Die Saison der weiten Wege

TGünter Bruns, hier im Kreis seiner Arminen bei seinem 60. Geburtstag im November, ist kein Freund der neuen Liga-Einteilung. Qualität ja, aber dann lieber mit den Niederrhein-Vereinen. Denn gerade für die Nord-Lichter unter den Oberhausener Landesligisten wird es eine Saison der weiten Wege.
TGünter Bruns, hier im Kreis seiner Arminen bei seinem 60. Geburtstag im November, ist kein Freund der neuen Liga-Einteilung. Qualität ja, aber dann lieber mit den Niederrhein-Vereinen. Denn gerade für die Nord-Lichter unter den Oberhausener Landesligisten wird es eine Saison der weiten Wege.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Gruppeneinteilung in den höheren Klassen steht. Während die Bezirksliga den Niederrhein abdeckt, ist die Landesliga für die Oberhausener Vereine ziemlich verquer.

Fahrten bis nach Emmerich oder in die andere Richtung nach Garzweiler hinter Mönchengladbach oder nach Remscheid – die jetzt vorgenommene Einteilungen für Landes- und Bezirksliga beschert den Clubs vor allem weitere Wege. 75 Kilometer etwa für Landesligist BW Oberhausen nach Jüchen-Garzweiler für eine Strecke oder 85 Kilometer nach Remscheid sind eine Hausnummer. Die Saison 2015/16 startet am 16. August. Während in der Oberliga Niederrhein keine weiteren Wege als zuvor erforderlich sind, die Bezirksliga einigermaßen logisch den Niederrhein abdeckt, kommen auf die Clubs in der Landesliga ordentlich Mehrkosten hinzu.

Wolfgang Jades und seine Mitstreiter im FVN-Fußballausschuss mussten die Verbandsspielklassen um eine Landesliga- und eine Bezirksligagruppe reduzieren. Landesliga von drei auf zwei, Bezirksliga von sieben auf sechs. In der Landesliga mit Oberhausener Beteiligung spielen jetzt 18 Vereine, in der Bezirksliga 17.

Härtefälle

Mittwoch Abend einigte man sich auf unten folgende Einteilung. „Dass dabei vereinzelte Härtefälle nicht zu vermeiden sind und natürlich auch die Fahrtstrecken länger werden, lässt sich nicht verhindern“, sagt der Fußballchef des Niederrheins. Zu den Härtefällen gehören sicher der FC Remscheid, der sich für drei Fahrten nach Oberhausen bestimmt nicht bedanken wird. Gleiches dürfte für den VfL Jüchen-Garzweiler gelten.

Doch auch aus Oberhausener Sicht ist die Landesliga-Einteilung verquer. Günter Bruns, Trainer von Arminia Klosterhardt: „Dass die Qualität eindeutig erhöht wird, ist klar. Aber ansonsten ist das mal wieder typisch Verband. Die machen sich einfach keine Gedanken. Was da an Fahrtkosten auf uns zukommt, ist unfassbar. In der Bezirksliga klappt die Einteilung mit dem Niederrhein, für uns geht es genau in die andere Richtung. Es ist nicht nachvollziehbar.“

Auch Nord-Trainer Markus Kowalczyk hatte sich das anders vorgestellt: „Genau wie Günter hatte ich auf eine Niederrhein-Einteilung gesetzt und bin jetzt doch überrascht. Oberhausen wurde schon immer unglücklich zugeteilt, mal nach Düsseldorf, mal nach Essen. jetzt geht es noch weiter. Die Qualität wird in zwei Gruppen deutlich höher sein als in der Vorsaison. Cronenberg, Remscheid oder Wülfrath sind Traditionsvereine. Bei vier Absteigern wird es ganz schwer. Wir werden uns bald zusammensetzen und dann die Zielrichtung ausgeben. Aber es wird vom ersten Spieltag an ein Hauen und Stechen um den Klassenerhalt geben.“

BWO-Chef Frank Kielczewski: „Das hätte ich mir anders gewünscht. Mit Speldorf, Homberg oder Duisburg hätte es Derbys gegeben, die man mit dem Fahrrad erreicht hätte. Jetzt kommt doch kein Zuschauer mehr mit und wir fahren uns die Hacken ab. Soll ich die Jungs um 11 Uhr zum Treffpunkt bestellen und einen Bus kaufen? Fahren Sie mal im Winter nach Wuppertal. Das werden die Vereine dort übrigens genau so sehen: Warum sollen wir nach Oberhausen?“

Im Sinne eines qualitativ verbesserten Spielbetriebs sei der FVN jedoch sicher, eine vernünftige Lösung gefunden zu haben, auch wenn um manche Zuordnung gerungen wurde. Die jetzige Einteilung ist verbindlich und nicht anfechtbar.

Oberliga Niederrhein: KFC Uerdingen, Turu Düsseldorf, RW Oberhausen U 23, TV Jahn Hiesfeld, SV Hönnepel-Niedermörmter, Ratinger Spvg. Germania, Wuppertaler SV, SC Kapellen Erft, TV Kalkum-Wittlaer, 1. FC Mönchengladbach, TSV Meerbusch, MSV Duisburg U 23, ETB SW Essen, Spvg. Schonnebeck, VfB 03 Hilden, SC Düsseldorf-West, VfR Krefeld-Fischeln, 1. FC Bocholt.

Landesliga, Gruppe 1: Düsseldorfer SC 99, Rather SV, VfL Benrath, SF Baumberg, Spvg. Heiligenhaus, BW Oberhausen, Spvgg. Sterkrade-Nord, SC Velbert, Cronenberger SC, 1. FC Wülfrath, VfL Jüchen-Garzweiler, VdS Nievenheim, Arminia Klosterhardt, SF Niederwenigern, ESC Rellinghausen, TuS Essen-West, TSV Ronsdorf, FC Remscheid.

Landesliga, Gruppe 2: 1. FC Viersen, SV Sonsbeck, SpVgg. Odenkirchen, SC Union Nettetal, VSF Amern, VfB Homberg, Teutonia St. Tönis, SV Hönnepel-Niedermörmter II, VfL Repelen, 1. FC Kleve, SV Straelen, Viktoria Goch, Duisburger SV 1900, VfB Speldorf, FSV Duisburg, PSV Wesel-Lackhausen, VfL Rhede, VfB Uerdingen.

Bezirksliga, Gruppe 6: Sterkrade 06/07, SF Königshardt, Adler Osterfeld, FC Sterkrade 72, Arminia Klosterhardt II, VfB Bottrop, SV Friedrichsfeld, Fortuna Bottrop, 1. FC Bocholt II, SV Hamminkeln, RSV Praest, DJK Lowick, Bocholt 26, SV Emmerich-Vrasselt, SV Krechting, SV Spellen, Olympia Bocholt.