„Einfach mal den Ball reinwerfen“

Die Stimmung in der Halle Ost war dennoch prima.
Die Stimmung in der Halle Ost war dennoch prima.
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Was wir bereits wissen
Eine indiskutable Trefferquote von NBO verhinderte den Einzug ins Final-Four. Gegen Rhein-Main gab es so eine 57:64-Niederlage.

Fehlstart ins Neue Jahr für die Basketballerinnen von evo NBO. Im Pokal-Viertelfinale verloren die Oberhausenerinnen gegen die Rhein-Main Baskets mit 57:64 (18:32). An alter Wirkungsstätte in der Halle Ost scheiterten die Gastgeberinnen vor allem an ihrer Abschlussschwäche.

Eine indiskutable Trefferquote besonders in der ersten Halbzeit machte es den Hessinnen relativ einfach, in die Pokal-Endrunde Mitte März einzuziehen. „Man muss einfach häufiger mal den Ball reinwerfen“, meinte ein enttäuschter Trainer Stefan Mienack nach der Partie.

Ein Blick auf die Statistik untermauerte das, was die rund 300 Zuschauer an der Hunsrückstraße zu ihrem Leidwesen zuvor erlebten. „Wir haben 30 Mal häufiger auf den Korb geworfen als der Gegner und haben dabei einen Treffer mehr“, schüttelte Mienack beim Studium des Scoutings den Kopf. Das reichte nicht, da die Gäste auch noch mehr als doppelt so häufig an die Freiwurflinie durften und dort ebenfalls besser trafen.

Die Zähne ausgebissen

Von Beginn an lief NBO einem Rückstand hinterher. Der Plan, auf’s Tempo zu drücken, wurde zunächst gut umgesetzt. Doch sowohl Amber Stokes als auch Lea Mersch wurden bei ihren Schnellangriffen im Abschluss geblockt. Die fehlenden Erfolgserlebnisse hinterließen schnell Spuren im Selbstvertrauen. Erst in der vierten Minute gelang Mo Reid der erste Korb zum zwischenzeitlichen 2:8. Auch eine Auszeit Mienacks änderte nichts an der Ungefährlichkeit im Angriff. Unter dem Korb bissen sich Reid, Mimi Hill oder auch Aline Stiller an Svenja Greunke und der starken RMB-Neuverpflichtung Jenny Rintala die Zähne aus – und von Außen wollte der Ball einfach nicht durch die Reuse.

Mit der Verteidigung konnten Mienack und Co-Trainerin Katja Zberch durchaus zufrieden sein. 40 starke Sekunden mit drei schnellen Körben von Stokes und Mersch innerhalb der achten Minute zeigten sogar, was alles möglich gewesen wäre. Doch dies war nur ein kurzes Strohfeuer und die Oberhausenerinnen lagen nach dem ersten Viertel 11:21 zurück.

NBO besann sich nun weiter auf die Verteidigung, was gut gelang, aber nichts nutzte. Denn im Angriff war weiter der Wurm drin. Das lag beileibe nicht an fehlenden Möglichkeiten. Oft ließen die Gäste die NBO-Damen dermaßen frei zum Wurf kommen, dass diese davon offenbar überrascht waren. „Da kommt man ans Nachdenken“, suchte Mienack nach einer Erklärung für die Nervenschwäche. Dazu übertrieb Reid es mit Einzelaktionen und so blieb es bei mageren 18 Punkten in der ersten Halbzeit.

Die Chance war weiter da, es musste nur der Knoten im Angriff platzen. Engagement und Kampfgeist waren vorhanden. Doch an diesem Tag sollte es einfach nicht sein. Eine starke Phase mit sieben Punkten von Isabell Meinhart in Folge zum 32:41 brachte ebenso wenig die Wende wie ähnliche Phasen im Schlussabschnitt. RMB konterte meist eiskalt mit einem Dreier und nahm NBO schnell wieder das Selbstvertrauen.

Das gilt es nun schnell wieder gelangen. „Wir haben keine Zeit zu trauern, schon Samstag steht die nächste Aufgabe an“, blickte Mienack allem Frust zum Trotz nach vorne. Schließlich ist der Abstiegskampf generell ohnehin wichtiger als der Pokal.