Donsbach landet historischen Erfolg

Michael Donsbach
Michael Donsbach
Foto: nrz
Was wir bereits wissen
19 Jahre nach Roland Weidenbach holt ein Oberhausener Turner wieder DM-Gold.

Wer Michael Donsbach vom Kunstturnteam Oberhausen im TC 69 kennt, weiß, dass er meist ein Lächeln mit sich trägt. Dieses Grinsen sollte gar nicht mehr aus seinem Gesicht weichen. Mit dem Ende der Finalwettkämpfe bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn hatte Donsbach Gold an Barren und Ringen in der Tasche (wir berichteten). Ein historischer Erfolg für die Turner. Roland Weidenbach war vor 19 Jahren der letzte, der einen Titel für das KTTO und den rheinischen Turnerbund erzielte.

Bei guten Bedingungen in der Halle der TG Böckingen ging es für die Jahrgänge AK 12 bis AK 17/18 an drei Tagen um Mehrkampfmedaillen und an den Geräten. Am ersten Tag stellte sich Donsbach der Pflicht, die bis auf einen Patzer am Reck eine gute Basis für mögliche Finals ergab. Nach diesem Durchgang führte er deutlich an den Ringen und war Zweiter am Barren. Samstag folgte die Kür, die eigentliche Stärke aller KTTO-Turner. Dementsprechend überzeugte Donsbach und machte souverän mit der besten Barren- und Ringeübung den Einzug in beide Finals perfekt. Durch einen guten Sprung schob er sich auf Platz acht, ebenfalls Finale.

Unter den besten Sechs

Wegen eines Patzers am Reck und bei der Kür am Pauschenpferd landete er im Mehrkampf auf Platz elf, in der Kür auf neun. Vom Potenzial gehört er zu den besten Sechs des Landes. Dies machte auch Jens Milbradt, Nationaltrainer Junioren, in einem Gespräch mit den beiden Trainern Sydnee und Siegfried Ingendorn deutlich.

Dann war Finaltag mit den besten acht Turnern an jedem Gerät in jeder Altersklasse. Für Donsbach (13/14) begann der erste Durchgang am Barren. Für alle ging es von null los, die Qualifikation zählte nicht mehr. Als fünfter Turner von acht waren die Hauptkonkurrenten vor ihm an der Reihe. Mehrkampfsieger Daniel Schwed (Berlin) patzte beim Abgang, die anderen blieben unter der Qualifikationswertung des Oberhauseners. Mit engagierter und aggressiver Einstellung brachte er seine schwierige Übung an den Barren. Ein kleiner, kaum zu sehender Wackler bei der halben Drehung, ließ Trainer Sydnee Ingendorn kurz bangen, aber Donsbach ließ sich nicht beirren und turnte seine nächste Schwierigkeit direkt hinten dran. Nur noch der Doppelsalto rückwärts trennte ihn von der großen Titelchance. Wie beim Einturnen zu erahnen, war der an dem Tag kein Problem. Mit festem Stand ohne Wackler, richtete sich Donsbach lachend auf und streckte die Arme in die Höhe. „Das ist der Titel, das kann keiner mehr packen“, war sich Cheftrainer Siegfried Ingendorn sicher. Er behielt recht. Die folgenden Turner konnten in Schwierigkeit und Ausführung nicht dagegen halten. So ging nach 19 Jahren, damals der heutige Mannschaftsarzt Dr. Roland Weidenbach, wieder das erste Gold bei einer DM nach Oberhausen. „Das war die beste Barrenübung, die ich von ihm bisher gesehen habe und das genau im richtigen Moment“, jubelte Sydnee Ingendorn.

Alles oder Nichts

Neben dem Barren stand die Tür zu einer weiteren Medaille weit auf. Als Bester im Mehrkampf an den Ringen wollte Donsbach auch hier sein Potenzial abrufen. Bei starker Konkurrenz, bei der die ersten Fünf eng beieinander lagen, musste er beginnen. „Da gibt es nur eines: Alles oder Nichts“, gab Vater Ingendorn mit auf den Weg.

Mit den Worten: „Hau einen raus, Micha!“ hob Sohn Ingendorn den Turner ans Gerät. Und Donsbach zauberte. Die Stützwaage am Anfang als Kraftteil war souverän und abzugsfrei. Die Schwungelemente sicher in den Handstand ohne Wackler, noch besser als in der Qualifikation. Der Doppelsalto gestreckt stand hoch in der Luft, die Landung folgte und wieder stand er mit beiden Beinen wie verankert auf der Matte. Mit 13,50 Punkten war diese Übung eine Ansage an die weiteren Finalteilnehmer.

Jetzt begann das lange Warten. Die Hauptkonkurrenten aus Berlin waren nahe dran an Donsbachs Übung, doch in der Ausführung war der Junge aus Oberhausen entscheidende Zehntel besser: Gold!

„Das ist der Hammer für Michael, das KTTO/TC 69, den Rheinischen Turnerbund und Oberhausen. Die Erfolge waren souverän. In dieser Form war er an beiden Geräten nicht zu schlagen“, resümierte Sydnee Ingendorn.

Am Sprung landete Donsbach auf Platz sieben. Zweimal Gold erreichte nur noch der Mehrkampfgewinner mit einer weiteren am Reck. Somit gehörte der Schützling von Siegfried und Sydnee Ingendorn zu den erfolgreichsten Turnern seiner Altersklasse. Damit wurden neun Jahre Arbeit von Donsbach mit den Trainern erstmals groß belohnt.