Erinnerungen an bessere Zeiten

So entschlossen wie im Finalspiel des Vorjahres möchten die NBO-Anhänger Mo Reid auch Samstag erleben.
So entschlossen wie im Finalspiel des Vorjahres möchten die NBO-Anhänger Mo Reid auch Samstag erleben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gegen den noch ungeschlagenen Meister aus Wasserburg sind die NBO-Damen Samstag krasser Außenseiter, können aber endlich mal befreit aufspielen.

In den vergangenen Wochen haben die Basketballerinnen von evo NBO einige Spiele verloren, in denen sie sich etwas ausgerechnet hatten. Das ist diesmal anders. Denn im vorletzten Heimspiel der Bundesliga-Saison kommt Samstag um 19 Uhr der TSV Wasserburg in die Willy-Jürissen-Halle, gegen den selbst eine bestens aufgelegte Oberhausener Mannschaft krasser Außenseiter wäre.

„Wir haben endlich einmal nichts zu verlieren“, nennt Trainerin Katja Zberch daher auch den positiven Aspekt zuerst. Ihr Team kann befreit aufspielen, was zuletzt nicht der Fall und offensichtlich ein großes Problem war. Den NBO-Damen ist daher ein gutes Spiel zuzutrauen, wie sie es in der Vergangenheit schon häufiger gegen den bayrischen Liga-Primus geschafft haben. Zuletzt in der Hinrunde, als NBO dem TSV den stärksten Widerstand aller Teams bislang in der Badria-Halle bot.

Gegen gute Mannschaften steigern sich die Oberhausenerinnen eigentlich immer, so dass sich die Zuschauer durchaus auf ein gutklassiges Spiel freuen dürfen. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Chancen auf einen Oberhausener Sieg äußerst gering sind, was im Kampf um den Klassenerhalt letztlich entscheidend ist. Denn NBO benötigt dringend Punkte und die Zahl der noch ausstehenden Spiele wird von Woche zu Woche kleiner.

Daher schließt Zberch natürlich auch gegen Wasserburg nicht von vorneherein einen Sieg aus. „Auch die können mal einen schlechten Tag erwischen und nicht ihr ganzes Können abrufen“, spricht Zberch sich und ihrem Team Mut zu, „wir dürfen nicht vor dem Namen Wasserburg in Ehrfurcht erstarren.“ Auch die Tatsache, dass mit Emma Cannon die wohl stärkste Bundesligaspielerin der vergangenen Jahre bei Wasserburg ebenso verletzt ausfällt wie Nationalspielerin Stephanie Wagner, lässt leichte Hoffnung aufkommen.

Allerdings hat Wasserburgs Trainer Bastian Wernthaler immer noch eine bärenstarke Truppe beisammen, der es vielleicht sogar entgegenkommt, mal in etwas kleinerer Rotation zu spielen. „Mit Jurcenkova und Sten hat Wasserburg immer noch zwei richtig gute Centerinnen“, weiß Zberch.

Grundvoraussetzung, um dem Star-Ensemble Paroli bieten zu können, ist eine optimale Einstellung. In Marburg war dies nicht bei allen der Fall. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie Fehler machen dürfen, aber mit Herz spielen müssen. Wer das nicht macht, sitzt ganz schnell auf der Bank, egal wer“, kündigt Zberch an. Das dürfte in erster Linie eine Warnung für Monique Reid sein, der Zberch allerdings im Training gute Leistungen bescheinigt.

Nicht beim Training waren zeitweise Christina Krick, der die Weisheitszähne gezogen wurden, sowie Mimi Hill, die einen Trauerfall in ihrer Familie hat. Dafür schworen Julia Gajewski und Ralf Höfels stellvertretend für den Vorstand die Mannschaft am Donnerstag auf den Endspurt in der Meisterschaft ein. Tenor: Wir haben Vertrauen in euch und der Klassenerhalt ist noch möglich.