Weltmeister lässt Tore sprechen

Der Gastgeber und Turnierfavorit brauchte eine Weile, um in der Arena Leipzig Fuß zu fassen, dann nahm die Spielregie aber den erwarteten Lauf. Die deutschen Hockey-Herren mit dem Uhlenhorster Trio Timm Herzbruch, Thilo Stralkowski und Ferdinand Weinke sind am Mittwochmittag mit dem letztendlich überzeugenden 9:4 (3:1)-Erfolg gegen Schweden in die Weltmeisterschaft 2015 gestartet. Am Abend folgte der 11:3-Kantersieg gegen den Hockey-Exoten Iran. In dieser Partie hieß es nach zwölf Minuten bereits 7:0.

Während die Auswahl von Bundestrainer Stefan Kermas den ersten Schritt auf dem Weg zur erhofften Titelverteidigung machte, mussten die Skandinavier bei ihrer WM-Premiere gleich beim Auftakt Lehrgeld bezahlen. „In der ersten Halbzeit war das offensiv und defensiv noch ein bisschen schleppend, wir mussten uns ja auch erst noch finden. In den zweiten 20 Minuten haben wir uns gut gefunden und auch verdient gewonnen“, sagte der zweimalige Torschütze Thilo Stralkowski vom Bundesligisten HTC Uhlenhorst. Der Uhlen-Kapitän weiter: „Die Schweden haben das nicht schlecht gemacht. Bei der kurzen Spielzeit von zweimal 20 Minuten kann das auch nach hinten losgehen. Du musst von Anfang an präsent sein.“

Der Weltmeister von 2011 musste anfangs zweimal einem Rückstand hinterherrennen, ging aber kurz vor der Pause durch den Treffer von Thilo Stralkowski erstmals in Führung. Lange konnte sich dann keine Mannschaft entscheidend absetzen, ehe Deutschland Mitte des zweiten Durchgangs für die Vorentscheidung sorgte, als der über die linke Seite stürmende Uhlen-Kapitän gegen die lange Zeit bissigen und in der Defensiv kompakt stehenden Schweden zum 5:4 traf. Mit diesem Tor war der Bann endgültig gebrochen. Für die ambitionierte DHB-Auswahl war im Auftaktmatch die Ampel auf die Farbe grün gesprungen.

Beim Treffer zum 6:4 durch Kapitän Moritz Fürste vom UHC Hamburg bewährte sich Abwehrspieler Ferdinand Weinke, der wie der Klubkollege Timm Herzbruch sein A-Länderspiel-Debüt gab, als Vorbereiter. Den Querpass des 20-jährigen Mülheimers nahm der 30-jährige Olympiasieger dankbar auf.

Vom erfahrenen Mitspieler bekamen die Debütanten erstklassige Noten: „Ferdy und Timm haben sehr, sehr gut gespielt.“ Natürlich waren die beiden Jüngsten im DHB-Team ein wenig nervös, das gehört bei diesem Anlass und bei dieser Wertigkeit einfach dazu. Doch als die Kugel endlich rollte, verrichteten die jungen Mülheimer ganze Arbeit. Weinke (der Medizinstudent hofft, während der WM Zeit zu finden, um sich auf die anstehenden Klausuren vorzubereiten) in der Defensive, der 17-jährige Angreifer Herzbruch im deutschen Sturm, in dem er mit Stralkowski ein Duo bildet. „Es ist schon beruhigend und hilfreich, einen so erfahrenen Klassespieler wie Thilo an der Seite zu haben“, so der junge WM-Einsteiger.

„Es war das typische Auftaktmatch. Die Spieler mussten sich erst einmal daran gewöhnen, dass alle zwei Minuten gewechselt wurde. Die erste Halbzeit war durchwachsen mit einigen Fehlern im Spielaufbau. Die hat die Mannschaft im weiteren Verlauf der Partie abgestellt. Das war von allen eine gute Vorstellung in einer tollen Halle“, sagte der Uhlenhorster Teammanager nach dem gelungenen Start ins WM-Turnier.