Abschied von den Leistungsklassen

Durch die Reform erhofft sich der Jugendausschuss wieder mehr spannende Spiele im Kreis.Foto:Kerstin Bögeholz
Durch die Reform erhofft sich der Jugendausschuss wieder mehr spannende Spiele im Kreis.Foto:Kerstin Bögeholz
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Was wir bereits wissen
Der Kreis Oberhausen/Bottrop beschließt neue Ligen-Strukturen und führt eine Quali-Runde ein. Damit soll auf das Leistungsgefälle und spontan Abmeldungen besser reagiert werden.

Die Ligen-Struktur im Jugendfußball des Kreises Oberhausen/Bottrop wird sich mit Beginn der kommenden Saison deutlich verändern. Wie die Vereine am Montagabend mehrheitlich beschlossen, wird es ab sofort keine Leistungsklassen mehr geben. Dies wird mit der stetig abnehmenden Zahl an gemeldeten Jugendmannschaften als auch der immer stärker auseinanderklaffenden Leistungsstärke der Teams begründet.

Den Vereinen wurde die Veränderung vor gut einem Monat vorgestellt und nach zahlreichen Gesprächen und Anpassungswünschen nun mit einer Mehrheit von 19:11 Stimmen beschlossen. Statt der Leistungsklassen und den gerne als „Bauernliga“ bezeichneten Kreisklassen in den Altersklassen der A- bis D-Junioren wird es in Zukunft ähnlich dem Seniorenbereich eine Kreisliga A, B und C geben. Mit dem Unterschied, dass es keine starre Auf- und Abstiegsregelung gibt.

Die gemeldeten Mannschaften werden zunächst in zwei Quali-Gruppen mit bis zu 16 Teams aufgeteilt, die ab Ende August in einer einfachen Runde gegeneinander antreten werden. Im Dezember „wird es dann einen Cut geben“, wie Kreisjugendwart Dieter Wilms erläutert. Die besten vier Mannschaften beider Gruppen bilden dann in der bisherigen Rückrunde die Kreisliga A. Dort wird mit einer Hin- und Rückserie der Kreismeister ermittelt, der mit Ausnahme der D-Jugend an den Relegationsspielen zur Niederrheinliga teilnimmt.

Die weiteren Mannschaften bilden die Kreisliga B und C. Dazu gehören auch die Reservemannschaften oder Teams der jüngeren Jahrgänge, die ebenfalls an der Quali-Runde im Herbst teilnehmen.

Damit auch immer die besten Teams in der Kreisliga A spielen, wird in jedem Jahr in der ersten Hälfte der Saison eine Quali-Runde geben. Damit soll verhindert werden, dass wie in der abgelaufenen Saison Mannschaften mit über 200 Gegentoren – durch Rückzüge anderer Vereine innerhalb der Saison – den Klassenerhalt in der Leistungsklasse schaffen. Daher ist auch die Mehrheit der Trainer für die neue Ligen-Struktur. „Der Leistungsunterschied selbst in der Leistungsklasse war zuletzt schon enorm“, findet etwa Ali Bayram, Trainer der A-Jugend von SW Alstaden, „da wurde Zeit, dass sich etwas ändert.“

Rückzüge wie etwa zuletzt von BW Oberhausen zu Beginn der Saison haben dann weniger negative Auswirkungen auf andere Mannschaften und können besser abgefedert werden. Damit wäre neben dem Leistungsgefälle auch der zweite Grund für die Neustrukurierung genannt. Die Zahl der gemeldeten Teams im Kreis ist in den vergangenen Jahren stets rückläufig. „Vor gut zehn Jahren hatten wir noch an die 400 Mannschaften“, erinnert sich Wilms, „in der abgelaufenen Saison waren es 320 inklusive der wachsenden Zahl an Mädchenmannschaften.“

Änderung auch bei den Jüngsten

In den jüngeren Altersklassen ist der Rückgang noch am geringsten. Aber auch hier wird es in der neuen Saison eine Neuregelung geben. „Wir werden auch bei den Kleinen Gruppen schaffen und sie im Winter dann neu einteilen“, informiert Wilms, um allzu große Leistungsunterschiede mit irrwitzig hohen Ergebnissen zumindest abzufedern. „Das hilft schließlich niemandem, die einen werden nicht gefordert und die anderen verlieren an Motivation“, findet Wilms.