Alles auf Anfang

Amber Stokes ist wie ihr Team am Sonntag in Halle gefordert.
Amber Stokes ist wie ihr Team am Sonntag in Halle gefordert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Bundesliga-Damen von evo NBO spielen am Sonntag zum diesjährigen Debüt von Katja Zberch an der Seitenlinie beim SV Halle.

Eine gewisse Nervosität kann Katja Zberch nicht leugnen. „Es ist anders als im letzten Jahr, ich mache wieder eine neue Erfahrung, aber es ist okay“, beschreibt die neue Cheftrainerin des Damen-Erstligisten evo NBO ihre neue Situation. Lediglich vier Trainingseinheiten standen ihr zur Verfügung, ehe am Sonntag um 15 Uhr das Spiel bei den Halle Lions angepfiffen wird.

Die Einheiten haben ihr aber Mut gemacht. Verlief das erste Training noch sehr angespannt, hat sie mittlerweile bei den meisten Spielerinnen eine größere Lockerheit ausgemacht. Ob der Trainerwechsel den oft in einer solchen Situation verliehenen neuen Schwung bringt, wird sich erst Sonntag zeigen. Dann sind die Oberhausenerinnen zwar durchaus Außenseiter, für Zberch ist es dennoch eine eminent bedeutende Partie. „Vom Kopf her ist das Spiel sehr wichtig, auch in Bezug auf die nächsten Begegnungen.“

So hat sie sich in dieser Woche nicht nur mit ihrem Team, sondern auch dem Gegner beschäftigt. Auch dort fehlt in diesem Jahr noch das nötige Erfolgserlebnis und es wurde getauscht. Allerdings nicht neben, sondern auf dem Feld. Eine Negativserie wird also brechen, und für Zberch steht fest, welche das sein soll. „Wir haben das Potenzial, in Halle zu gewinnen. Aber dafür müssen wir alle einen guten Tag erwischen und unsere Stärken aufs Feld bringen.“

Vor allem geht es darum, endlich auch wieder einmal konstant innerhalb einer Partie zu agieren. Zuletzt zeigte die Mannschaft regelmäßig stark wechselnde Leistungen, die einen achterbahnfahrtgleichen Spielverlauf mit sich brachten, bei dem dann jeweils der Gegner am Ende oben auf war. Für Zberch steht erfahrungsgemäß die Verteidigungsarbeit im Vordergrund.

Da gilt es besonders auf Tiffany Porter-Talbert zu achten, die praktisch für alles im Hallenser Spiel zuständig ist. Die athletische Flügelspielerin ist nicht komplett aus dem Spiel zu nehmen, doch wenn ihre Kreise eingeschränkt sind, lahmt das gesamte Spiel der Lions. Daneben muss ein besonderes Auge auf Laura Hebecker geworfen werden, die zweitbeste Schützin bei den Ostdeutschen.

Auf der anderen Seite wird einiges darauf ankommen, ob Monique Reid nach ihren zuletzt schwächeren Auftritten wieder zu alter Form findet. Die amerikanische Centerin ist als Punktesammlerin kaum zu ersetzen, agierte zuletzt aber allzu häufig mit fehlender Körpersprache und lässigem Verteidigungsverhalten. „Mo hat gut trainiert, ich bin guter Dinge, dass sie Sonntag ihr Können abruft“, gibt sich Zberch optimistisch. Dann könnte ihr Debüt durchaus erfolgreich verlaufen.