Der Riese bleibt realistisch
14.07.2008 | 19:00 Uhr 2008-07-14T19:00:40+0200Julian Real aus Königshardt nimmt mit der Wasserball-Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Peking teil. Die Nominierung durch Trainer Hagen Stamm war eine echte Zitterpartie
WASSERBALL NATIONALMANNSCHAFTDer Königshardter Julian Real (18) ist nach seinen guten Leistungen bei den Wasserball-Europameisterschaften im spanischen Malaga für die Olympischen Spiele in Peking nominiert worden. Mit 18 Jahren wird Real der jüngste deutsche Wasserballer sein, der an Olympischen Spielen teilnehmen wird. Für Real, der mittlerweile 14 Länderspiele absolviert hat, sind die letzten Monate wie im Traum verlaufen. Einen Traum, den sich der Schüler des Sophie-Scholl-Berufskollegs in Duisburg allerdings hart erarbeitet hat.
Mit seinem Verein, dem Amateur Schwimm Club Duisburg, erreichte der Centerverteidiger in der vergangenen Saison das Finale um die Deutsche Meisterschaft und musste sich dort nur den Wasserfreunden Spandau 04 aus Berlin geschlagen geben. Real konnte jedoch mit überragenden Leistungen auf sich aufmerksam machen und wurde von Bundestrainer Hagen Stamm für die Europameisterschaften im spanischen Malaga berufen. Dort erreichte Deutschland Platz sechs, und Julian Real konnte einmal mehr überzeugen. "So richtig begreifen kann ich das alles noch nicht", hat Real die Nominierung für Olympia noch nicht vollkommen verarbeitet.
"Am Anfang war es schon schwer, weil ich eben sehr jung bin. Ich habe dann einfach versucht, meine Leistung zu bringen", beschreibt Real seinen schwierigen, aber gelungenen Einstieg in die Herren-Nationalmannschaft. Mit seinem Teamkollegen Tobias Kreuzmann vom ASC hat Real aber auch in der Nationalmannschaft stets einen verlässlichen Ansprechpartner. Ihr gemeinsames Ziel in Peking ist das Überstehen der Vorrunde.
Aber auch die Europameisterschaften sind für Real zunächst Neuland gewesen: "Die Belastungen für den eigenen Körper sind wesentlich höher. Die Gegner sind einfach größer und stärker als noch im Jugendbereich. Zudem ist das ganze Spiel viel schneller", zeigt Real den Unterschied zwischen dem Jugend- und Erwachsenenbereich auf. Mit dem Erreichten bei der EM ist Real zufrieden: "Das war wirklich eine tolle Erfahrung. Es war zwar ziemlich anstrengend, aber mit Platz sechs haben wir unser Ziel erreicht."
Die Nominierung war dann für Real eine echte Zitterpartie: "In dem Moment habe ich nur an meine schlechten Aktionen gedacht und befürchtet, dass ich nicht dabei bin. Dann hat auch noch der Bundestrainer einige unglückliche Szenen angesprochen - aber danach hat er doch noch gesagt, dass es ganz gut war und dass ich dabei bin."
Real, der seit dem Jahr 2004 in Duisburg spielt, hält auch stets noch Kontakt zu seinen alten Oberhausener Kollegen. "Mit Stefan Rompf, meinem damaligen Trainer beim Sterkrader Schwimmverein 1927, stehe ich regelmäßig in Verbindung", weiß Real zu berichten.
"Wenn meine Eltern am Samstag aus dem Urlaub kommen, muss ich erstmal mit meinem Vater über die Schule sprechen", steht Real auch vor einigen Alltagsproblemen. Denn pünktlich mit dem Beginn der Olympischen Spiele am 8. August, enden auch in NRW die Schulferien.
Für Real steht nun bis Donnerstag völlige Regeneration auf dem Programm. Dann geht es für den 1,98-m-Hünen auch schon nach Mainz, wo er für die Olympischen Spiele eingekleidet wird. Dass direkt nach Olympia für ihn bereits die Junioren-EM ansteht, sollte Real seinen Eltern vielleicht zunächst verschweigen.
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