Bastelpackung
19.02.2010 | 16:26 Uhr 2010-02-19T16:26:44+0100Wenn der Tabellenvierte zum punktgleichen Sechsten fährt, sollte ein offenes Spiel zu erwarten sein. Im Falle von evo NB Oberhausen, die heute beim SV Halle Lions antreten, sind die Rollen jedoch recht klar verteilt. Der Grund für die Favoritenstellung der Ostdeutschen ist dabei durch arge personelle Probleme des NBO-Teams auf der Aufbauposition begründet.
Dort stehen Trainerin Julia Gajewski nämlich mit Lea Mersch und Mandy Hänel beide Spezialistinnen nicht zur Verfügung. Während sich Hänel krank abgemeldet hat, sind bei Mersch wieder Probleme an der Achillessehne aufgetreten. Die Nationalspielerin klagte am Mittwoch bei einer Leistungsdiagnostik in Köln über Schmerzen und die anschließende Untersuchung im dortigen Olympia-Zentrum brachte keine Klarheit über das Ausmaß der Verletzung.
Kein Risiko
Erst Dienstag wird Spezialist Dr. Claus Findt in der Helios-Klinik genauere Untersuchungen durchführen können. Bis dahin soll die Spielmacherin nach Rücksprache mit dem behandelnden Therapaedicum pausieren. „Wir werden auf keinen Fall ein Risiko eingehen, auch wenn wir Lea davon wahrscheinlich noch überzeugen müssen“, weiß Gajewski um den Ehrgeiz der Studentin, die ihr Team trotz der Verletzung begleiten und von der Bank aus unterstützen wird.
Die Chancen auf einen Erfolg sind damit arg geschrumpft, doch im Vorfeld aufgeben will Gajewski nicht. „Wir fahren nicht als Kanonenfutter dort hin“, stellt die Trainerin klar. Die Aufgaben des Point Guards werden auf andere Schultern verteilt.
In erster Linie werden Pia Schiffer und Sarah Austmann den Ball nach vorne tragen, wobei die Kapitänin damit ihrer Stärken auf dem Flügel beraubt wird. Daher wird es auch andere Varianten geben, um ein durchdachtes Angriffsspiel auf die Beine zu stellen. „Wir probieren alles aus“, kündigt Gajewski an.
Große Bedeutung kommt in dieser Konstellation der Verteidigung zu. Hier dürfte es etwas einfacher sein, das Fehlen der beiden „Kleinen“ zu kompensieren. Spielerinnen wie Wiebke Bruns oder Pia Schiffer werden mehr Verantwortung übernehmen müssen, was Gajewski ihnen durchaus zutraut. „Wir wollen mit erhobenem Kopf aus der Halle gehen, egal wie das Ergebnis lautet“, fordert Gajewski eine engagierte Leistung.
Was dann möglich ist, muss sich zeigen.
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