Aus der Vergangenheit lernen
03.08.2010 | 17:16 Uhr 2010-08-03T17:16:00+0200
„Et hätt noch emmer joot jejange!“, heißt es in Artikel drei des Rheinischen Grundgesetzes. Das trifft den Kern, wenn man auf die abgelaufene Saison der DJK Arminia Klosterhardt zurückblickt.
Von der kölschen Lebensweisheit lässt sich aber vor allem eins ableiten: Lerne aus der Vergangenheit! Und genau hier wurde bei den Klosterhardtern geschludert. Wie schon in der spärlich überzeugenden Spielzeit zuvor kratzte die Mannschaft des Fußball-Landesligisten neuerlich gehörig am strapazierten Nervenkostüm der Verantwortlichen sowie ihrer Anhänger und tütete den Klassenerhalt erst auf der Zielgeraden ein.
Ins siebte Jahr
Am Hans-Wagner-Weg geht es nach dem Aufstieg 2004 nun ins verflixte siebte Jahr. Achim Meyer kommt deshalb jedoch nicht ins Grübeln. Die sportliche Liaison zwischen dem Trainer und der Arminia hat schließlich schon länger Bestandskraft, ist gereift und harmoniert. Im Gegensatz dazu muss sich der junge Klosterhardter Kader, dessen Durchschnittsalter gerade einmal bei 22 Lenzen liegt, erst noch frei strampeln und an Erfahrung sammeln.
„Dabei“, so Meyer, „beschleicht mich manchmal nur das dumme Gefühl, dass einige nicht wirklich bereit sind, sich weiter zu entwickeln und den nächsten Schritt zu gehen.“ Der Übungsleiter kitzelt, ja stichelt ab und an ganz gerne gegen das ihm unterstellte Personal, wenn es darum geht, möglichst das Optimum herauszuholen.
Sein Leistungsvermögen voll auszuschöpfen versucht gerade Thorsten Büns. Der bisherige Keeper aus der Bezirksliga-Reserve hat Sebastian Deike zum Duell um den Stammplatz zwischen den Pfosten herausgefordert. Als Fingerzeig ist es wohl eher nicht zu werten, dass Büns’ Trainingssweater auffällig mit der begehrten Nummer eins beflockt ist. An Selbstbewusstsein mangelt es dem 27-jährigen aber jedenfalls nicht: „An der Zahl soll sich nichts ändern. Ich bin bereit.“
Von Tim Coers erhofft sich die sportliche Leitung ebenfalls einen Schub. Der lange Zeit am Knie verletzte Mittelfeldspieler geht in seine dritte Saison und soll zur alten Sicherheit zurückfinden. „Wie bei einigen anderen ist der Welpenschutz bei Tim nun aufgehoben. Es gilt, den Hebel umzulegen“, formuliert Teammanager Andre Stange die Erwartungshaltung.
Ein neuer Kapitän
Sven Schleisiek hat derweil sein Kapitänsamt zur Verfügung gestellt, gute Chancen auf die Nachfolge des Abwehrchefs besitzt Marcel Kositz. „Sven wird ganz bestimmt auch ohne die Binde Verantwortung übernehmen“, ist Meyer von der Präsenz seines Routiniers auf und neben dem Platz überzeugt.
Harun Al und Marcel Brenne kommen aus der A-Jugend und stehen stellvertretend für die strikte Fortsetzung des Verjüngungsprozesses. Dazu gesellen sich Daniel Agostino vom Landesligisten TuS Bösinghoven und Georges Nasser (VfB Bottrop). Necip Eren gab in der vergangenen Woche noch seine Zusage. Der ehemalige Nachwuchsstürmer von RWO stand zuletzt in Wattenscheid unter Vertrag, sammelte an der Lohrheide aber kaum Spielpraxis. Für Jura Adolf (Kreuzbandanriss) wäre es schon ein großer Fortschritt, Ende September wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.
Mit der Vorbereitung ist Meyer bislang zufrieden. „Alle sind engagiert und bissig bei der Sache. Die Qualität hat sich erhöht, der Konkurrenzkampf behagt mir sehr“, schildert der Coach positive Eindrücke. „Es ist niemand dabei, der großartig abfällt.“ Den Wechsel in die Essener Gruppe begrüßt Meyer hingegen eher etwas argwöhnisch: „Wir werden uns umstellen müssen, weil dort eher Fußball gearbeitet wird.“
Und für eine sorgenfreie Saison muss das Team aus der Vergangenheit lernen.
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