Dann eben Shanghai

Beide Mannschaften der Tigers präsentieren mit Apostolos Tsalastras und der stellvertretenden Fördervereins-Vorsitzenden Heike Veenhues ihre gewonnenen Pokale.
Beide Mannschaften der Tigers präsentieren mit Apostolos Tsalastras und der stellvertretenden Fördervereins-Vorsitzenden Heike Veenhues ihre gewonnenen Pokale.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Basketballer der Blue Tigers mussten auf die World Games in L.A. verzichten, peilen jetzt aber ein Teilnahme in China an.

Auch Rückschläge werfen die Basketballer der Blue Tigers 04 nicht um. Im Gegenteil. Die Handicap-Sportler um ihren Chef Alexandros Christoudas waren beim Handi-Cup in Oldenburg noch erfolgreicher als in den Jahren zuvor, obwohl sie bezüglich ihrer Pläne bei den World Games einen Dämpfer hinnehmen mussten.

Nach ihren souveränen Siegen in den Vorjahren gelang den Oberhausenern in diesem Jahr sogar noch eine Steigerung beim mittlerweile 7. Handi-Cup in Oldenburg (wir berichteten). Da das Team der basketballverrückten Tigers stetig größer wird, reisten sie diesmal gleich mit zwei Teams – und natürlich wieder einer Menge Fans – nach Niedersachsen. Und obwohl die Gastgeber es mit diversen kurzfristigen Änderungen verhindern wollten – am Ende standen sich die beiden Oberhausener Mannschaften im Finale gegenüber.

Zum Leidwesen der Oldenburger Gastgeber trugen sie dieses Spiel auch aus und reklamierten damit den Doppelsieg für sich. „Es kam die Anfrage, ob wir nicht darauf verzichten und die zweite Mannschaft auf den fünften Platz setzen wollen“, erinnert sich Stefan Höffkes, der gemeinsam mit Vanessa Kind als „Headcoach“ der Tigers fungierte. „Das aber hätten wir dem Team nicht erklären können.“ Die Tigers boten an, eine Art Einlagespiel gegen die Gastgeber zu machen, doch das wurde abgelehnt. So siegte die erste Tigers-Mannschaft im Finale gegen die „Zweite“, was ausgiebig mit Maskottchen und Fans gefeiert wurde.

„Macht weiter so“

Daheim angekommen, gab es noch eine Ehrung. Oberbürgermeister-Kandidat Apostolos Tsalastras schaute beim Training vorbei und brachte neben der Anerkennung für die Leistung der Tigers („macht weiter so“) gleich noch einen Basketball mit. Dabei wurde das mit zahlreichen Fotos dokumentierte Turnier-Wochenende auf der Leinwand präsentiert und anschließend wurde mit griechischen Spezialitäten aus dem Hause Christoudas und diversen Getränken gefeiert.

Im Rahmen dessen konnte Trainer Christoudas auch gleich den Blick auf ein neues Ziel lenken. „Ich habe die ersten Buchungen für die Special Olympics im kommenden Jahr erledigt“, meinte er zur Freude der Anwesenden. In knapp einem Jahr finden in Hannover die nationalen Spiele für Menschen mit Behinderungen statt, wo die Blue Tigers ihr Können zeigen wollen.

Das wollten sie in diesem Jahr eigentlich auch bei den World Games in Los Angeles. Sportlich hatten sie sich qualifiziert und alle hatten sich schon auf die großen Spiele in den USA gefreut. Doch daraus wurde dann doch nichts. Denn den Veranstaltern in Amerika wuchs die Sache etwas über den Kopf. „Bei über 18 000 Teilnehmern plus Funktionären, Begleitern und Volunteers gab es ein erhebliches logistisches Problem“, erklärt Christoudas. So kam es zu der Überlegung, bei einigen der 27 Sportarten „auszudünnen“.

„Gewisses Verständnis“

Da finanzschwache Länder auf jeden Fall dabei sein sollten, traf es Länder wie Deutschland, die in fast allen Sportarten vertreten sind. Und hier fiel die Wahl ausgerechnet auf die „traditionell“ Basketballer, also die Teams mit ausschließlich geistig behinderten Spielerinnen und Spielern. „Natürlich haben wir ein gewisses Verständnis für die ganze Sache, aber das ändert nichts daran, dass wir alle ziemlich traurig waren“, gibt Christoudas zu.

Aber die Tigers wären nicht die Tigers, würden sie sich davon unterkriegen lassen. In Hannover wollen sie sich erneut qualifizieren, dann für die nächsten World Games, die 2019 vermutlich in Shanghai stattfinden. Ein zweites Mal würden sie dann wohl nicht auf die Streichliste kommen.