4:2! Adler holt Pokal

Das 4:2 und Udo Hauner (rechts) kann es nicht fassen. Ungläubig wendet er sich ab, nachdem seine Jungs ein 0:2 noch gedreht haben.
Das 4:2 und Udo Hauner (rechts) kann es nicht fassen. Ungläubig wendet er sich ab, nachdem seine Jungs ein 0:2 noch gedreht haben.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Osterfelder holten gegen Sterkrade-Nord einen 0:2-Rücktand auf.

Sie wähnten sich schon auf der Siegerstraße, standen aber am Ende mit leeren Händen da: Landesligist Sterkrade-Nord verspielte im Finale des Kreispokals eine 2:0-Führung gegen den klassentieferen Titelverteidiger Adler Osterfeld. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den Nord-Spielern nach der 2:4 (2:1)-Niederlage. Aus einer geschlossenen und tollen Mannschaftsleistung der Rothebuscher stach der überragende Torjäger Tobias Hauner hervor, der drei Treffer erzielte. Sterkrades Trainer Markus Kowalczyk nahm es locker: „Wir haben unsere Hausaufgaben in der Meisterschaft gemacht. Das ist mir wesentlich wichtiger.“

Nach gerade mal sieben Minuten hatten die Schmachtendorfer schon eine Hand am Pott: Kapitän Christian Biegierz und Tom Mattern hatten Nachlässigkeiten in der Adler-Hintermannschaft eiskalt bestraft und früh eine 2:0-Führung für den Favoriten herausgeholt. Wie aber lässt sich das erklären, was sich in der Folge abspielte? Waren sich die Nordler ihrer Sache zu sicher? Oder war es die unbändige Moral des Titelverteidigers? Adler-Angreifer Tobias Hauner, der drei Tore in diesem Endspiel erzielte und somit großen Anteil an der Titelverteidigung hatte, sagte mit dem Pokal in den Armen und einem breiten Grinsen auf den Lippen: „Tja, Totgesagte leben bekanntlich länger.“

Vor 450 Zuschauern auf der Platzanlage des SC Glück-Auf Sterkrade waren nach dem 0:2-Rückstand nur noch die Adler aktiv. Bereits zur Pause hätte die Partie ausgeglichen stehen müssen. Doch mehr als der 1:2-Anschlusstreffer (24.) nach einer feinen Einzelleistung Hauners sprang trotz bester Chancen nicht heraus. Die Nordler schienen die Führung den sommerlichen Temperaturen angemessen nach Hause schaukeln zu wollen. Kowalczyk machte die Niederlagen an zwei Sachen fest: „Ich musste früh verletzungsbedingt zweimal wechseln. Das haben wir nicht auffangen können, zumal wir schon im Vorfeld viele Ausfälle hatten.“ Des Weiteren war Kowalczyk mit der seiner Meinung nach überharten Gangart der Osterfelder nicht einverstanden. „Für Adler war es scheinbar der Höhepunkt der Saison. Ich wäre ein fairer Verlierer, wenn sie mich sportlich überzeugt hätten. Aber nicht so. Da ist mir die Gesundheit meiner Spieler wichtiger.“

Große Lücken

In der Tat hinterließen die frühen Ausfälle von Manuel Augenstein (35.) und insbesondere Torschütze Christian Biegierz, der nach einer Viertelstunde humpelnd das Spielfeld verlassen musste, großen Lücken im Zentrum des Nord-Spiels.

Auch Adler-Coach Udo Hauner konnte nicht aus dem Vollen schöpfen und hatte angeschlagene Spieler zu beklagen. Kowalczyks Meinung über die Spielweise des SV Adler hatte er unter den objektiven Zuschauern exklusiv. Seine Spieler waren selbstkritischer. Ergänzungsspieler Mike Ratkowski: „Adler hat den Sieg verdient. Nach dem 2:0 haben wir nichts mehr für das Spiel gemacht.“ Und auch der eingewechselte Tobias Biegierz stieß ins gleich Horn: „Nach dem 2:0 kam nicht mehr viel von uns.“ Die Rothebuscher hingegen gaben sich nie auf, auch wenn sie Anfang der zweiten Halbzeit nicht zu Möglichkeiten kamen, weil die Abwehr der Schmachtendorfer unüberwindbar schien. So verhalf ein Elfmeter, den Kowalczyk für nicht berechtigt hielt, Adler zum Ausgleich. Torwart Paul Kornettka holte Hauner von den Beinen.

Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte (63.). Komplett aus dem Häuschen waren die Rot-Weißen, als Hauner die 3:2-Führung besorgte (77.) und Mehmet Kafli in der Schlussphase den Sack zu machte (88.). „Rothebuscher Löwen geben niemals auf“, jubelte Osterfelds sportlicher Leiter Frank Neuwirth, der in den Schlussminuten nervös auf und ab ging. Dann war die Freude auf Osterfelder Seite groß, die durch die Verletzung von Marius Baensch etwas getrübt wurde – Verdacht auf Kreuzbandriss. „Genau wegen solch einem Spiel bin ich dankbar, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen“, verneigte sich Hauner vor seinen Spielern.