Blau-Weiß hat es geschafft

Erleichtert jubeln die Blau-Weißen nach dem Schlusspfiff in Oberlohberg. Das 0:0 sichert den Sprung in die Landesliga.
Erleichtert jubeln die Blau-Weißen nach dem Schlusspfiff in Oberlohberg. Das 0:0 sichert den Sprung in die Landesliga.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das 0:0 in Oberlohberg macht für BWO den Sprung in die Landesliga perfekt.

Es waren 90 Minuten. 90 sehr lange Minuten. 90 Minuten, die das Nervenkostüm allen Beteiligten des SC Blau-Weiß Oberhausen aufs Äußerste strapazierten und die ihnen wie eine Ewigkeit vorgekommen sein muss. Doch am Ende war die Freude riesengroß. Blau-Weiß hat mit dem 0:0 zum Abschluss bei Absteiger SGP Oberlohberg eine tolle Saison mit dem verdienten Landesliga-Aufstieg gekrönt.

Fußball ist bekanntlich Kopfsache. Und im Hinterkopf hatten die meisten Blau-Weißen das Drama des Saisonabschlusses 2013, als der SC 20 am letzten Spieltag bei dem ebenfalls bereits abgestiegenen SV Union Frintrop den sicher geglaubten Aufstieg noch aus der Hand gab. Kein Wunder, trug bekanntlich ein erheblicher Teil der jetztigen BWO-Mannschaft damals das „Knappen“-Trikot. Inklusive Trainer Thorsten Möllmann. „Sowas kriegt man bei den Spielern schlecht aus den Köpfen“, wusste Möllmann.

Die Angst vor einem erneuten Versagen lähmt in solch einem entscheidenden Spiel Kopf und Beine. Und dann braucht man eben auch mal das nötige Quäntchen Glück. Das war Möllmanns Mannschaft diesmal hold. Zweimal hatten die Liricher in Hälfte eins schon das Unheil kommen sehen. Ein Missverständnis zwischen Levent Cakmak und Torwart Efe Özkan wäre beinahe ins Auge gegangen (40.) und in der Nachspielzeit stand den Oberlohbergern nur der Pfosten im Wege. Halbzeit. 0:0. Die Info aus Buchholz: 1:0 für Verfolger Viktoria. Der Druck wuchs.

Angetrieben von einem bärenstarken Ricardo Lenz, der wie schon die ganze Saison über die Abwehr zusammenhielt und seine Mannschaftskollegen immer wieder zur Konzentration mahnte, überstand Blau-Weiß das wohl schwierigste Spiel der Saison. Das letzte von insgesamt 34. Oberlohberg war durch ihre schnellen Offensivspieler immer wieder gefährlich vor Özkans Kasten gekommen, aber ab Mitte der zweiten Halbzeit ließ der Drang des Gastgebers nach. Beide Mannschaften stellten von nun an praktisch das Fußballspielen ein. Für Blau-Weiß hätte ja ein 0:0 vollkommen ausgereicht. Zwischendurch die Info aus Buchholz: 2:0 für die Viktoria.

Ruhig bleiben. Hinten sicher stehen und nichts zulassen. Ein Gegentor und die Arbeit einer tollen Saison wäre dahin gewesen. Blau-Weiß besann sich darauf, hinten nichts mehr anbrennen zu lassen. Mit Erfolg. „Solch ein Spiel blockiert ungemein“, sagte Torjäger Peter Müller erleichtert. Der war 2013 übrigens kein Spielcluberer. Erleichtert waren anschließend alle, die mit Blau-Weiß mitfieberten. Auch Hans Kielczewski, der in der Saison 1958/1959 als Spieler mit dem Klub aufstieg. Sein Sohn Frank Kielczewski dreimal als Spieler, jetzt als Vorsitzender. Und nun sein Sohn Marcel als Aktiver. Fußball verbindet Generationen. Auch in Lirich.