Zavadsky sichert 1. BVM das Remis

1. BV Mülheim -
1. BC Beuel 3:3

Herrendoppel: Dmytro Zavadsky/Marcus Ellis/Jorrit der Ruiter - Chris Langridge/Andreas Heinz 21:18, 9:21, 18:21
Damendoppel: Judith Meuendijks/Johanna Goliszewski - Birgit Michels/Lauren Smith 21:17, 21:14
1. Herreneinzel: Dmytro Zavadsky - Yan Kit Chan 21:12, 20:22, 21:13
Dameneinzel: Judith Meulendijks - Luise Heim 21:9, 21:10
Gemischtes Doppel: Jorrit de Ruiter/Johanna Goliszewski - Chris Langridge/Birgit Michels 17:21, 18:21
2. Herreneinzel: Alexander Roovers - Erik Meijs 19:21, 12:21

Nach fast dreistündiger Spielzeit musste sich Boris Reichel (39), Trainer des Bundesligisten 1. BV Mülheim erst einmal setzen. „Schließlich bin ich ja schon ein alter Mann.“ Ein paar Minuten älter geworden ist er am Sonntag im Leistungszentrum an der Südstraße allemal. Völlig unerwartet musste der Coach wieder einmal improvisieren und ein neues Team aus dem Hut zaubern, weil seine Engländer bei der geplanten Anreise stecken geblieben. Und wieder stimmte die Balance, die Mülheimer verdienten sich gegen den in Bestbesetzung angetretenen letztjährigen Halbfinalgegner 1. BC Beuel das Unentschieden. Der Coach war am Ende geschafft, aber auch ohne jeden Punktabzug rundum glücklich: „Einfach fantastisch, das war ohne jeden Zweifel die beste Mannschaftsleistung der Saison.“

Mit allem, was Rang und Namen hat, anzutreten, war lange das Pfund, mit dem der deutsche Rekordmeister üppig wuchern durfte. Diese rosigen Zeiten waren auch im Westderby gegen Bonn vorbei. Hatte sich schon in den letzten vier Begegnungen des alten Jahres das Personal-Karussell aufgrund von internationalen Turnierverpflichtungen und Krankheit rasant gedreht, nahm es beim Rückrundenauftakt abermals Fahrt auf. Die englischen Nationalspieler Fontaine Mica Chapman und Marcus Ellis blieben auf dem Londoner Großflughafen Heathrow hängen und brachten ihren Trainer gehörig ins Schwitzen. Die Einzelspielerin traf am Sonntagabend in Düsseldorf ein und wird am Dienstag in Dortelweil am Start sein. Ellis blieb gleich in seiner Heimat, er war für das Auswärtsspiel in Hessen ohnehin nicht vorgesehen.

Das verbliebene BVM-Quintett formierte sich zum verschworenen Kreis und nahm dann seine Arbeit auf. Zur Spielerin des Tages stieg einmal mehr die unaufhaltsame Mannschaftsführerin Judith Meulendijks auf. Zusammen mit Johanna Goliszewski bildete sie ein hochkonzentriertes Doppel, nach dem Zwei-Satz-Sieg hieß es 1:0 für die Gastgeber. Den zweiten Punkt steuerte die 36-jährige Niederländerin im Einzel bei und sorgte bei der 18-jährigen Luise Heim im Schnelldurchgang für juvenile Verzweiflung.

Einen nicht eingeplanten, freilich erfolglosen Kraftakt musste Jorrit de Ruiter vollbringen. Nach einer mehrwöchigen schweren Virusinfektion und nur einwöchigem Training musste der Niederländer, der sonst zusammen mit Marcus Ellis ein schlagkräftiges Duo bildet, im aus der Not geborenen Doppel mit Dmytro Zavadsky ran. An der Gegenwehr lag es nicht, im Entscheidungssatz hieß es 18:20. Doch letztlich harmonierten die Beueler besser. Was sich später für de Ruiter im Mixed an der Seite von Johanna Goliszewski wiederholte.

Der letzte Vorhang gehörte Zavadsky, dem Retter des Unentschiedens. Im ersten Satz marschierte der Ukrainer gegen Yan Kit Chan aus Hongkong los, im zweiten sah es beim 15:11 nach einer Fortsetzung aus. Doch dann stolperte der Mülheim auch über die ein oder andere merkwürdige Schiedsrichterentscheidung. Zavadsky schüttelte sich und marschierte im Entscheidungssatz wieder unaufhaltsam los. Hut ab, 1. BVM!