Düstere Aussichten für den SC 20

Noch keine zwei Jahre ist es her, dass der SC 20 mit Trainer Thorsten Möllmann an die Tür zur Landesliga klopfte und vor vielen Zuschauern spielte.
Noch keine zwei Jahre ist es her, dass der SC 20 mit Trainer Thorsten Möllmann an die Tür zur Landesliga klopfte und vor vielen Zuschauern spielte.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein halbes Jahr nach dem Abstieg in die Kreisliga A steht der Traditionsverein aus dem Oberhausener Osten ohne Führung da.

Der SC 20 sorgte in der Vergangenheit stets für Schlagzeilen, oft für negative. Aber vor noch nicht allzu langer Zeit standen die „Knappen“ unter Thorsten Möllmann ganz dicht vor dem Aufstieg in die Landesliga – das Herzschlagfinale im Juni 2013 dürfte nicht nur Kennern noch sehr gut im Gedächtnis sein.

Keine zwei Jahre später sieht die Situation am Knappenmarkt alles andere als vielversprechend aus: Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hat sich der Klub inzwischen im Mittelfeld der Kreisliga A wieder gefunden und was noch viel schlimmer wiegt: Er steht aktuell ohne Führung da. Kein Wunder also, dass sich viele, die sich mit dem Spielclub identifizieren oder deren Herz blau-gelb schlägt, Sorgen um ihren Verein machen, der in fünf Jahren sein 100-jähriges Bestehen feiert.

„Die ganze Arbeit bleibt momentan an mir hängen“, gibt Dennis Stuhlemmer zu – und der ist eigentlich „nur“ Geschäftsführer. Mark Brühahn, im Augenblick noch erster Vorsitzender, hat seinen Rücktritt angekündigt – spätestens nach der nächsten Wahl ist für ihn Schluss. Bereits im Januar zurückgetreten ist der zweite Vorsitzende, Thorsten Wild, der als Spieler zu seinem Heimatverein SSV Bottrop 1951 zurückgekehrt ist.

Zumindest der Trainer konnte zum Halten bewegt werden. Andreas Popiesz, der sich laut einiger Stimmen auch schon mit Rücktrittsgedanken befasst hat, wird laut Stuhlemmer bleiben. Er übernahm im vergangenen Herbst den Posten des zurückgetretenen Uwe Zadow. Hinzu kommt die mangelnde Trainingsbeteiligung. „Die lässt zu wünschen übrig, keine Frage. Aber manche können halt auch beruflich nicht oder machen Abendschule“, erklärt Stuhlemmer, gibt aber im selben Atemzug ganz offen zu: „Das Problem mit dem Training ist ja hier am Knappenmarkt auch nicht neu.“

Keine Illusionen

Mangelndes Training, das sollten die „Knappen“ nicht erst seit dem Bezirksliga-Abstieg im letzten Jahr wissen, spiegelt sich bekanntlich auch in Ergebnissen wider. Als Tabellenelfter liegt der Bezirksliga-Vizemeister von 2013 im Mittelfeld der höchsten Kreisklasse. „Für den Klassenerhalt sollte es reichen“, schätzt Stuhlemmer die sportliche Lage objektiv ein, ohne sich Illusionen hinzugeben. Was aber bringt die Zukunft?

„Wenn nicht langsam etwas passiert und die entscheidenden Leute Verantwortung übernehmen, dann geht der Verein den Bach runter“, hatte Ex-Coach Michael Schneider, bekanntlich Spielcluberer durch und durch, jüngst gesagt. Ins gleiche Horn stößt Walter Kerskes. „Ich mache mir Sorgen um unseren Verein. Hier ist kein Leben mehr“, erklärt der Vorsitzende der Alt-Herren-Mannschaft, der mit Herz und Seele an dem Verein im Oberhausener Osten hängt. „Und das ist ein ganz, ganz schlechtes Zeichen. So kann es nicht weitergehen. Wir feiern 2020 unser 100-jähriges Bestehen. Im Augenblick möchte ich nicht wissen, wo wir dann sind.“ Auch Stuhlemmer, ansonsten ein durchweg positiv gestimmter Mensch, muss zugeben: „Wenn hier nicht was passiert, sehe ich schwarz.“

Immerhin: Für Donnerstag findet ein Treffen beim SC 20 statt. Hier sollen vorab intern die entsprechenden Personen vor der offiziellen Wahl gefunden und gewonnen werden, die beim SC 20 Verantwortung übernehmen sollen. Dieses Treffen sollte es allerdings schon zweimal gegeben haben und wurde jeweils verschoben…