siebenkampf, hatte allerdings Probleme beim Speerwurf und bei den 800 m. Genau diese beiden Disziplinen fehlen beim Block Wurf – also die optimale Wahl für die Mehrkämpferin.
Trainer Ziegenfuß sieht für die weitere Entwicklung keine Probleme: „Gut Ding will Weile haben. Dass es mit dem Speerwurf noch nicht klappt liegt einfach daran, dass Pati eine andere Bewegung vom Tennisaufschlag gewohnt ist. Dieser ist kontraproduktiv zum Abwurf beim Speer.“
Nächsten Monat steht noch ein Radiointerview für die Oberhausenerin an. Dabei geht es nicht so sehr darum, die Gymnasiastin in den Himmel zu loben, sondern viel mehr Werbung für die Oberhausener Leichathletik zu machen. Gerade im Zeichen des neuen Sterkrader Stadions und der jüngsten Erfolge des Leichtathletiksnachwuchses in scheint das besonders lohnenswert. Viele Leute wissen gar nicht, welche zahlreichen Erfolge die Oberhausener Talente Woche für Woche verbuchen.
Für die Schülerin der 10. Klasse geht es nach einer kurzen Verschnaufspause direkt weiter. Zunächst stehen noch Kreisvergleichswettkämpfe auf dem Plan, dann startet die LAV-Mannschaft beim Landesfinale der deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Für nächstes Jahr hat sie schon reichlich Pläne: Sie will sich wieder für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften qualifizieren, vielleicht sogar im Siebenkampf. Zudem möchte sie sich einen Platz in der 4 x 100 m-Jugendstaffel von Trainerin Klein erkämpfen, obwohl sie dann erst 15 Jahre ist.
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