Einsatzwille reichte nicht

Auf dem Boden der Tatsachen landeten die HSG-Handballer gegen Cronenberg.
Auf dem Boden der Tatsachen landeten die HSG-Handballer gegen Cronenberg.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Die HSG RW O TV unterlag Cronenberg im ersten Relegationsspiel um den Verbandsliga-Klassenerhalt mit 23:27.

Die Chancen auf eine weitere Verbandsliga-Saison für die HSG RW O TV sind auf ein Minimum gesunken. Die Mannschaft von Krzystof Szargiej verlor das Relegations-Hinspiel gegen die Cronenberger TG in eigener Halle mit 23:27 (14:15) und braucht am kommenden Samstag in Wuppertal nun schon ein kleines Handball-Wunder, um die Liga zu halten.

Szargiej war mit der Leistung seiner Mannschaft gar nicht einmal unzufrieden. „Ich kann niemandem einen Vorwurf machen, die Jungs haben alles gegeben, aber der Gegner war leider etwas stärker“, so der Ex-Profi. Die Wuppertaler waren den Rot-Weißen in der Tat in vielen Punkten überlegen, vor allem aber körperlich. Zuweilen sah es auf dem Feld aus, als ob eine Oberhausener Jugendmannschaft gegen eine gestandene und robuste Seniorenmannschaft antritt.

Dennoch hielten die Oberhausener lange Zeit gut mit. Sie nahmen durchaus den Kampf an und setzten sich zuweilen selbst über den Rückraum gut durch. Der zweite Unterschied Samstagabend waren jedoch die Torhüter. Während sich die Gäste immer mal wieder auf ihren Keeper verlassen konnten, war bei der HSG alles drin, was durch die insgesamt gut stehende Deckung ging. „Solche Spiele werden in der Deckung gewonnen“, weiß Szargiej. Dass RWO-Keeper Andre Lagerpusch mit einigen Mitspielern erst am Vortag von der „Abschlussfahrt“ heimkehrte, konnte der frühere Bundesligaspieler ohnehin nicht nachvollziehen. „Der Gegner hat seine Abschlussfahrt verschoben, das ist der Unterschied“, so Szargiej.

Mehr Aufwand nötig

So kamen die Rot-Weißen nur zu wenigen Tempogegenstößen, die aber eigentlich für das HSG-Spiel lebensnotwendig sind. Die Folge war, dass sie wesentlich mehr Aufwand als die Gäste betreiben mussten, was sich im Laufe der zweiten Halbzeit bemerkbar machte. Die Partie blieb lange Zeit eng und Anfang der zweiten Hälfte ging die HSG sogar kurz mit 17:16 in Führung. Die gut 100 RWO-Anhänger, die ansonsten gegen die rund 50 mitgereisten Wuppertaler kaum zu hören waren, feuerten für wenige Minuten ihr Team an. Erst recht, als Cronenbergs Abwehrchef des Feldes verwiesen wurde.

Doch davon ließen sich die routinierten Gäste nicht aus dem Konzept bringen. In der 48. Minute versemmelten die Oberhausener einen Tempogegenstoß zum möglichen 20:20 und danach nahm die CTG das Heft endgültig in die Hand. Bis zur 54. Minute erhöhten sie auf 20:25 und legten den Grundstein für die gute Ausgangsposition im Rückspiel, in das sie nun mit vier Toren Vorsprung gehen.

„Cronenberg hat eine gute Mannschaft und in der Besetzung von heute hätten sie in unserer Gruppe sicher ganz oben mitgespielt“, erkannte Szargiej die Leistung des Gegners an. Aufgeben will er aber noch nicht. „Es ist noch eine Halbzeit zu spielen und im Handball sind vier Tore durchaus aufzuholen.“