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Der Frust sitzt ganz tief bei Rot-Weiß Oberhausen

14.12.2012 | 16:03 Uhr
Der Frust sitzt ganz tief bei Rot-Weiß Oberhausen
Trainer Peter Kunkel schaut auf die Uhr: Noch fünf Minuten zu spielen.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen  Nach dem 1:2 gegen Schalke blickt RWO auf ein gebrauchtes Jahr zurück. Wie so oft zeigten die Oberhausener eine engagierte Leistung, brachte sich aber durch dumme Fehler um den Lohn der eigenen Arbeit.

Noch vor dem Schauer, der kurz nach Spielschluss über dem Stadion Niederrhein niederging, schlichen die Kicker des SC Rot-Weiß wie begossene Pudel vom Platz. Die einen stürmten nach dem Schlusspfiff schnurstracks und laut fluchend in die Kabine, andere schauten mit leerem Blick ins weite Rund oder begaben sich schleppend in die Fankurve, wo allerdings so gut wie niemand mehr war. Das 1:2 (0:0) gegen die U 23 des FC Schalke und vor allem die Art und Weise , wie es zustande kam, sorgte auf allen Seiten für unglaublich viel Frust.

„Wir hatten zuletzt zweimal Pech und vielleicht musste RWO heute dafür büßen“, meinte Schalkes Trainer Bernhard Trares nach der Partie. Für RWO-Trainer Peter Kunkel musste dies wie Hohn klingen. „Wir müssen derzeit wohl für alles herhalten“, so der angefressene Coach, „ich höre nach fast jedem Spiel das Gleiche.“ Nicht nur die Aussagen nach dem Spiel waren symptomatisch für die vergangenen Wochen, auch der Spielverlauf selber war ein Ausrufezeichen hinter den letzten Rückschlägen.

Gegen technisch sichtlich überlegene Schalker half den Oberhausenern zunächst der eigentlich nicht bespielbare Untergrund. Das Schalker Passspiel war wenig effektiv, RWO zeigte Einsatz und gestaltete mit zunehmender Spieldauer die Partie mindestens ebenbürtig. Der Schalker Platzverweis spielte dabei praktisch keine Rolle. Trares ließ danach auch mit einer Dreierkette agieren und das zahlenmäßige Ungleichgewicht war zu keiner Zeit sichtbar.

Einfach unfassbar

RWO spielte wie zuletzt immer engagiert und im Bereich seiner Möglichkeiten. Das hätte auf diesem Untergrund fast zu drei Punkten gegen den aktuellen Tabellenzweiten gereicht. Aber eben nur fast. Und das brachte Fans wie Trainer an den Rand der Verzweiflung. „Einfach unfassbar, wie wir wieder die Gegentore kriegen“, ärgerte sich Kunkel. Er scheute sich auch nicht, die Namen der Spieler zu nennen, die mit ihren Fehlern die beiden Schalker Tore ermöglichten. „Zuerst tritt Rhys Tyler über den Ball und macht anschließend ein dummes Foul und vor dem Elfmeter zieht unser bester Fußballer sein Füßchen weg“, schüttelte Kunkel in der Pressekonferenz den Kopf über das Zweikampfverhalten des zuvor guten Ralf Schneider.

Wieder einmal waren es zwei individuelle Fehler, die wichtige Punkte kosteten. Fehler, die auch Spielern in höheren Ligen durchaus mal passieren, die aber bei RWO derzeit praktisch immer bestraft werden. Dazu noch wie zuvor auch in Kray in den allerletzten Zügen des Spiels, wo nicht mehr reagiert werden kann. „Irgendwer muss in Oberhausen etwas verbrochen haben, dass derzeit jeder Fehler so brutal bestraft wird“, findet Kunkel.

Es fehlt an Selbstvertrauen

Die Fehler kamen aber auch zustande, weil dem Team das Selbstvertrauen fehlt. „Wir haben immer daran geglaubt, hier noch einen Punkt mitzunehmen“, meinte Trares nach der Partie und genau das war der Unterschied. Während die Schalker selbstbewusst an sich glaubten, wurden die Oberhausener nach den Negativerfahrungen der vergangenen Wochen immer nervöser, je näher der Schlusspfiff kam.

Ein Teufelskreis, aus dem schwer herauszukommen ist. Vielleicht kommt die Winterpause recht, um die Köpfe frei zu bekommen. Die im Raum stehende Streichung des kurzen Weihnachtsurlaubs kommt für Kunkel nicht mehr in Frage. „Die Jungs sind fertig mit der Welt. Man kann ihnen ja auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wollen. Daher wäre es jetzt falsch, da noch drauf zu hauen.“

Personell nachlegen

Nichtsdestotrotz wird es in den kommenden Tagen Gespräche mit einigen Spielern geben, denen ein Wechsel nahe gelegt wird. Denn nur dann besteht die Möglichkeit, bis zur Rückrunde personell noch einmal nachzulegen. „Ich bleibe dabei, wir brauchen mindestens noch einen Innenverteidiger und einen Sechser, der auch mal einen Ball nach vorne spielen kann“, hat Kunkel genaue Vorstellungen. Auch Namen dazu, wie auch von ebenso benötigten Stürmern, hat er im Kopf, doch die können nur geholt werden, wenn die derzeitige Gehaltsliste verkleinert wird.

Neben möglichen Neuzugängen baut Kunkel auf die Rückkehr einiger Verletzter. Bei Kapitän Benjamin Weigelt, Alexander Scheelen und auch Patrick Bauder sieht es jedenfalls so aus, als könnten sie in der Vorbereitung wieder einsteigen. „Dann haben wir wieder ganz andere Möglichkeiten“, weiß Kunkel.

Ralf Bögeholz



Kommentare
16.12.2012
11:10
Personell nachlegen?
von Schantall | #1

Flaschen hta RWO doch genug, oder?
Und gute Spieler? Die kommen nicht zu RWO oder nur für sehr viel Kohle.
Und ob die dann in diese Gurkentruppe passen? Wohl eher nicht.

Einfach mal slebst in den A.... Treten und einen raushauen. Ganz einfach :-)))!

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