Arminia nahm Revanche

Gute Stimmung herrschte beim Blau-Weiß-Cup in der Jürissenhalle.
Gute Stimmung herrschte beim Blau-Weiß-Cup in der Jürissenhalle.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Landesligist aus Klosterhardt gewann den Blau-Weiß-Cup. Im Endspiel gab es ein 3:2 gegen die gastgebenden Liricher.

Das macht doch Lust auf mehr! Der Blau-Weiß-Cup war wieder einmal toller Auftakt in die Hallensaison und ein guter Vorreiter für die anstehende Stadtmeisterschaft. Mit rund 550 Zuschauern wurde das von Bezirksligist Blau-Weiß Oberhausen organisierte erste Turnier im neuen Jahr wieder einmal gut angenommen. Aus Gastgebersicht gab es nur einen Schönheitsfleck: Im Endspiel unterlag die erste Mannschaft der Hausherren gegen Arminia Klosterhardt mit 2:3. Der Landesligist verdarb den Lirichern somit eine mögliche Titelverteidigung und revanchierte sich obendrein für das verlorene Endspiel bei der Stadtmeisterschaft im vergangenen Jahr.

Spielerisch waren die Blau-Weißen gewiss die beste Mannschaft, aber die Klosterhardter spielten schlicht cleverer und effektiver und hatten zudem mit Norman Seitz den besten Torwart des Turniers zwischen den Stangen. Bei BWO waren übrigens die Stützen Ümit Ertural, Ricardo Lenz, Oliver Nözel und Peter Müller nicht mit von der Partie. Reine Vorsichtsmaßnahmen aus Angst vor Verletzungen oder wie die „Kobra“ humorvoll erklärte: „Ich habe Weihnachten zu viel gegessen.“

Zu gefallen wusste A-Ligist Sterkrade 72. Die Mannschaft von Jens Szopinski spielte frech auf und sicherte sich in der Gruppe A die Tabellenführung – noch vor Landesligist Sterkrade-Nord und Bezirksligist Adler Osterfeld. Im Halbfinale gegen Gastgeber BWO und im späteren Neunmeterschießen um Platz drei hatten die „Volkspark“-Kicker das Nachsehen. „Es hat wie schon bei dem letzten Turnier in Bottrop das letzte Quäntchen gefehlt“, ärgerte sich „Schuppi“, war aber trotzdem stolz auf seine Jungs. „Wir haben uns super verkauft.“

Die Schmachtendorfer, die bei diesem Turnier von Kazim Karacali betreut wurden, kamen erst spät in Tritt, sicherten sich aber noch Platz zwei und somit den Halbfinaleinzug. Für die Rothebuscher war bereits nach der Vorrunde Schluss. Tobias Hauner, sechsfacher Torschütze der Rot-Weißen, wusste früh: „Wir brechen uns hier den Finger in der Nase.“ Auch die „Zweite“ von Blau-Weiß, letztes Jahr noch überraschender Finalist und Arminia Lirich schieden ebenfalls vorzeitig aus.

Alstadener Not-Mannschaft

Gratulationen gab es nicht für den späteren Turniersieger sondern auch für Schiedsrichter Mike Salzsiedler, der Sonntag seinen 46. Geburtstag feierte und zusammen mit Hayrettin Urtenur für einen ruhigen Ablauf auf dem Parkett sorgte. In der Gruppe B sicherte sich der spätere Sieger Arminia Klosterhardt, die nur gegen Concordia und Ex-Trainer Michael Keiser (2:2) Punkte ließen und Blau-Weiß auch schon in der Gruppenphase erstmals mit 3:2 bezwangen, die Pole-Position. Die Hausherren reihten sich schließlich dahinter ein. Concordia spielte ein gutes Turnier – trotzdem war nach der Vorrunde ebenso Schluss wie für Buschhausen 1912 und SW Alstaden.

Apropos Alstaden: Der Bezirksliga-Vorletzte präsentierte sich nicht nur mit dem neuen Trainer Kai Timm sondern auch mit einer Not-Mannschaft, zusammengebastelt aus Alt-Herren-Kickern und Spielern der zweiten Mannschaft. Timm hierzu: „Ich habe bereits mit allen Spielern der ersten Mannschaft gesprochen. Die Reaktionen sind allesamt unterschiedlich ausgefallen. Mein Wunsch wäre es, mit den Spielern weiter zu arbeiten, die hier waren bzw. noch hier sind. Beeinflussen kann ich das natürlich nur bedingt.“ Trotzdem ist er sich sicher, zur Stadtmeisterschaft und zur Rückserie eine schlägkräftige Mannschaft vorzeigen zu können. So war laut Timm die gelungenste Aktion der Schwarz-Weißen ein „Beini“ des 43-jährigen André Braun. Trotz klarer Niederlagen ging der Spaß bei „Brauni“ & Co. nicht verloren.

Im ersten Halbfinale drehten die Gastgeber einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Sieg gegen die forschen 72er um. Das zweite Halbfinale musste im Neunmeterschießen entschieden, da die Nordler nach Gegegentoren von Patrick Drechsler und Sandro Garcia Melian prompt in Person von Ivica Karabaic und Julian Berg zurückschlugen. Das bessere Ende hatte in dem Fall die Arminia, wie auch im späteren Endspiel gegen BWO.

Den dritten Platz sicherte sich Nord vor Sterkrade 72. Der beste Spieler stand mit Ümit Mutlu auf Seiten der Hausherren – genauso wie der beste Torschütze David Möllmann mit zehn Treffern. Der Turniersieger wurde im übrigen nicht von Hans-Günter Bruns betreut, der als Zuschauer Platz auf der Tribüne nahm, sondern von seinem Co-Trainer Dennis Washofer. „Wir sind das Turnier locker angegangen. Jeder sollte seinen Spaß haben, der Ernst und der Siegeswille kommen dann automatisch“, erklärte Washofer. „Und eine kleine Revanche für die verlorene Stadtmeisterschaft war es ja auch.“