Es stimmt vieles nicht

Rechnerisch sind die Damen von NBO noch nicht abgestiegen. Aber wer nach den vergangenen beiden Niederlagen noch daran glaubt, dass das Team sich in den verbleibenden vier Spielen vom Abstiegsplatz lösen kann, hat vermutlich zu viel Karneval gefeiert.

Auf dem Feld steht nur noch eine Ansammlung von Einzelspielerinnen im NBO-Trikot. So etwas wie Teamgeist sucht man vergebens. Vor allem den beiden Amerikanerinnen Mo Reid und Mimi Hill ist anzumerken, dass sie die Saison längst abgehakt haben und in Gedanken schon weiter gezogen sind.

Der Trainerwechsel kam daher entweder zu spät oder es wurde an der falschen Stelle getauscht. Die Ursachen jedenfalls für den offensichtlichen Zerfall der Mannschaft müssen tiefer legen. Es fehlen Persönlichkeiten auf dem Feld, die sich mit dem Verein identifizieren. In der Vergangenheit gab es stets mehrere Leistungsträgerinnen, die die Spielerinnen „von außen“ integrierten. Davon ist nur Lea Mersch übrig geblieben, die in dieser Rolle überfordert ist. Im Erfolgsfall kann dies leicht kaschiert werden, nach mehreren Niederlagen entwickelt sich jedoch eine nicht mehr zu stoppende Abwärtsspirale.

Warum diese ausgerechnet in den kommenden Spielen durchbrochen werden soll, ist schwer zu vermitteln. Bei einer intakten Mannschaft wäre der Klassenerhalt durchaus noch immer möglich. Schließlich muss in den letzten vier Spielen einmal mehr gewonnen werden als Konkurrent Rhein-Main.

Unabhängig davon muss schnell damit begonnen werden, eine Idee für die Zukunft zu entwickeln. Die kann nur mit einer Rückbesinnung auf die Jugend einhergehen, um bald wieder Spielerinnen zu haben, die nicht nur des Geldes wegen das NBO-Trikot überziehen. Keine einfache Aufgabe, da dies nur mit guten Jugendtrainern funktioniert, die rar gesät sind. Mit einem guten Konzept jedoch müsste der eine oder andere gewonnen werden können. Dabei würden vermutlich auch die meisten Sponsoren mitspielen.