Das Beste draus gemacht

Da neben Jenny Menz (r.) auch noch Mo Reid und Mimi Hill erkrankt ausfielen, war die NBO-Ersatzbank
Da neben Jenny Menz (r.) auch noch Mo Reid und Mimi Hill erkrankt ausfielen, war die NBO-Ersatzbank
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ohne drei erkrankte Leistungsträgerinnen verkaufte sich NBO im Derby gegen Herne teuer. Nur im dritten Viertel war es eine klare Sache.

Die Spannung war praktisch schon vor dem Sprungball aus dem Derby raus. Zu klar waren die Rollen verteilt. Hier die Außenseiterinnen von NBO, die kurzfristig sogar noch auf drei ihrer Leistungsträgerinnen verzichten mussten. Dort das Spitzenteam aus Herne in Bestbesetzung. Eine Halbzeit lang schafften es die Basketballerinnen aus Oberhausen dennoch, den Favoriten zu ärgern. Am Ende aber gab es mit 62:74 (34:33) ein eher unspektakuläres Ergebnis. Dennoch hatte die Partie einiges zu bieten und die Anhänger beider Mannschaften hatten Grund, ihr jeweiliges Team zu feiern.

Bei NBO hatten sich die Befürchtungen bestätigt und sowohl Monique Reid als auch Mimi Hill und Jenny Menz fielen wegen Mandelentzündungen aus. Damit musste das Trainer-Duo Stefan Mienack und Katja Zberch das Team fast komplett umkrempeln.

Mit Helena Dahlem stand so eine Spielerin in der Startformation, die zwei Stunden zuvor noch mit der zweiten Mannschaft im Abstiegskampf der Regionalliga einen wichtigen Sieg landete. Die vor zwei Wochen 19 Jahre alt gewordene Dahlem bildete gemeinsam mit der ein Jahr älteren Aline Stiller das NBO-Duo unter den Körben – vom Papier her hoffnungslos unterlegen gegen die mit fünf ausländischen Profis antretenden Gäste.

Das nahm ihnen aber auch den Druck, was besonders Stiller zu ihrer wohl besten Leistung im NBO-Dress verhalf. „Sie hat viele gute Aktionen gehabt, was ihr sicherlich sehr gut tat“, erhofft sich Mienack eine selbstbewusstere Stiller in den kommenden wichtigen Spielen. Herne begann treffsicher, doch das schnelle 2:9 (3.) brach nicht den Widerstand der jungen NBO-Mannschaft.

Angetrieben von der unermüdlichen Lea Mersch wurde weiter gekämpft und Mienack hatte durchaus noch Alternativen auf der Bank. Denn Iva Grbas feierte nach ihrem Meniskus-Riss ebenso ihr Comeback wie Christina Krick, die die letzten achteinhalb Monate in den USA verbrachte, wo Basketball für sie eine Nebensache war. Doch mit ihrer ersten Ballberührung der Saison verwandelte sie einen Dreipunktwurf und spätestens mit diesem 11:12 (7.) war die Partie wieder offen.

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Nach der ersten NBO-Führung zum 21:20 (12.) antwortete Herne mit einigen gelungenen Aktionen. zum 23:29 (16.). Doch auch das schreckte NBO nicht und nach starken Einzelaktionen von Stiller und Mersch gingen sie sogar mit einer winzigen Führung in die Kabine. Wenig überraschend erhöhten die Gäste danach den Druck auf Mersch, der überragenden Spielerin auf dem Feld. Damit erzwangen sie einige Ballverluste auf Oberhausener Seite, da Mersch in dieser Phase allzu oft von ihren Mitspielerinnen allein gelassen wurde.

Anders die Gäste. Hier nahm im dritten Viertel Nationalspielerin Ireti Amojo das Heft in die Hand und sorgte fast im Alleingang für den zweistelligen Vorsprung ihrer Mannschaft. Die leisen Hoffnungen auf eine Überraschung waren beim 44:57 nach dem dritten Viertel weitgehend dahin.

Der gute Gesamteindruck wurde aber nicht verwischt. Mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung wurde trotz einiger Fehler der Abstand konstant gehalten und die befürchtete Klatsche vermieden. „Mit dem Ergebnis kann ich leben“, meinte Mienack anscghließend. „Die Mannschaft hat das Beste aus der Situation gemacht und geht durchaus gestärkt aus dem Spiel.“ Dieses gute Gefühl gilt es nun in die nächste Partie zu nehmen, denn Samstag in Chemnitz kann bereits eine Vorentscheidung im Abstiegskampf fallen.