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Sponsoring

„Äußerst kontraproduktiv“

14.02.2012 | 22:01 Uhr
„Äußerst kontraproduktiv“
Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool

RWO und evo NBO sind überrascht von Ankündigung Wehlings über Einschnitte beim Spitzensport

Die äußerst angespannte Haushaltslage in Oberhausen ist keine Neuigkeit. Auch die Sportvereine sind davon in vielfältiger Weise betroffen. Nun hat Oberbürgermeister Klaus Wehling auch das Sponsoring der beiden Profi-Klubs RWO und evo NBO durch die städtische Tochter evo im Rahmen der städtischen Haushaltskonsolidierung in Frage gestellt.

Bei einem Pressegespräch mahnte Wehling, der gleichzeitig in den Aufsichtsräten von RWO und evo sitzt, eine Kürzung der Ausgaben für die beiden Vereine an. Konkrete Pläne dazu gibt es allerdings noch nicht, wie evo-Geschäftsführer Hartmut Gieske bestätigt. Entsprechend überrascht zeigten sich die Vorsitzenden der beiden betroffenen Klubs. „Wir haben eigentlich einen guten Draht zum OB“, meint etwa RWO-Präsident Hajo Sommers süffisant, „aber wir wissen von nichts.“

Sommers, der derzeit mit Wirtschaftsprüfern und Vorstandskollege Jörg Lange an den Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison arbeitet, kommt der Zeitpunkt dieser Aussagen gar nicht gelegen. „Das ist äußerst kontraproduktiv für uns, weil es eine Sogwirkung für andere Sponsoren hat, mit denen wir gerade in Gesprächen sind.“

Auch mit der evo stehen entsprechende Gespräche über die Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages an. „Wie in jedem Jahr zu diesem Zeitpunkt“, wie Sommers anmerkt, der davon ausgeht, in der kommenden Saison über den gleichen Sockelbetrag verfügen zu können. „Uns ist jedenfalls nicht signalisiert worden, dass der Vertrag nicht erneuert würde“, so der RWO-Chef, der bis zum 15. März die Lizenzierungsabgaben beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht haben muss.

Ähnlich überrascht ist Sabine Benter. Die Vorsitzende der Bundesliga-Basketballerinnen von evo NBO war am Sonntag auf einer Liga-Sitzung in Frankfurt, wo die Rahmenbedingungen für die nächste Saison abgesteckt wurden. „Die wollte ich abwarten, bevor ich die Gespräche mit unserem Hauptsponsor über die Modalitäten für die neue Spielzeit führe“, erklärt Benter, für die sich die Situation nun nicht geändert hat. „Die Gespräche finden ohnehin statt und mir sind auch keine konkreten Pläne für einen Rückzug der evo bekannt.“ Bis Ende März muss der Verein jedoch wissen, woran er ist. Dann endet die Frist für den Lizenzantrag für die kommende Saison.

s. Kommentar

Ralf Bögeholz

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Kommentare
16.02.2012
16:47
„Äußerst kontraproduktiv“
von ichweisswie | #7

Oberhausen hat einen Hockeyverein der kurz vorm Aufstieg in die 2.Bundesliga (Halle und Feld) steht. Leider ist das Interesse an diesem Sport so gering, aus welchen Gründen auch immer, das der Verein keinerlei Unterstützung erhält. Verdient hätte er es aber!

16.02.2012
14:04
„Äußerst kontraproduktiv“
von der_Alstadener | #6

Wenn RWO in dem Bereich des Bierkrugstemmens tätig währe, würde sich unser lieber Herr Oberbürgermeister Wehling sofort selber in die 1. Mannschaft aufstellen. Aber da der RWO unter anderem nur Fußball in der 3. Bundesliga spielt ist der Verein dem OB Wehling ja sche.. egal genauso der Bundesligist im Basketball NBO, da können wir ja ruhig an Sponsorengelder sparen.
Die hier gesparten Sponsorengelder gehen dann zur Stadt Oberhausen, wo sie nicht für dringent gebrauchte Sachen draufgehen. Nein die werden dann sinnlos in sochle Projekte wie ein Erhalt einer Mauer 180.000 € oder im Weiterbestehen BFO 900.000 € gesteckt. Ja für solche tollen Projekte brauchen wir dringender Geld als für Spitzensport in unserer Stadt.
Ich habe das Gefühl der OB war noch vollkommen blau von der letzten Karnevalsitung als er dies verkündet hat.

15.02.2012
16:10
„Äußerst kontraproduktiv“
von buttsche | #5

Entweder fehlt das Sponsoring oder die Leistung. Im Moment ist es die Leistung von RWO, jedoch nicht von NBO. Es gab schon einmal erstklassiges Basketball und Eishockey in Oberhausen, alles Geschichte! Lag es am fehlenden Sponsoring oder an mangelnder Vereinsführung? Wenn RWO und NBO das Sponsoring gestrichen werden soll, dann verteilt doch den kümmerlichen Rest auf alle Oberhausener Sportvereine, die können es gebrauchen!

15.02.2012
11:48
sparen, aber nicht bei uns
von bauhaus11 | #4

man versteht die vereinvorsitzenden ja. aber grundsätzlich geht es ja um das thema "sparen". als außenstehender kann man keine fachgerechten empfehlungen geben - das wäre vermessen. aber alle, die es letztendlich "betreffen" muss, klagen - bitte nicht bei uns. das ist wie beim klimaschutz, alle reden betroffen, das etwas passieren muss, aber wenn das "passieren" zu nahe kommt, gibt es protest.

und den skandal-stadionbau in essen als positives beispiel heranzuziehen, das ist schon abenteuerlich. für einen 4.ligisten - das wird rwe ja auch in der kommenden saison noch sein - diese investition angesichts leerer stadtkassen - ein absolut skandalöser vorgang.

man darf sicher davon ausgehen, dass die vereine in oberhausen gravierende probleme haben, sponsoren zu finden. aber das für 2 der wichtigsten clubs in der stadt ein städtisches unternehmen einen gewichtigen oder gar den hauptsponsor abgibt, ist nach meiner einschätzung ohnehin heikel.

2 Antworten
„Äußerst kontraproduktiv“
von Schantall | #4-1

Die Stadtbücherei ist aber noch in Funktion! Ebenso die VHS.
Vielleicht odnen Sie mal den Buchstabensalat, bevor sie hier posten.
Man kann auch seinen Hauptschulabschluss dort nachholen :-))!

„Äußerst kontraproduktiv“
von nicnacnic | #4-2

Zitat:
"und den skandal-stadionbau in essen als positives beispiel heranzuziehen, das ist schon abenteuerlich. für einen 4.ligisten - das wird rwe ja auch in der kommenden saison noch sein - diese investition angesichts leerer stadtkassen - ein absolut skandalöser vorgang."

Das kannst du nicht vergleichen, in Essen war/ist das Stadion städtisch. Diese ist auch für den Erhalt, Reparaturen etc. verantwortlich. Das GMS hätte allein letztes Jahr nur für notwendige Reparaturen 7 Mio. € benötigt. Da diese Flickschusterei in diesem, nächstem Jahr und so weiter gegangen wäre, kommt ein Neubau die Stadt wesentlich günstiger, als ein permanentes Nach,-und Ausbessern der alten Ruine. Dies ist eine ganz normale Kosten/Nutzen-Rechnung eines Eigentümers und hat mit Skandal nix zu tun.

Das Argument, RWE zahlt ja kaum Miete in der 4.Liga in dem neuen Stadion zieht auch nicht, weil jetzt zahlt man garnichts.

Jetzt fragen sich sicherlich einige, warum man einen Verein, der letztes Jahr sogar insolvent war, nicht einfach kaputt gehen lassen hat ? Die Gelegenheit war günstig. Weil man es als Chance gesehen hat, dem Verein ein neues Stadion hinzustellen, sozusagen die Voraussetzungen schaffen will, sich sportl. und wirtschftl. weiter zu entwickeln (ohne Schulden) das sich der Verein in Zukunft selbst trägt und eben zu einem Aushängeschild der Stadt wird.
Hinzu kommt noch das wiederherstellen des sozialen Friedens in der Stadt. Die Stadt kann ja wohl kaum den Fussball ( Kultur des kleinen Mannes) kaputt gehen lassen und die Hochkultur Theater und Philharmonie mit jährl. ca. 140 Mio € unterstützen.

Klar, Oberhausen wird aus Düsseldorf zwangsverwaltet, da kommt jeder €uro auf den Prüfstand. Dennoch muss es in einer Stadt wie OB möglich sein, das fussballerische Aushängeschild zu unterstützen. Eine Stadt muss seinen Bürgern auch was bieten können, ansonsten kehren die dieser den Rücken. Der Verein ist auch ein Arbeitgeber, dessen Angestellte, egal ob auf der GS, Fanshop oder auf dem Rasen ihre Steuern und Abgaben zahlen. Als Aussenstehender assoziiere ich Oberhausen immernoch mit RWO und nicht mit dem Centro.

15.02.2012
11:33
„Äußerst kontraproduktiv“
von StutzOB | #3

So etwas gibt es in keiner anderen Stadt in Deutschland, normalerweise sind erfolgreiche bzw. hochklassige Sportvereine Aushängeschilder für Städte und werden dem entsprechen unterstützt, insbesondere von Städtischen Unternehmen… Aber auch hier geht Oberhausen wieder einen anderen Weg. Ich würde es verstehen wenn die Gelder dafür evtl. in den Breitensport (Schwimmbäder, Sportplätze etc.) fliessen würden, stattdessen werden diese Gelder als Tropfen auf den heissen Stein in der Stadtkasse oder anderswo verschwinden !

15.02.2012
08:32
„Äußerst kontraproduktiv“
von Robert_Meier | #2

Wenn man an eine Nachbarstadt denkt die ihrem Verein soeben ein Stadion hinstellt und der bis zum Aufstieg in Liga 2 eine lächerliche Miete zahlen muss zeigt dies welche Stellenwert Sport in Oberhausen hat.

15.02.2012
07:25
„Äußerst kontraproduktiv“
von ichweisswie | #1

Mittlerweile ist es auch mal Zeit über das politische Ende vom Wehling nachzudenken!

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