Fortuna will mit Cebeci neu starten

Murat Cebeci kehrt zur Fortuna zurück, nicht nur als Spieler sondern auch als Obmann.
Murat Cebeci kehrt zur Fortuna zurück, nicht nur als Spieler sondern auch als Obmann.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
B-Ligist hat ein Konzept für Klassenerhalt und langfristigen Aufbau entwickelt. Der erfahrene Angreifer soll auch neben dem Platz eine Hilfe sein.

„Wir hatten die komplette Hinrunde Zeit, um zu sehen, wer menschlich passt“, sagt Fortuna Alstadens Trainer Yussuf Kücük. Der Absteiger aus der Kreisliga A hat in der Kreisliga B erst neun Punkte sammeln können, ist damit aber gar nicht unzufrieden. „Wir hatten maximal 13 Leute im Kader, bei keinem Spiel waren es mehr“, erzählt er weiter. Drei Spielern wurde bereits nach den ersten Auftritten der Pass in die Hand gedrückt. „Die konnten wir nicht gebrauchen. Jemand, der sich mit den Zuschauern anlegt, bringt uns nicht weiter.“ Jetzt soll im Winter ein Neuanfang gestartet werden. Mit dabei ist ein „echter“ Fortune. Murat Cebeci kehrt vom SV Concordia aus der Bezirksliga zurück zu seinem Heimatklub. Dies aber nicht nur als Spieler.

Cebeci, Kücük und Vereinschef Günter Hamann kennen sich seit Jahren und haben so ziemlich alle Höhen und Tiefen der letzten Spielzeiten gemeinsam mitgemacht. Vor drei Jahren rissen sich die drei in der Kreisliga B schon einmal zusammen. Es folgten schnell ein paar richtig gute Kicker, der Aufstieg in die Kreisliga A gelang fix. „Als der Erfolg dann plötzlich nicht mehr da war, hat sich oft der wahre Charakter gezeigt. Schneller Erfolg geht auch ganz schnell wieder“, so Kücük. Deshalb ist die Zielsetzung für die Rückrunde klar: „Wir wollen nur die Klasse halten und dann über gemeinsamen Spaß am Fußball irgendwann wieder erfolgreich sein.“ Ganz wichtig ist den dreien die Fairness auf dem Platz. „Wir wurden von vielen Schiedsrichtern gelobt. Wir wollen nicht dieses schlechte Image haben. Das ist auch attraktiver für Zuschauern und Familien“, sagt Kücük und fügt an: „Wir wollen auch kein reiner ‘Türkenverein’ sein. Wir sind offen für alle und wollen einfach gemeinsam Spaß haben.“

Fairness ist der Fortuna wichtig

Dazu gehört auch, nach Niederlagen noch fair miteinander umzugehen – auch untereinander. „Das ist unsere höchste Priorität. Wir haben für die Rückrunde eine klasse Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern“, so Kücük und Cebeci ergänzt: „Schau, hier sind Spieler die kommen aus Gelsenkirchen und Bottrop, einfach weil es ihnen gefällt. Andere wohnten drei Meter vom Platz entfernt und sind nicht zum Training gekommen.“ Auch Günter Hamann gefällt, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. „Wir haben unseren Platz nicht mehr und sind jetzt bei Arminia Lirich. Das macht es natürlich nicht einfacher, eine Jugend aufzubauen, weil die Arminia so gute Jugendarbeit macht und in jeder Altersklasse besetzt ist. Doch von dem tollen Platz profitieren wir und die Zusammenarbeit mit Lirich ist gut. Wir wollen miteinander arbeiten, nicht als Feinde auf der gleichen Platzanlage spielen.“

Zum Winter stehen drei Abgängen neun Zugänge gegenüber. Süleyman Alaca, Marcel Preuß und Marcel Schweer haben angekündigt, den Verein verlassen zu wollen. Emre Dogan, Dominik Preuß, Enes Bilici, Melih Kisilaslan, Mükramin Sahintürk, Mehmet Mirzamli, Kabil Bektas und Cihan Biyikli und natürlich Murat Cebeci schließen sich den Fortunen an. „Viele werden unser Projekt belächeln. Aber wir werden die Klasse halten und uns für die Zukunft aufstellen. Viele haben sich ja nur noch gefragt, wann der Verein endlich dicht macht“, kündigt Cebeci an. Kücük freut sich derweil, dass er endlich mehr Trainer und weniger Sozialarbeiter an der Seitenlinie sein darf. „Fußball kann man trainieren, Mensch sein nicht mehr“, erzählt er lachend.